Tour de France 2015 Rad-Renaissance auf Bewährung

Die Tour de France ist zurück in der ARD. Und wenn an diesem Samstag das größte Radrennen der Welt in Utrecht startet, ist auch das Team eines deutschen Mittelständlers dabei. Die Tour muss vor allem eins sein: sauber.
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huGO-BildID: 46375871 Germany's Emanuel Buchmann stands on stage during the team presentation ceremony at Lepelenburg park in Utrecht, The Netherlands, on July 2, 2015, two days before the 102nd edition of the Tour de France cycling race. The 2015 Tour de France gets underway on July 4 in the streets of Utrecht and ends on July 26, 2015 down the Champs-Elysees in Paris. AFP PHOTO / LIONEL BONAVENTURE Quelle: AFP
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huGO-BildID: 46375871 Germany's Emanuel Buchmann stands on stage during the team presentation ceremony at Lepelenburg park in Utrecht, The Netherlands, on July 2, 2015, two days before the 102nd edition of the Tour de France cycling race. The 2015 Tour de France gets underway on July 4 in the streets of Utrecht and ends on July 26, 2015 down the Champs-Elysees in Paris. AFP PHOTO / LIONEL BONAVENTURE

(Foto: AFP)

DüsseldorfRadsportler können sich nicht frei bewegen. Sie müssen jederzeit angeben wo sind oder wo sie sein werden. Sie müssen einen Blutpass mit sich tragen und wenn sie eine Urin-Probe abgeben, schaut ein Kontrolleur ihnen dabei zu. Radsportler sind Gefangene ihres Sportes – und sie sind selbst schuld daran. Sie haben in den 90er- und Anfang der 2000er-Jahre dafür gesorgt, dass der Radsport weniger einem Sport und mehr einem Dopingmoloch glich.

Inmitten dieser allgegenwärtigen Kontrolle und der immerwährenden Verdachtsmomente hatten sich die Deutschen vom Radsport abgewendet. Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender haben die Übertragung 2011 abgebrochen und deutsche Unternehmen sahen im Radsport keine Werbegrundlage mehr. Doch jeder Verbrecher – und mit dem neuen Anti-Dopinggesetz in Deutschland sind dopende Sportler und Doping verabreichende Ärzte nichts anderes – hat ein Recht auf Resozialisierung. Der Radsport will diese Chance nutzen. Und die ARD und deutsche Unternehmen wie der Mittelständler Bora geben sie ihm.

Seit diesem Jahr ist das Unternehmen aus Raubling Hauptsponsor des Pro Continental Teams Bora Argon 18, das dank einer Wildcard an der Tour teilnehmen darf, die am 4. Juli im niederländischen Utrecht beginnt. Allerdings folgt das Engagement des Dunstabzugsherstellers nicht allein einem finanziellen Kalkül. Es ist auch der Radsport-Leidenschaft des Firmengründers Willi Bruckbauer zu verdanken, dass es nach über vier Jahren wieder ein rein deutsches Radsportteam gibt. Doch die Rückkehr eines deutschen Sponsors und der öffentlich-rechtlichen TV-Sender ist eine Rückkehr auf Bewährung. Das Rückfallrisiko bleibt.

„Keine Frage, das Radsport-Engagement ist für Bora ein großes Investment“, erklärt Bora-Gründer Willi Bruckbauer gegenüber Handelsblatt Online. Über genaue Beträge gibt es keine Auskünfte. „Aber die Chancen, die diesem Investment gegenüber stehen, sind für ein kleines Unternehmen wie Bora riesig.“ Und die Chancen sind die gleichen wie das Risiko. Alles dreht sich um die Sauberkeit des Sports.

Axel Balkausky, Sportkoordinator der ARD, erklärte in einem Interview für den SID: „Es gibt derzeit im Radsport eine Reihe von jungen deutschen Athleten, die nicht nur durch Offenheit und ihr klares Bekenntnis zum sauberen Sport, sondern ebenso jüngst durch Erfolge zu überzeugen wissen.“ Für ihre Entscheidung die Tour de France zu übertragen gäbe es zwei Kriterien: Erstens werde im Radsport in puncto Anti-Doping-Kampf in jüngster Zeit sehr viel getan, zum Teil sogar mehr als in manchen anderen Sportarten. Zweitens sei das Zuschauerinteresse bedingt durch derzeit erfolgreiche, junge deutsche Fahrer spürbar gestiegen.

„Übertreibungen“ bei Doping-Kontrollen notwendig
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