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WM-Proteste in Brasilien Der Fußball wirkt wie Opium fürs Volk

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Jeder streikt für sich
Eindrücke aus dem Armenviertel Brasiliens
Favela Mare
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Bis an die Zähnen bewaffnet, misstrauische Blicke und willkürliche Kontrollen: Die brasilianische Militärpolizei zeigt während der WM große Präsenz.

(Foto: dpa)
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Walther erzählt WM-Reporter Stefan Kaufmann über das Leben in seiner Gemeinde.

(Foto: Stefan Kaufmann)
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In Tavares, einer kleinen Favela in Rios Stadtteil Catete, ist es während der WM ruhig geblieben.

(Foto: Stefan Kaufmann)
huGO-BildID: 37522481 Boys play football as the Netherlands and Spain play FIFA World Cup 2014 football match, at the Rocinha shantytown in Rio de Ja
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Vor der mächtigen Kulisse der Favela Rocinha in Rio de Janeiro versuchen sich zwei Brasilianer selbst am Ball.

(Foto: AFP)
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Die Favelas sind nach einer brasilianischen Kletterpflanze benannt – die Armenviertel sind an steilen Hügeln errichtet.

(Foto: Stefan Kaufmann)
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Eindrücke aus Tavares

Allerdings hatte die Protestbewegung keine Führungspersönlichkeit und keine Struktur, organisierte sich in Sozialen Medien, und wandte sich nicht gegen die Regierung im Besonderen oder einzelne Parteien, sondern gegen das gesamte politische System.

Daher kam eine Institutionalisierung der Bewegung zwangsläufig nicht infrage. „Der Protest musste wieder zurückgehen in die alten Formen und Größenordnungen“, sagt Bartelt. „Der Versuch, eine größere Bewegung zu sein, ist gescheitert. Und der übergeordnete Kontext ließ sich zur WM nicht mehr herstellen.“

Jetzt streiken Lehrer, Taxifahrer, Müllabfuhr, Frauenbewegungen jeder wieder für sich. „Am Anfang stand die Bewegung Passe Livre, dann eine diffuse Masse, die ihr allgemeines Unbehagen mit der Demokratie und den ausbleibenden Reformen zum Ausdruck brachte“, sagt Claudia Zilla, Südamerika-Expertin der Stiftung Politik und Wissenschaft (SPW).

„Und gegen Ende stehen klar identifizierbare Interessengruppen mit konkreten Forderungen, wie etwas das Bodenpersonal an den Flughäfen oder die U-Bahn-Fahrer.“ Neben dieser Aufsplitterung gibt es noch weitere Gründe, warum die großen Proteste derzeit ausbleiben.

„Zum einen ist die brasilianische eine konsensorientierte Gesellschaft, die Konfliktbereitschaft und die Konflikttoleranz sind geringer ausgeprägt als etwa in Argentinien“, sagt Zilla. Außerdem schauen die Brasilianer einfach gerne Fußball und erfreuen sich seit WM-Beginn an den Spielen. Sport als Opium fürs Volk.

Ein dritter Punkt: Viele haben mittlerweile Angst, an Demonstrationen teilzunehmen. Das rigorose Vorgehen einer gewaltbereiten Polizei hat abgeschreckt – erst recht, seit sich regelmäßig der ebenfalls gewaltbereite Schwarze Block unter die Demonstranten mischt und es häufig zu Krawallen kommt.

Die Proteste haben wenig erreicht
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