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WM-Proteste in Brasilien Der Fußball wirkt wie Opium fürs Volk

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Die Proteste haben wenig erreicht
Rios Befriedungskommandos
Enblem von BOPE, Elöiteeinheit der Militärpolizei
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 Das Emblem von BOPE, einer Eliteeinheit der Militärpolizei in Rio, die sich auf den urbanen Kampf mit Drogenhändlern spezialisiert hat und als eine der best ausgebildeten Spezialeinheiten der Welt gilt.  400 Polizisten verrichten derzeit ihren Dienst bei BOPE. Ihre Praktiken und Waffen werden häufig von Menschenrechtsaktivisten kritisiert, unter anderem von Amnesty International.

(Foto: Verena Brähler)
Complexo do Alemao, Rio de Janiero
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Der Complexo do Alemão ist eine Agglomeration von 13 verschiedenen Armenvierteln, den sogenannten Favelas, in Rio de Janeiro. Das Gebiet wurde im November 2010 von Polizei und Militär gestürmt und ist seit April 2012 dauerhaft von der UPP Friedenspolizei besetzt, um die Herrschaft der Drogenhändler zu brechen.

(Foto: Verena Brähler)
Favela Vila da Penha, Rio de Janiero
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Unterwegs in der Favela Vila da Penha in Rio. Die Infrastruktur der Favelas ist mangelhaft. Dienste wie die Müllabfuhr funktionieren nur sporadisch. Vor der Befriedung traute sich die städtische Müllfirma gar nicht in die Favelas.

(Foto: Verena Brähler)
Favela Vila da Penha, Rio de Janiero
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Arm und reich liegen oft ganz nah beieinander. Im Vordergrund die Sociedade Germania, das Anwesen der Deutschen Gemeinschaft, im Hintergrund die Favela Parque da Cidade.  

(Foto: Verena Brähler)
UPP Friedenspolizei, Rio de Janiero, Einschusslöcher am Gebäude
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Quartier der UPP Friedenspolizei in der Favela Santa Marta. Sie sollen an kriminelle Gruppierungen verloren gegangene Territorien zurückerobern und für Recht und Ordnung sorgen. Die Einschusslöcher am Fuße des Gebäudes zeigen: Willkommen sind sie längst nicht immer.

(Foto: Verena Brähler)
UPP Friedenspolizei, Rio de Janiero
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Mitglieder der UPP Friedenspolizei. 5.600 Polizisten sind derzeit fest in den Favelas stationiert. Bis zur WM 2014 sollen es 12.500 sein.

(Foto: Verena Brähler)
Olympische Fallge Rio de Janiero
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Die Olympische Flagge wird in Anwesenheit der UPP Friedenspolizei und des Governeurs von Rio, Sérgio Cabral, im geschichtsträchtigen Complexo do Alemão gehisst.

(Foto: Renato Moura)

„Viele der Leute, die sich vergangenes Jahr spontan den Protesten angeschlossen haben, sind nun eingeschüchtert und bleiben den Protestmärschen aus Angst vor einer Eskalation der Gewalt fern“, sagt Christina Stolte, Wissenschaftlerin am German Institute of Global an Area Studies (Giga).

Dabei gibt es auf die Fragen, die die Proteste von Juni 2013 aufgeworfen haben, weiterhin keine Antwort. „Konkret haben die Proteste wenig erreicht“, sagt Stolte. Die Mehrheit der Initiativen von Präsidentin Dilma Roussef, angestoßen als Reaktion auf die Demonstrationen, sei mittlerweile eingeschlafen.

Dennoch wirken die Juni-Proteste nach. „Sie sind eine kollektive Erfahrung, die der jungen Generation nicht mehr zu nehmen ist, und ein fester Teil des politischen Diskurses“, sagt Bartelt von der Böll-Stiftung.

„Die weitreichendste Folge der Protestbewegung besteht sicherlich in dem wachsenden politischen Bewusstsein der jungen Mittel- und Oberschicht, die sich traditionell durch politische Apathie und Konsumorientierung auszeichnete“, sagt Expertin Stolte.

„Die nachdrückliche Forderung an die Politik, ihrer Aufgabe nachzukommen und sich für eine Behebung der Mängel bei den öffentlichen Dienstleistungen einzusetzen anstatt ihre Macht und Position zur Selbstbereicherung zu nutzen, ist – so unglaublich das für uns erscheinen mag – ein ganz neues Phänomen in Brasilien.“ Viele Brasilianer hätten durch die Proteste von 2013 ihre demokratischen Grundrechte wiederentdeckt.

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