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Auftaktniederlage gegen Mexiko „Wie gegen Saudi-Arabien, nur mit besserem Gegner“ – die deutsche Elf in der Einzelkritik

Die Leistung der deutschen Nationalmannschaft bei der 0:1 Auftaktaktniederlage gegen Mexiko gibt viele Rätsel auf. Die Einzelkritik.
2 Kommentare

Frust auf der Fanmeile – Deutschland verpatzt Spiel gegen Mexiko

Mats Hummels brachte es auf den Punkt: „Wir haben wie gegen Saudi-Arabien gespielt, nur diesmal gegen einen besseren Gegner.“ Tatsächlich hatte der Auftritt der Nationalelf mehr als nur einen Hauch von Testspielcharakter – nach vorne zahnlos, im Mittelfeld lückenhaft und in der Verteidigung unsortiert. Das Ergebnis ist die erste deutsche Auftaktniederlage bei einer Fußballweltmeisterschaft seit 1982 – damals ging es allerdings gegen Argentinien. Die Spieler in der Einzelkritik.

Manuel Neuer: 2-

Die „1“ ist die Lieblingsnummer von Deutschlands Nummer eins im Tor. Ob die Zahl „5“ bei einem möglichen fünften Weltmeister-Titel – höhö – diese wichtige Kategorie streitig machen könnte, wollte ein Radioreporter vor dem WM-Auftakt wissen. Damit wird es aber wohl nichts, Deutschland verlor 0:1 gegen Mexiko. Am Gegentor durch Lozano war Neuer schuldlos. Gab einen soliden Libero mit Fuß und Köpfchen. Verdingte sich in der Nachspielzeit sogar noch als Stürmer. Erfolglos, wie wir wissen.

Joshua Kimmich: 4+

In der ersten Halbzeit wagte er einmal einen vielversprechenden Vorstoß, ansonsten mehr als Verteidiger gefordert. Das Gegentor fiel über seine Seite, als er nicht mehr rechtzeitig zurückeilen konnte. Sein Fallrückzieher in der 65. Minute hatte in zweierlei Hinsicht nichts mit Cristiano oder Bale zu tun. Erstens, wegen der Ausführung. Zweitens, landete der Ball auf dem, nicht im Tor. Dass es lange die beste Chance der zweiten Halbzeit blieb, sagte manches über die offensive Harmlosigkeit der Löw-Elf.

Jerome Boateng: 4+

Mexiko hätte früher führen können, das verhinderte Boateng in der ersten Minute mit einem Tackling. Schlechte Abstimmung innerhalb der Abwehr, aber vor allem mit den anderen Mannschaftsteilen. Das nutzte Mexiko aus, das immer wieder gefährlich im gegnerischen Strafraum auftauchte. Viele Ballkontakte, eine verhältnismäßig ordentliche Zweikampfquote (70 Prozent).

Mats Hummels: 4

Klagte nach dem Spiel, er und Boateng seien hinten alleine gelassen worden – noch krasser als in den Testspielen. Kurz vor Schluss machte er sich seinem Ärger bereits Luft. Hummels zeigte aber auch selbst ein schwaches Spiel: Gewann nur 36 Prozent seiner Zweikämpfe, bekam eine gelbe Karte (!).

Marvin Plattenhardt: 3-

Jonas Hector hatte sich kurzfristig wegen eines grippalen Infekts abgemeldet. Der Name seines Ersatzmannes von Hertha BSC sagt Ihnen nichts? Den anderen neun deutschen Feldspielern scheinbar auch nicht. Kaum Ballkontakte, weil selten einbezogen. Wurde in der 79. Minute erlöst, Gomez kam.

Mario Gomez (ab 79.): Ohne Wertung

Kam als die berühmte Brechstange für die letzten zehn Minuten plus Nachspielzeit. Hätte in der 87. wenn schon nicht zum Matchwinner, so wenigstens doch zum Punktretter werden können – sein Kopfball ging allerdings weit am mexikanischen Kasten vorbei. Mehr war nicht.

Sami Khedira: 4-

Im Aufbau gefordert, weil Mexiko Toni Kroos‘ Wirkungskreis stark einschränkte. Gewann aber nur 20 Prozent seiner Zweikämpfe – und das auf seiner Position. Produzierte elf Fehlpässe, krasse Zahlen. Nach einer Stunde ausgewechselt.

