2:2 gegen Kamerun Jogis Elf ist noch nicht bereit

„Bereit wie nie“ wollen die deutschen Nationalspieler für die WM in Brasilien sein. Dafür wird es langsam höchste Zeit. Beim durchwachsenen 2:2-Testspiel gegen Kamerun war von weltmeisterlicher Form noch wenig zu sehen.
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Reus ragt heraus in einem mittelmäßigen Team
Deutschland - Kamerun
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Es war der letzte ernsthafte Test vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Gegen Kamerun reichte es in Mönchengladbach nur zu einem 2:2-Unentschieden. Nicht jeder Nationalspieler konnte sich bei seinem Trainer Joachim Löw empfehlen. Unsere Einzelkritik.

Hier geht's zum Spielbericht.

Germany's goalkeeper Roman Weidenfeller reacts after their international friendly soccer match against Cameroon in Moenchengladbach
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Roman Weidenfeller

Der Keeper des BVB weiß, dass er als Nummer zwei zur Weltmeisterschaft nach Brasilien reisen wird. Doch der Test gegen Kamerun zeigte: Sollte Stammkraft Manuel Neuer tatsächlich ausfallen, ist auf Weidenfeller Verlass. Herausragend seine Abwehr in der 38. Spielminute gegen den Schuss von Benjamin Moukandjo. An den beiden Gegentoren war der Mann mit der Rückennummer 22 schuldlos, leichte Unsicherheiten offenbarte er nur bei Rückpässen seiner Mitspieler.

Note: 2

Deutschland - Kamerun
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Erik Durm

Eine solide Vorstellung gab der Linksverteidiger bei seinem ersten ernsten Auftritt in der deutschen Nationalmannschaft ab. Der Dortmunder konzentrierte sich darauf, seine Seite zu verteidigen und so seinem Vereinskollegen Marco Reus den Rücken freizuhalten. Mit einer Ausnahme – als er im Sprintduell mit Benjamin Moukandjo unterlag und Glück hatte, dass dieser nicht zur Führung traf – gelang ihm das gut. Offensivaktionen hatten allerdings Seltenheitswert. Der große Mangel an Alternativen auf der Linksverteidigerposition könnte Durm dennoch zu einem Platz im Flieger nach Brasilien verhelfen.
Note: 3+

huGO-BildID: 37285916 Germany's Mats Hummels, right, and Cameroon's Samuel Eto'o challenge for the ball during a soccer friendly match
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Mats Hummels

Er war der schwächere der beiden deutschen Innenverteidiger. In der Anfangsphase noch wenig gefordert, hatte Hummels wie die gesamte Vierabwehrkette Probleme mit den Kamerunern Offensivkräften, die immer wieder in neuer Formation angriffen. Stets in vorderster Front blieb nur Samuel Eto’o. Beim 0:1 konnte Hummels den Stürmer-Star nicht am erfolgreichen Abschluss hindern.

Note: 4

Deutschland - Kamerun
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Per Mertesacker

Der Spieler des FC Arsenal bildete zusammen mit Hummels die Innenverteidigung. Bei schnellem Passspiel des Gegners wirkt er mitunter hüftsteif, konnte das gegen Kamerun allerdings mit seinem Stellungsspiel ausgleichen. So blockt er Stürmer Eto’o lieber beim Torschuss, als sich auf waghalsige Tacklings einzulassen. Pech hatte der Verteidiger in der 4. Spielminute, als er nach einer Flanke von Marco Reus den Ball knapp über das Tor köpfte.

