TV-Chaos bei Handball-WM Die Übertragung der Handball-WM sorgt weiter für Ärger

Die Internet-Übertragung der Handball-WM wird etwas für Puristen sein. Denn deutsche Fans müssen eine reduzierte Berichterstattung hinnehmen – ohne Interviews, ohne Studio vor Ort und teilweise englischen Kommentaren.
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Die Handball-WM wird in diesem Jahr nicht wie gewohnt übertragen. Quelle: dpa
Handball-WM

Die Handball-WM wird in diesem Jahr nicht wie gewohnt übertragen.

(Foto: dpa)

HannoverNot-Berichterstattung und meckernde Funktionäre: Das Sponsoren-TV bei der Handball-WM sorgt für Verdruss. Die Fans werden bei den Live-Übertragungen aus Frankreich nicht das gewohnte Berichterstattungs-Niveau erleben. Und die Funktionäre des DHB schimpfen über Politik und Kritiker.

Nur bei den Spielen der Bad Boys und maximal vier weiteren Partien wird es einen deutschsprachigen Kommentar geben. Bei den übrigen Begegnungen des am Mittwoch beginnenden Turniers hören die Zuschauer auf der Internetseite des Handball-Sponsors DKB „den englischen Kommentar des Signalgebers.“ Das teilte die Deutsche Kreditbank (DKB) am Montag mit. Kommentatoren sind Markus Götz und Uwe Semrau, die Handball-Anhänger von Sport1-Übertragungen kennen.

Die Übertragung beginnen erst mit dem Einlauf der Mannschaften und enden kurz nach dem Spiel. Interviews mit dem Bundestrainer oder Spielern sind nicht geplant. „Ein Studio oder Team vor Ort wird es nicht geben“, teilte die Bank mit.

Die Bank sieht sich selber als Notlösung. Die DKB habe sich „eine Live-Übertragung im Free-TV gewünscht und hofft, dass dies bei künftigen Turnieren auch wieder der Fall sein wird“. Sie sei nur kurzfristig eingesprungen. Der Rechteinhaber BeIN Sport hatte eine Übertragung im Free-TV abgelehnt.

Die wichtigsten Sporttermine 2017
Januar: Handball-Weltmeisterschaft
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Schaffen die „Bad Boys“ um Torhüter Andreas Wolff die nächste Sensation? Bei der Handball-WM in Frankreich (11.-29. Januar) wird das deutsche Team zumindest alles versuchen, sich nach EM-Titel und Olympia-Bronze 2016 den nächsten Podiumsplatz zu sichern. Möglicher Bonus: Revanche an Gastgeber Frankreich für die bittere Halbfinal-Pleite bei Olympia.

Februar: Super Bowl 51
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Das größte Sportevent der Welt geht am 5. Februar in seine 51. Runde: Der Super Bowl in Houston. Den letzten Super Bowl (im Bild: T.J Ward vom amtierenden Champion Denver Broncos) verfolgten weltweit rund 900 Millionen Zuschauer. Entsprechend groß ist auch die Starpower, die von der NFL aufgefahren wird: Für die Halbzeitshow wurde Lady Gaga verpflichtet. Wer noch live dabei sein möchte, muss tief in die Tasche greifen: Tickets sind momentan nicht unter 5000 US-Dollar zu haben.

März: Formel 1-Saisonauftakt
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Wenn die neue Formel 1-Saison am 26. März in Melbourne (Australien) startet, wird ausgerechnet der amtierende Weltmeister fehlen. Nico Rosberg (links) hat nur wenige Tage nach seinem WM-Triumph auf dem Höhepunkt seiner Karriere seinen Rücktritt erklärt. Neben seinem ehemaligen Teamkollegen Lewis Hamilton, mit dem Rosberg sich auf und neben der Strecke einige Duelle geliefert hatte, wird auch Sebastian Vettel im Ferrari versuchen, sich die WM-Titel 2017 zu sichern.

April: Deutsche Schwimm-Meisterschaften
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Debakel, Desaster, Spiele zum Vergessen: So oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen nach dem Abschneiden der deutschen Schwimmer um Paul Biedermann (Foto) bei Olympia 2016. Bei den deutschen Meisterschaften von 28. bis 30. April haben die deutschen Frauen und Männer nun die Gelegenheit, ihre Pleiten vor heimischen Publikum vergessen zu machen und sich auf die nächsten großen Turniere vorzubereiten.

Mai: Eishockey-Weltmeisterschaft
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Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land – davon träumt wohl jeder Sportler. Für die Eishockey-Nationalmannschaft wird der Traum zumindest zur Hälfte war: Vom 05. bis zum 21. Mai wird die WM 2017 zu gleichen Teilen in Köln und der französischen Hauptstadt Paris ausgetragen. Das deutsche Team wird dabei versuchen, an die Leistung der letzten Heim-WM anzuknüpfen. 2010 schaffte es die Mannschaft als absoluter Underdog auf Platz Vier. Gegen die Star-Teams aus Russland, Kanada, den USA und Skandinavien muss es aber perfekt laufen, um den Coup zu schaffen.

Mai: Bundesliga- und Pokal-Finale
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Wie in jedem Jahr geht die Bundesliga auch 2017 im Mai in den Schlussspurt. Zunächst wird am 20. Mai der letzte Spieltag der Bundesliga-Saison ausgetragen, an dem vermutlich die üblichen Verdächtigen wie Bayern München und Borussia Dortmund (im Bild Mats Hummels und Pierre-Emerick Aubameyang), vielleicht aber auch Aufsteiger RB Leipzig, um die Meisterschaft kämpfen. In der darauffolgenden Woche finden die Relegationsspiele statt, bevor die Saison am 27. Mai mit dem Pokalfinale in Berlin endgültig endet.

Juni: NBA-Finale
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Wenn am 01. Juni die NBA-Finals um die amerikanische Basketball-Meisterschaft beginnen, dürften die deutschen NBA-Basketballer wohl schon zu Hause auf dem Sofa sitzen. Paul Zipser (Chicago Bulls) erhielt in der gesamten Saison bisher erst 30 Minuten Einsatzzeit. Auch Dirk Nowitzki, der aufgrund von Verletzungen kaum zum Einsatz kam, erlebt mit seinen Dallas Mavericks eine Horror-Saison und verlor 18 der ersten 24 Spiele. Lediglich Dennis Schröder (Foto) macht den deutschen Fans mit starken Leistungen Hoffnung und kämpft mit den Atlanta Hawks um den Einzug in die Playoffs.

DHB-Präsident Andreas Michelmann ruft nach Hilfe durch die Politik. „Handball-WM und -EM müssen auf die TV-Schutzliste“, sagte Michelmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Man stelle sich vor, es hätte keine Bilder von der Fußball-EM im vergangenen Sommer gegeben. Undenkbar“, klagte er und schimpfte: „Sportpolitisch sind wir leider im Land der Monokultur angekommen.“

Gemeint ist der Rundfunkstaatsvertrag, der festlegt, dass „Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ nicht ausschließlich im Pay-TV ausgestrahlt werden dürfen. Dazu zählen derzeit Olympische Spiele und verschiedene Fußball-Partien. Handball befindet sich nicht auf der Liste.

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