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Schumacher nimmt Herausforderung an - Spitzenreiter Renault gelassen: „Wir haben vor denen keine Angst“ Ferrari setzt auf riskante Feuertaufe

Unter dem Druck des schlechtesten Saisonauftakts in seiner Karriere mit nur zwei mickrigen Punkten wird der 36 Jahre alte Rekordchampion zwei Rennen früher als geplant beim Großen Preis von Bahrain am Sonntag (13.30 Uhr/RTL und Premiere) im Hoffnungsträger der "Roten" sitzen und sich dem Duell mit Renault stellen.

HB MANAMA/BAHRAIN. "Ich nehme die Herausforderung gerne an. Wir werden uns Schritt für Schritt wieder nach vorne arbeiten, keine Bange", sagte der siebenmalige Titelträger vor dem Wüstenrennen in dem Mini-Staat am Persischen Golf. Die Statistik der vergangenen Jahre spricht für ein erfolgreiches Debüt des neuen Ferraris. Seit 2000 hat das jeweilige Ferrari-Modell bei seiner Rennpremiere gewonnen.

Schumachers Zuversicht und die Statistiken lassen die Konkurrenz allerdings kalt. "Ferrari wird seinen neuen Wagen einsetzen - aber ehrlich gesagt, konzentrieren wir uns nicht auf die anderen Teams", stellt WM-Spitzenreiter Fernando Alonso von Renault klar. Deutlicher formuliert es sein Teamchef Flavio Briatore: "Wir haben vor denen keine Angst."

Fürchten muss Michael Schumacher dagegen, dass die vorgezogene Premiere für den Ferrari möglicherweise doch zu früh kommt. Zusammen mit Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien), der mit dem Übergangsmodell F2004M beim Auftaktrennen in Australien immerhin den zweiten Rang belegt hatte, testete der Kerpener zwei Mal sein neues Gefährt - samt neuer Bridgestone-Reifen. Insgesamt soll das Auto allerdings rund 1 000 Test-Kilometer weniger auf dem Buckel haben als die eigentlich vorgesehenen 6 000. Dennoch gibt sich Schumacher nach den Tests zuversichtlich: "Wir alle hatten dabei ein gutes Gefühl, auch wenn wir wissen, dass uns in Bahrain ein harter Wettkampf erwartet."

Wie schon zwei Wochen zuvor in Malaysia werden die Rennautos und vor allem die Reifen auch auf der arabischen Halbinsel hohen Temperaturen ausgesetzt sein. Hinzu kommt der Sandstaub, der von den Dünen auf den 5,417 km langen Bahrain Sakhir Circuit weht. "Die Strecke kann daher sehr stark verschmutzt sein", betont BMW-Williams - Pilot Nick Heidfeld. Der gebürtige Mönchengladbacher hat mit seinem dritten Rang hinter Alonso und Toyota-Pilot Jarno Trulli (Italien) in Malaysia Appetit auf mehr bekommen. "Nach meinem Podiumsplatz bin ich voller Zuversicht", sagt Heidfeld.

Auch Landsmann und Vorgänger bei BMW-Williams, Ralf Schumacher, weiß um die Tücken des Wüstenrennens. "Im Rennauto kann man dann schon mal leicht den Grip verlieren und schnell im Kiesbett landen", sagt der 29-jährige Toyota-Neuzugang, der mit vier Punkten derzeit WM-Achter und damit drei Plätze vor Bruder Michael ist. "Wir sind aber bestens auf die besonderen Bedingungen in Bahrain vorbereitet. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch weiter so gute Ergebnisse einfahren können wie in Malaysia", gibt sich Ralf Schumacher optimistisch.

Alonso, der erste Formel-1-Spitzenreiter aus Spanien, weiß, dass nach seinem Erfolg in Malaysia und dem Sieg seines italienischen Teamkollegen Giancarlo Fisichella beim Saisonauftakt in Melbourne die Renaults die Gejagten sind. "Alles wird nun erheblich schwieriger. In Bahrain sind wird das Ziel der Gegner", meinte er.

Juan Pablo Montoya wird sich an der Jagd auf die Renaults nicht beteiligen. McLaren-Mercedes gab am Mittwoch offiziell bekannt, dass der 29-jährige Kolumbianer wegen seiner beim Tennisspielen erlittenen Schulterverletzung in Bahrain nicht einsatzfähig ist. Für ihn wird der Spanier Pedro de la Rosa an der Seite von Kimi Räikkönen (Finnland) ins Rennen gehen, das vor einem Jahr mit einem Ferrari - Doppelsieg durch Michael Schumacher vor Barrichello geendet hatte.

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