Marco Reus (ab 60.): 3+

Aktiv, willig, am Spielstand zu drehen. Kam ein, zwei Mal schön auf rechts durch und machte das Spiel ansprechender. Torgefahr, die diesen Namen verdient, ging auch von ihm nicht aus.

Toni Kroos: 3-

Setzte in der 38. Minute einen Freistoß an die Latte, der wohl perfekt gezirkelt war, den Mexikos Torhüter Ochoa aber noch entscheidend ablenkte. Probierte es immer wieder aus der Distanz, wenig zwingend. Nach seinem Torschuss 15 Minuten vor Schluss fand der Reporter, Deutschland komme seinem Ziel immer näher – eher ein Wunschtraum.

Thomas Müller: 4

Die Fifa-Seite beschreibt sein außergewöhnliches Talent dafür, in ungewöhnlichen Räumen aufzutauchen. Der Raumdeuter tauchte diesmal praktisch nirgendwo auf. Wenn er, wie in der 77. Minute, mal einen Mitspieler im Strafraum bediente, ging es dort nicht weiter. Total abgemeldet. 13 Fehlpässe.

Mesut Özil: 4

Seine ausgeprägte Zweikampfschwäche (14 Prozent gewonnene Duelle) war keine Überraschung. Seine Pässe kamen an, aber was bringt’s, wenn die keinen Druck aufs Tor verursachen? Er und Müller unterstützten Khedira und Kroos in der Zentrale zu wenig.

Julian Draxler: 3-

Der Abnehmer der beschriebenen Szene in der 77. Minute. Blieb aber an der mexikanischen Verteidigung hängen. Der PSG-Mittelfeldmann schoss ab und zu immerhin in Richtung Ochoa. Einer der „Besseren“ in einer uninspirierten DFB-Offensivabteilung. Am Ende schwieriger Stand gegen das mexikanische Bollwerk.

Timo Werner: 4+

Hatte die erste Chance in der dritten Minute der Partie. Ein echter 9er, einer, der nicht lange fackelt, wenn die Schussbahn frei ist. In der 20. Minute wäre es besser gewesen, vor dem Tor quer zu legen. Eigensinnig versuchte er es selbst. Der Spieler, mit den wenigsten Ballkontakten im Team. Verließ den Platz in der 86. Minute. Ein möglicher Wechselkandidat für das zweite Match am Samstag gegen Schweden.

Julian Brandt (ab 86.): Ohne Wertung

Kam nur auf rund fünf Minuten Spielzeit, deswegen kaum zu bewerten. Trotzdem erwähnenswert, weil er in diesen wenigen Minuten die beiden besten Torchancen für Deutschland hatte. Mehr davon, gerne schon am Samstag.

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2 Kommentare zu "Auftaktniederlage gegen Mexiko: „Wie gegen Saudi-Arabien, nur mit besserem Gegner“ – die deutsche Elf in der Einzelkritik"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • eine 2- für Neuer, na ja. Es gibt Torhüter bei der WM, die Halten das Ding, ging ja direkt in die Torwartecke und war weder plaziert noch sehr scharf geschossen. Aber nach einem Jahr Pause fehlt halt die Routine, will aber keiner wahr haben.
    Die Abwehr gewohnt langsam, besonders Boateng (kein Wunder will Bayern den verkaufen) und Hummel, Kimmich aggierte ganz vorne und kam dann nicht mehr zurück. Fehlpässe en Masse, Spielaufbau Fehlanzeige. Özil, Müller haben die überhaupt mitgespielt? Einsatz bei allen gleich Null und Lauffaul.
    Khedira war der Fehlpassweltmeister, aber nicht nur er.
    Also noch zwei Spiele dann ist eh ruh.

  • Am moisten regen mich die öffentlich-rechtlichen Kommentatoren bei der WM auf.

    Keine Ahnung von den Fußballregeln
    Dummes Geschwätz voller Vorurteile über die einzelnen Länder
    Beschreibung von Szenen, als ob sie gerade ein Spiel im Paralleluniversum schauen würden.