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Tour de France 2015 Rad-Renaissance auf Bewährung

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Kontrolldichte im Radsport 100 Mal höher als beim Fußball

Vielen Radsportfunktionären und Radprofis ist Astana ein Dorn im Auge, auch Bora-Gründe Willi Bruckbauer: „Meine persönliche Meinung ist, dass es nicht richtig ist, dass Astana an der Tour teilnehmen darf. Auch die ganze Diskussion, ob Astana Tour-berechtigt sein sollte, ist schlecht für den Sport.“ Bei den an der Tour de France teilnehmenden deutschen Radsportlern sorgt die Teilnahme von Astana ebenfalls für Stirnrunzeln. „Bei der Tour wird hinter jedem Astana-Sieg wieder ein Fragezeichen stehen. Was die zum Teil beim Giro gezeigt haben, war ganz große Kunst – wie auch immer“, sagte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin.

Die deutschen Radprofis wissen nur zu gut, wie es ist wegen der Vergehen anderer im Abseits zu stehen. „Wir haben mit wüsten Beschimpfungen auf der Straße angefangen, das ist noch sehr präsent“, erzählte Martin dem SID. Auch John Degenkolb ist sich dessen bewusst. Der Sprinter des Teams Giant-Alpecin, der als möglicher Kandidat für das grüne Sprint-Trikot gilt, spricht auch von einer Verantwortung als Radsportler gegenüber dem Nachwuchs.

Auch deswegen lassen die Sportler die ständige Überwachung und die Kontrollprozeduren über sich ergehen. So wurde Andre Greipel rund um die Deutschen Meisterschaften zwei Wochen vor dem Tour-Start innerhalb von gerade einmal 32 Stunden rund drei Mal zur Doping-Kontrolle aufgefordert. „Die Kontrolldichte ist im Radsport nahezu 100 Mal höher als beim Fußball und es wäre schön, wenn für alle Sportarten die gleichen Maßstäbe gelten würden“, kritisiert Bora-Gründer Bruckbauer.

Die 102. Tour de France beginnt im niederländischen Utrecht mit einem Prolog-Zeitfahren. Tony Martin bekommt damit die langersehnte Chance erstmals das gelbe Trikot tragen zu dürfen. Danach folgen rasante Sprintankünfte, bei denen John Degenkolb und Andre Greipel zu den Favoriten zählen. Über die herrlichen französischen Landschaften geht es zu den Alpen und den legendären Spitzkehren von L’Alpe d’Huez, wo das Duell der Favoriten Christopher Froome, Alberto Contador, Vincenzo Nibali sowie Nairo Quitana seinen Höhepunkt finden wird. Sicherlich werden die Zuschauerzahlen in Deutschland nicht so hoch sein, wie zu Ullrich-Zeiten. Allerdings zeigen die steigenden Einschaltquoten bei Eurosport, dass der Radsport in Deutschland eine treue Fangemeinde besitzt. Es liegt nun an den Teams und den deutschen Fahrern aus der Chance etwas zu machen. Sie können für eine Renaissance des Radsports in Deutschland sorgen. Doch diese Chance dürfte die letzte sein.

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