Note: 3

Germany's Mueller celebrates his goal during their international friendly soccer match against Cameroon in Moenchengladbach
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Jérôme Boateng

Ist und bleibt mehr Arbeiter als Techniker – weshalb Boateng auf der Außenverteidigerposition auch stets nur die Notlösung sein sollte. Defensiv konnte er weitgehend überzeugend, abgesehen von Unkonzentriertheiten wie jener in der 40. Spielminute als er unnötig zur Ecke klärt. Außerdem blieb er beim 2:2-Ausgleich zu passiv. Seine Bälle nach vorne sind häufig lang geschlagene, Ballverluste die logische Konsequenz. Als Boateng in der zweiten Spielhälfte doch mal den Weg an die gegnerische Grundlinie wagt, wird er prompt belohnt: Mit der Vorlage zum 1:1.

Note: 4+

Deutschland - Kamerun
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Sami Khedira

Nach seinem Kreuzbandriss fehlt Khedira verständlicherweise noch die Wettkampfhärte. Die holt er sich allerdings nach und nach – auch wenn er gegen Kamerun manchen Zweikampf verloren gab. Während die Defensivleistung und die Körpersprache in Ordnung waren, fehlten noch die Automatismen im Spiel nach vorne. Trotzdem hätte Khedira bei einer Hereingabe in der ersten Spielhälfte fast sogar ein Tor erzielt – doch er verpasste den Ball am langen Pfosten knapp.

Note: 3-

MönchengladbachDer Wunsch von Thomas de Maiziére bleibt ungehört. Die Fußball-Nationalspieler sollten bei der deutschen Hymne mehr Gesangseifer an den Tag legen, forderte der Sportminister vor dem Testspiel gegen Kamerun. Dass viele Spieler nicht mitsingen, störe ihn schon ein bisschen.

Doch auch vor dem Spiel am Sonntagabend in Mönchengladbach bleiben die Münder der meisten Akteure geschlossen. Allerdings ignorierten die Nationalspieler nicht nur den Wunsch des Ministers, sondern auch die Ansagen ihres Trainers. Denn gute 90 Minuten später reichte es gegen Kamerun nur zu einem 2:2 (0:0)-Unentschieden.

Bereit wie nie – unter diesem Motto steht das Abenteuer WM 2014. Eigentlich sollte zwei Wochen vor dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal die Zeit der Experimente vorbei sein. Doch genau dieses Experimentieren ist im letzten wirklichen Härtetest vor dem Abflug noch notwendig. So sind die angeschlagenen Stammspieler Manuel Neuer und Philipp Lahm nicht einmal mit ins Rheinland gereist, sondern direkt zum Doc nach München.

Auf Kevin Großkreutz, der zuletzt vor allem durch unappetitliche Aussetzer abseits des Rasens auf sich aufmerksam machte, verzichtete das Trainerteam freiwillig, genauso auf Miroslav Klose. Statt den Routiniers sollten sich die spielstarken Marco Reus, Mesut Özil und Mario Götze – unterstützt von Thomas Müller – um die Offensive kümmern.

Was in den Anfangsminuten auch gut gelingt: Schnelle Kombinationen führen zu frühen Chancen. Die besten haben Per Mertesacker mit einem Kopfball nach einer Flanke von Marco Reus aus dem Halbfeld und Mario Götze, der nach einem feinen Zuspiel von Thomas Müller mit einem strammen Schuss nur den Pfosten trifft.

Kamerun fällt zunächst durch zweierlei auf: Torhüter Charles Itandje, der in einem schweinchenrosa Sportdress zwischen den Pfosten steht, und seine Fans, die jede Balleroberung wie den Gewinn des Weltmeisterpokals bejubeln. Auf drei Tribünenecken beeindrucken sie die deutschen Zuschauer im nicht ausverkauften Borussiapark durch ihre unermüdlichen Anfeuerungsversuche.

 

Zwei bekannte Namen aus der Bundesliga
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1 Kommentar zu "2:2 gegen Kamerun: Jogis Elf ist noch nicht bereit"

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  • Die deutschen Fußballer sind einfach nur übersättigt. Da fehlt der Drive.

    Die ganzen "wiisenschaftlichen" und tehcnischen Maßnahmen sind eine Lachnummer. Die Jungs müssen einfach mal auf Entbehrung gesetzt werden.

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