Usain Bolt Das schmerzhafte Ende

Sprinter Usain Bolt strauchelt in seinem letzten Rennen, plötzlich liegt der Jamaikaner auf der Bahn. Ein Oberschenkelkrampf stoppt den schnellsten Mann der Welt. Es ist das bittere Finale einer großartigen Karriere.
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Aus der Traum von einer letzten WM-Medaille: Im Staffelfinale muss Usain Bolt auf der Zielgeraden verletzt aufgeben. Quelle: dpa
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Aus der Traum von einer letzten WM-Medaille: Im Staffelfinale muss Usain Bolt auf der Zielgeraden verletzt aufgeben.

(Foto: dpa)

LondonEin Muskelkrampf im linken Oberschenkel hat Usain Bolt im dramatischen Staffelfinale der Leichtathletik-WM ins Straucheln gebracht und gestoppt. „Große Schmerzen hat er aber wegen der Enttäuschung, das Rennen verloren zu haben“, sagte Jamaikas Mannschaftsarzt Kevin Jones am späten Samstagabend nach dem Endlauf über 4 x 100 Meter im Londoner Olympiastadion, den Schlussläufer Bolt wegen seiner Verletzung nicht beenden konnte. Der 30 Jahre alte Jamaikaner wollte im letzten Rennen seiner einmaligen Karriere seinen zwölften WM-Titel gewinnen.

„Die letzten drei Wochen sind hart für ihn gewesen. Wir hoffen das Beste für ihn“, betonte Jones. Bolt hatte wegen der Verletzung etwa nach der Hälfte seiner Distanz mit schmerzverzerrtem Gesicht abstoppen und aufgeben müssen; er kam heftig ins Straucheln und lag später auf der Bahn. Seine Teamkollegen Omar McLeod, Julian Forte und Yohan Blake trösteten den Pechvogel noch im Stadion. „So etwas passiert einfach“, sagte McLeod. „Usains Bolts Name wird für immer weiterleben.“

Der Sprinter der Superlative in Zahlen
Eins
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Der eine Fehlstart in einem WM-Finale kostet den schnellsten Mann der Welt (Mitte) 2011 in Daegu/Südkorea das sicher geglaubte WM-Gold. Sein Landsmann Yohan Blake (l.) nimmt das Geschenk dankbar an und wird 100-Meter-Weltmeister.

Fast drei
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Beeindruckende 2,43 Meter misst seine durchschnittliche Schrittlänge.

Fünf
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Fünf Niederlagen in 86 Finalrennen über 100 und 200 Meter hat Bolt seit 2008 lediglich kassiert, die bis dato letzte am 6. Juni 2013 in Rom. Er verliert über 100 Meter gegen Justin Gatlin (USA).

Sechs
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Sechsmal wird Bolt „Leichtathlet des Jahres“. Die Auszeichnung des Weltverbandes IAAF bekommt er 2008, 2009, 2011, 2012, 2013 und 2016.

Acht
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Acht Olympische Goldmedaillen hat Bolt in seiner Karriere gesammelt - von 2008 in Peking bis 2016 in Rio de Janeiro. Nachträglich abgeben musste er sein Staffel-Gold von Peking, da sein Landsmann Nesta Carter des Dopings überführt wurde.

Neun
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Neunmal startet Bolt bei seinem Lieblings-Meeting im tschechischen Ostrau - und neunmal gewinnt er dort. Auch das ist ein persönlicher Rekord.

Elf
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Elf WM-Goldmedaillen hat er ersprintet - über 100 und 200 Meter sowie mit der 4x100-Meter-Staffel von 2009 in Berlin bis 2015 in Peking.

Sein Dauerrivale Justin Gatlin, der Bolt über 100 Meter geschlagen hatte, vermutet das kühle Wetter als Grund für Bolts Verletzung. „Wir haben unsere Sachen wohl ein bisschen zu früh ausgezogen. Es ist etwas kühl hier, und ich glaube, daher kam der Krampf“, meinte der Amerikaner, der mit dem US-Quartett hinter den Briten Silber gewann. „Er ist praktisch hier kalt rausgegangen.“

Als um 22.03 Uhr Ortszeit alles aus und vorbei war, lag die Lichtgestalt der Leichtathletik am Boden - eine seltene Szene. Der überragende Sprinter der vergangenen zehn Jahre hat elf WM-Titel und acht olympische Goldmedaillen gewonnen, fünf Weltrekorde aufgestellt und unzählige Rennen gewonnen. Mit seinen Erfolgen verschaffte der schnellste Mann der Welt seiner olympischen Sportart enorme Anziehungskraft. Seine berühmte Bogenschütze-Siegerpose wurde zum Markenzeichen, das inzwischen Millionen Menschen kennen.

Schon am Vormittag hatten die Zuschauer Bolt immer wieder mit Sprechchören und Standing Ovations gefeiert. „Die Energie in diesem Stadion ist wirklich außergewöhnlich“, sagte Bolt nach dem Staffelvorlauf. Der Abschied von seinen Fans werde ihm schwerfallen. Ein bisschen Wehmut ist dann sicher dabei, aber Bolt meinte: „Ich bin happy. Ich bin gesegnet.“

Keiner ist schneller als Usain Bolt
Usain Bolt
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Für die Fotografen posiert der Jamaikaner Usain Bolt wieder als "Blitz Bolt", nachdem er das Finale über 200 Meter bei den Olympischen Spielen in Rio gewonnen hat. Bolt peilt nun endgültig das Triple-Triple an: Den dritten Gold-Hattrick über 100 m, 200 m und 4x100 m nach 2008 und 2012. Mit dann neun Goldmedaillen würde er mit dem Finnen Paavo Nurmi (1920 bis 1928) und Carl Lewis aus den USA (1984 bis 1996) gleichziehen.

David Storl
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Am Ende des verpatzten Medaillenkampfes zog Kugelstoßer David Storl das Wettkampf-Shirt mit der Aufschrift „Germany“ über seinen Kopf. Für ihn war es im Kugelstoß-Ring zum Verzweifeln. „Ich bin gar nicht vor dem Stoß runtergekommen, konnte überhaupt nichts mit meiner Bewegung anfangen“, berichtete der zweimalige Welt- und Europameister nach dem olympischen Finale am Donnerstag total frustriert. „Dann kommt halt so etwas heraus. Ich hätte auch aus dem Stand stoßen können.“ 20,64 Meter reichten nur zum siebten Platz und dem Eingeständnis: „Das war natürlich schlecht und schon enttäuschend, das Ganze.“

David Storl
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Der starke Sachse wird die bittere Enttäuschung von Rio wegstecken müssen, um von neuem angreifen und erfolgreich stoßen zu können. „Es ist ein kleiner Tiefpunkt“, sagte er - aber kein Grund zur Resignation. „Es geht immer bergauf und bergab. Da gab es schon ganz andere, die sich aus so einem Tal herausgekämpft haben.“

Posieren für die Kameras
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Die US-amerikanischen Leichtathletin Brianna Rollins (M.) feiert ihre Goldmedaille im 100-Meter-Hürdenlauf. Zweite und Dritte wurden Nia Ali (r.) und Kristi Castlin.

Beachvolleyball
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Barbara Seixas aus Brasilien zeigt im Finale vollen Körpereinsatz, verliert dennoch gegen die deutschen Frauen.

Königinnen im Beachvolleyball
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Laura Ludwig (l.) und Kira Walkenhorst feiern ihren Sieg im Beachvolleyball – und schreiben Geschichte: Als erstes europäisches Frauen-Team überhaupt gewannen sie eine Medaille.

Sieg für Deutschland
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Historisches Gold für Ludwig und Walkenhorst. Sie haben das Team das Gastgebers besiegt, in einer beliebten Sportart des Landes, an der Copacabana, wo das Herz dieser Sportart schlägt.

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