Tour-Monarch untermauert Machtanspruch Armstrong demütigt die Konkurrenz

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Jan Ullrich war über eine Minute langsamer als Armstrong. Foto: dpa

Jan Ullrich war über eine Minute langsamer als Armstrong. Foto: dpa

Noch steht die Strategie im Bonner Team laut Manager Olaf Ludwig nicht in Frage. Obwohl der schon bei der Dauphiné-Rundfahrt glänzend aufgelegte Winokurow selbst in der Paradedisziplin von Ullrich 15 Sekunden auf seinen Teamchef gutmachte, soll die Hierarchie vorerst nicht überdacht werden. Schließlich könnte der Trainingsunfall des zwölftplatzierten Ullrich, bei dem er sich 24 Stunden vor dem Tour- Start Schnittwunden am Hals zugezogen hatte, die Niederlage verursacht haben. "Bis zur ersten Alpen-Ankunft in Courchevel haben wir zwei Leader - daran ändert sich nichts", sagte der zum Saisonende scheidende Manager Walter Godefroot.

Viel wird davon abhängen, wie Ullrich die Geschehnisse verkraftet. Sein Berater Rudy Pevenage ist in Sorge: "Von Armstrong überholt zu werden, war für Jan genauso schockierend wie der Unfall." Der Tour- Sieger von 1997 gibt sich aber noch längst nicht auf: "Was mir hilft, ist die Erkenntnis, dass es bei meinem Sturz am Freitag auch ganz anders hätte ausgehen können. Wenn ich nicht noch an meine Chance glaubte, würde ich nach Hause fahren".

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Schon beim Team-Zeitfahren am Dienstag nach Blois droht jedoch neues Unheil. Gut möglich, dass sich der Abstand zwischen Armstrong und Ullrich weiter vergrößert. Denn in den letzten beiden Jahren war das von Armstrong angeführte US-Postal-Team in dieser Disziplin nicht zu schlagen. Zusammen mit seinen neuen Gefährten vom Team Discovery Channel plant der Titelverteidiger einen neuerlichen Coup. Der Wunsch von Ullrich, diesmal ohne großen Rückstand in die Berge zu gehen, wäre dann passé - genau wie der mit Spannung erwartete Zweikampf mit seinem langjährigen Widersacher.

Fast scheint es, als könnte sich Armstrong, der vor dem Tourstart überraschend zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden zur Blutkontrolle gebeten wurde, auf seinem Weg zum siebten Gesamtsieg in Serie nur selbst im Weg stehen. Nämlich dann, wenn er den scheinbar mühelosen Erfolg über die Konkurrenten beim Tour-Auftakt als sicheres Indiz für weitere Erfolge wertet. Dieser Gefahr will sein Sportlicher Leiter Johan Bruyneel vorbeugen: "Heb jetzt bloß nicht ab", beschwor er Armstrong, "bis nach Paris sind es noch über 3500 Kilometer."

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