Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Sport-Vermarktung TV-Anstalten lassen Exotensport links liegen

Seite 2 von 2:

Reinhard Schottmüller vom Tauchsportverein Malsch, wo auch Unterwasserrugby gespielt wird, sagt: "Sponsoren sind da, wo die Medien sind. Ohne bessere Medienpräsenz werden auch die Sportler und ihre Vereine nicht mehr Sponsoren finden." Peter Späth, Vorstand des Tauch-Clubs Stuttgart, ergänzt: "Ohne Mäzen fließen Sponsorgelder meist gezielt einer Marketingstrategie folgend in populäre Sportarten wie Fußball, Formel 1 oder in olympische Disziplinen."

Nicht alle Sportler sind mit ihrem Platz in der zweiten Reihe zufrieden. Einige gehen selbst auf die TV-Anstalten zu. "Wir hatten kürzlich die Anfrage, ob wir ein Format für die Übertragung der Weltmeisterschaft im Rasenmähen entwickeln können", sagt Pro-Sieben-Sprecher Ostermeier. "So etwas passiert ständig." Die Ideen für "Schlag den Raab", wo der Sender Randsportarten ein Forum bietet, stammen aber von den TV-Machern selbst. "Das sind spontane Ideen bei uns, die wir zu einem größeren Format aufbauen", sagt Ostermeier.

Ohne Fernsehen verbreiten sich Sportarten nur, wenn sie schon im Ausland populär sind. So lernen viele Studenten Exotensportarten während eines Auslandsaufenthalts in einer Hochschulmannschaft kennen. "Wenn eine Sportart bereits in einem anderen Land beliebt ist, hat sie eine bessere Chance, auch in Deutschland bekannt zu werden", sagt Sponsoring-Experte Krause.

Ein Beispiel ist das alte indianische Spiel Lacrosse, das in Kanada als Nationalsport gilt. Auch in Deutschland gibt es eine wachsende Fangemeinde. "Der Lacrosse-Stick, mit dem wir durch die Stadt gehen oder in Parks spielen, weckt oft Interesse, die Sportart auszuprobieren", sagt Christopher Humke, Sprecher der Lacrosse-Abteilung des HTC Stuttgarter Kickers. Mit einem netzartigen Schläger - dem Stick - passen und fangen die Spieler einen Hartgummiball und versuchen, ihn mit Geschick ins gegnerische Tor zu schleudern.

Doch ohne Fernseh-Übertragungen wird sich auch Lacrosse kaum als Konkurrenz zum König Fußball in Deutschland etablieren können. Für die Sportart spricht freilich, dass die Grundausstattung nur 40 Euro kostet.Beim Kanu-Polo ist die Ausrüstung hingegen deutlich teurer. "Bei uns fährt nicht immer die beste Mannschaft zu einer Meisterschaft, sondern die, die es sich leisten kann", sagt Jochen Schröder, Sprecher des Deutschen Kanu-Verbands. Kanu-Polo hat immerhin bessere Voraussetzungen, für das Fernsehen entdeckt zu werden als beispielsweise das Unterwasserrugby: Immerhin bietet ein Kajak attraktive Werbeflächen für Sponsoren.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote