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Tour de France 2015 Rad-Renaissance auf Bewährung

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„Übertreibungen“ bei Doping-Kontrollen notwendig

Dennoch sind die Sportler, allen voran die deutschen Radsportstars um Andre Greipel, John Degenkolb, Tony Martin, der Deutsche Meister Emanuel Buchmann und auch der überraschend nicht an der Tour teilnehmende Sprint-Star Marcel Kittel, in der Bringschuld. Sie müssen weiterhin gegen das miese Erbe ankämpfen, das ihnen ehemalige Radsportler hinterlassen haben. Sollte während der Tour de France auch nur bei einen von ihnen Doping nachgewiesen werden, dürfte es um den Radsport in Deutschland wohl für Jahrzehnte geschehen sein. Die Öffentlich-Rechtlichen würden höchstwahrscheinlich die TV-Übertragung wieder beenden. Bora würde damit ein Großteil der Werbegrundlage entzogen. Denn nur mit der Ausstrahlung der Tour de France in der ARD bekommen deutsche Sponsoren die Aufmerksamkeit in Deutschland, die sie für ein profitables Engagement benötigen.

„Wir haben Produkte, die jeder braucht, der sich eine Küche besorgt“, sagt Bruckbauer, „aber letztendlich haben wir das Handicap, dass uns kaum einer kennt. Und genau da bietet ein Radsport-Team und die Teilnahme an der Tour de France große Chancen die Bekanntheit zu steigern.“ Bruckbauer nennt Zahlen: im vergangenen Jahr, ohne ARD-Übertragung, betrug der Werbewert des Teams bereits 42 Millionen Euro. Mit der ARD dürfte sich dieser Wert deutlich erhöhen.

Um zu verhindern, dass sich im Radsport wieder ein flächendeckendes Doping früherer Jahre etabliert, setzt sich das deutsche Team besonders rigide Regeln. Laut Bruckbauer habe das Team Bora Argon 18 die strengsten Verträge im Peloton. Gleich beim ersten Vergehen müssen die Radsportler ihr ganzes Gehalt seit Eintritt ins Team zurückzahlen.“ Und „sollte sich herausstellen, dass ein Fahrer in meinen Team vorsätzlich gedopt haben sollte, zieht das die sofortige Kündigung nach sich.“

Damit setzt Bora dem ohnehin schon strengen Reglement noch einen drauf – doch diese „Übertreibung“ ist leider notwendig. Denn die Doping-Kontrollen seitens der Verbände sind das eine. Die Mitverantwortung der Sponsoren im Kampf gegen Doping das andere. Auch heute noch gibt es Sponsoren beziehungsweise Radsportteams, die sich dieser Verpflichtung entziehen. Das kasachische Team Astana mit dem amtierenden Tour-Sieger Vincenzo Nibali gehört zu jenen Radrennställen, die die Gemüter erhitzen. Vermehrt wurden jüngst Radfahrer des Teams positiv auf Doping getestet und was noch schlimmer ist – die dopenden Radfahrer kamen vor allem aus dem Nachwuchsteam von Astana. Zuletzt stand deswegen auch die Tour-Teilnahme auf der Kippe.

Kontrolldichte im Radsport 100 Mal höher als beim Fußball
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