Verwaltungsgerichtshof Kampfsport-Verbot im TV ist rechtswidrig

2010 forderte die bayerische Landeszentrale für neue Medien Sportsender auf, Kampfsportübertragungen wegen hohem Gewaltpotenzial aus dem Programm zu nehmen. Dafür fehle ihr die gesetzliche Grundlage, urteilt ein Gericht.
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Nach Ansicht der Richter fehle es der Behörde an einer gesetzlichen Grundlage, um auf Inhalte der Sender einzuwirken. Quelle: dpa
Ermächtigungsgrundlage

Nach Ansicht der Richter fehle es der Behörde an einer gesetzlichen Grundlage, um auf Inhalte der Sender einzuwirken.

(Foto: dpa)

MünchenNach Einschätzung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) war es rechtswidrig, die Ausstrahlung mehrerer Kampfsportsendungen im Fernsehen nicht zuzulassen. Der VGH wandte sich damit gegen eine entsprechende Entscheidung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Mit seinem Urteil vom 20. September bestätigte er im Ergebnis das Urteil des Verwaltungsgerichts München vom 9. Oktober 2014 dazu, wie aus einer heute veröffentlichten schriftlichen Begründung hervorgeht.

Nach Ansicht des VGH fehlt es an der gesetzlichen Ermächtigung der BLM, aus inhaltlichen Gründen unmittelbar selbst gegen Formate einer von ihr zuvor genehmigten Fernsehsendung vorzugehen und zum Beispiel eine Programmänderung zu verlangen. Der BLM-Medienrat hatte die Heftigkeit von Gewaltszenen der betreffenden Sendungen beanstandet: Kampfsportformate, darunter „The Ultimate Fighter“, widersprächen dem Leitbild des öffentlich verantworteten Rundfunks. Dabei berief sich die BLM auf die bayerische Landesverfassung.

Bereits 2010 hatte die BLM den Sender Sport1 aufgefordert, einzelne lizenzierte Formate der UFC-Wettkämpfe aufgrund des hohen Gewaltpotentials aus dem Programm zu nehmen.

Der Sender aktzeptierte dies. Dagegen ging eine Tochtergesellschaft des in den USA ansässigen, auf Mixed Martial Arts spezialisierten Unternehmens Zuffa, gerichtlich gegen das Verbot vor. Das Verwaltungsgericht München hatte der Klage der Zuffa, die die Wettkämpfe veranstaltet, medial aufbereitet und vermarktet, in erster Instanz stattgegeben. Die BLM legte dagegen Berufung ein.

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1 Kommentar zu "Verwaltungsgerichtshof: Kampfsport-Verbot im TV ist rechtswidrig"

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  • Man muss den IQ der Leute irgendwie in Schach halten.

    Wenn sie im Fernsehen nicht mehr Prügel sehen oder sich objektive Sendungen anschauen, so laufen wir Gefahr, dass die Leute eventuell die aktuelle politische Kaste hinterfragen. Es wäre noch schlimmer, wenn die Bürger gar kein TV mehr schauen. So könnten sie sich z.B. mit Familie und Freunden über den Sinn des Lebens unterhalten anstatt Big Brother oder Dschungelcamp aufgeregt zu verfolgen.

    So etwas kann doch nicht sein. Wo leben wir denn?

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