Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Wo der Glaube die Methoden prägt Mit Gottes Hilfe durch die Regenschlacht

Der Superbowl-Sieger Indianapolis Colts demonstriert eindrucksvoll, wie weit die Religion in den amerikanischen Alltag gedrungen ist.
Indianapolis-Colts-Coach Tony Dungy (re.) und sein Quarterback Peyton Manning freuen sich gemeinsam über den Sieg. Foto: ap Quelle: ap

Indianapolis-Colts-Coach Tony Dungy (re.) und sein Quarterback Peyton Manning freuen sich gemeinsam über den Sieg. Foto: ap

(Foto: ap)

MIAMI. Ganz still ist es in der Kabine der Verlierer. Das darf erwartet werden nach einem Spiel, das gut anfing und dann ohne Chance abgegeben wurde. Doch 80 Meter weiter, unten in den Katakomben des Dolphins Stadium zu Miami, ist es auch in den Räumen des Siegers ruhig. Kein Sektgespritze, keine Rumschreierei, die Spieler der Indianapolis Colts knien mitten zwischen den Journalisten nieder und beten.

Dabei würde ihnen jeder alles verzeihen in diesem Moment. Gerade haben sie in einer Regenschlacht den Superbowl gewonnen, das Endspiel der American-Football-Liga NFL. 29:17 haben sie die Chicago Bears geschlagen. Es ist für die Colts der ersten Titel seit 35 Jahren und der erste, seit das Team in den 80ern von Baltimore nach Indianapolis gezogen ist.

Die Colts aber feiern anders. Es ist ein denkwürdiges Auftreten in einer Sportart, die so oft einer Mischung aus Gladiatoren- und Hahnenkampf gleich kommt, in der große Egos und Macho-Auftreten Alltag sind. Und es ist eine Demonstration, wie stark Religion wieder im Alltagsleben der Vereinigten Staaten verankert ist.

Keine fünf Minuten vergingen in den Tagen von Miami, ohne dass Cheftrainer Tony Dungy, Mitglied der Wiedergeborenen Christen, nicht Gott erwähnt hätte. Er hält seine Leute zu Gebeten an, der Zeitplan der Kirchenbesuche der Spielerfrauen war durchaus ein Thema im Vorfeld des Superbowl.

Sein Glaube ist es auch, der seine Methoden prägt. Während Berufskollegen wild brüllend von der Seitenlinie ihre Leute nach vorn peitschen, hält Dungy nichts vom Erheben der Stimme: „Ich sage meinen Spielern, was sie tun sollen und sie tun es. Man muss nicht schreien.“

Eine Reihe von Todesfällen und Erkrankungen sorgte in den vergangenen Monaten dafür, dass das Team weiterzusammenwuchs, erklärte er nach dem Spiel: „Die Liebe zueinander macht diese Mannschaft aus.“

Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen