Bundestrainer Löw mit Stürmer Mario Gomez

Verliert Deutschland am Samstag gegen Schweden, stehen die Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale sehr schlecht.

(Foto: dpa)

DFB-Elf unter Zugzwang So klappt’s für Deutschland mit dem WM-Achtelfinale – und so nicht

Fußball-Deutschland fürchtet das Vorrundenaus. Das droht bereits am zweiten Spieltag im Spiel gegen Schweden. Die Szenarien.
3 Kommentare

DüsseldorfEin Unentschieden zwischen Schweden und Südkorea im zweiten Spiel der WM-Gruppe F hätte Deutschland am meisten geholfen. Doch der 1:0-Erfolg der Skandinavier setzt den Weltmeister unter Erfolgszwang. Bei einer Niederlage kann die DFB-Auswahl nämlich schon am zweiten Spieltag ausscheiden. Es wäre das erste Vorrundenaus für eine deutsche Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft. Die Szenarien für den zweiten Spieltag. (Zum Handelsblatt-Tippspiel geht es übrigens hier entlang)

Deutschland verliert gegen Schweden, Mexiko gewinnt gegen Südkorea

Dieses Ergebnis, egal in welcher Höhe, bedeutete das vorzeitige Aus. Deutschlands Spiel gegen Südkorea am letzten Spieltag wäre das um die sprichwörtlich goldene Ananas. Mexiko und Schweden wären beide mit sechs Punkten fürs Achtelfinale qualifiziert und spielten unter sich den Gruppensieg aus. Deutschland und Südkorea wären mit null Punkten abgeschlagen.

Deutschland verliert gegen Schweden, Mexiko und Südkorea spielen Unentschieden

Auch in diesem Fall wäre die Russland-Reise der DFB-Auswahl schon vorbei. Schweden hätte sechs Punkte, Mexiko vier, Südkorea einen. Deutschland hätte mit null Punkten keine Chance mehr, die beiden Ersten einzuholen. Einzig Südkorea könnte dann noch Mexiko von Rang zwei verdrängen.

Deutschland verliert gegen Schweden, Südkorea gewinnt gegen Mexiko

In diesem Fall wäre noch nicht Feierabend für den DFB. Schweden wäre zwar für Deutschland nicht mehr einzuholen, dafür aber sowohl Mexiko als auch Südkorea – die aber beide drei Punkte Vorsprung hätten. Gewinnt die Mannschaft am dritten Spieltag gegen Korea, während Mexiko gegen Schweden verliert, käme es auf das Torverhältnis an. Auf Remis könnte einzig Schweden spielen.

Deutschland und Schweden spielen Unentschieden, Mexiko gewinnt gegen Südkorea

In dem Fall hätte „Die Mannschaft“ noch eine Chance, wäre aber auf Schützenhilfe angewiesen: Mexiko (sechs Punkte) müsste am dritten Spieltag die Schweden (vier Punkte) zwingend schlagen. Und Deutschland (ein Punkt) dann gegen Südkorea gewinnen – und für die bessere Tordifferenz sorgen. Der Gruppensieg wäre definitiv außer Reichweite.

Deutschland und Schweden spielen Unentschieden, Mexiko und Südkorea auch

In dem Fall hätten Mexiko und Schweden auf den ersten beiden Plätzen jeweils vier Punkte. Am dritten Spieltag hätten damit alle Teams noch die Chance aufs Achtelfinale. Aber: Sowohl Deutschland als auch Korea müssten die dritte Partie gewinnen – gegeneinander. Spielen Mexiko und Schweden zum Abschluss Remis, wären diese beiden Teams mit je fünf Punkten weiter.

Deutschland und Schweden spielen Unentschieden, Südkorea gewinnt gegen Mexiko

In dieser Konstellation hielte die DFB-Elf noch alle Trümpfe in der Hand. Aber: am dritten Spieltag müsste ein hoher Sieg gegen Südkorea her. Dann würde auch ein Unentschieden zwischen Mexiko und Schweden parallel nicht genügen, um Mexiko ins Achtelfinale zu bringen. Deutschland könnte aber nur Gruppenzweiter werden.

Deutschland gewinnt gegen Schweden, Mexiko gewinnt gegen Südkorea

Damit hätte die DFB-Elf es völlig selbst in der Hand. Mit einem abschließenden Sieg gegen Südkorea wären die Deutschen sicher weiter. Aber selbst ein Unentschieden oder eine Niederlage am letzten Spieltag könnten noch fürs Achtelfinale reichen – solange Schweden nicht gegen Mexiko gewinnt. Und die Tordifferenz stimmt.

Deutschland gewinnt gegen Schweden, Mexiko und Südkorea spielen Unentschieden

Die zweitbeste Konstellation für die DFB-Auswahl. Deutschland würde, bei einem Sieg mit wenigstens zwei Toren Unterschied, an Schweden vorbeiziehen und auf einen Punkt an Mexiko heranrücken. Südkorea wäre Letzter, aber noch nicht ausgeschieden. Entscheidend wäre der dritte Spieltag: Gewännen Deutschland und Schweden, würde der Gruppensieger am Torverhältnis festgemacht. Gewinnen Mexiko und Südkorea, wären die Teams als Erster und Zweiter in der KO-Runde. Auch ein Unentschieden würde sehr wahrscheinlich für das Achtelfinale reichen.

Deutschland gewinnt gegen Schweden, Südkorea gewinnt gegen Mexiko

Die einzige Möglichkeit, wie Deutschland nach dem zweiten Spieltag Gruppenerster sein könnte. Gewinnt die DFB-Elf mit mehr Toren Unterschied als Südkorea (also: wenigstens zwei), winkt Platz eins. Alle Teams könnten jedoch nach dem Spieltag absolut punkt- und torgleich sein. Dann entschieden die direkten Duelle zum Abschluss. Das könnte höchst spannend werden: Denn wären die Sieger sicher weiter, würde bei zwei Unentschieden erst die Tordifferenz, dann die Zahl der erzielten Tore und letztlich der direkte Vergleich zählen. Bringt das alles Nichts, würde die Fair-Play-Wertung bemüht. Letztes Mittel: das Los.

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3 Kommentare zu "DFB-Elf unter Zugzwang: So klappt’s für Deutschland mit dem WM-Achtelfinale – und so nicht"

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  • Mit Arroganz gewinnt man eben nicht...

    nach dem EM-aus gab der DFB-Präsident ein Interview, man sei zwar ausgeschieden, aber er habe mit den anderen Präsidenten gesprochen und alle hätten gesagt, dass von der ganzen Spielanlage Deutschland das beste Team sei....

    ... naja... nur hatte das beste Team halt keine Idee und kein Konzept wie man ein Tor macht. Und ohne Tor sind beim Fußball die Erfolgsmöglichkeiten halt begrenzt!!!

    Denken wir doch zurück: vor der letzten WM war Löw eigentlich schon fast ein gescheiterter Trainer, der mit einer goldenen Generation keinen Titel holen konnte. Dann hatte er lauter Zitat "grotesk falsche" Spielideen produziert. Zum Glück traten alle Verletzungen so auf, dass man diese wieder einstampfen konnte. Und am Ende haben 7 eingespielte Bayern-Spieler von Pep Guardiola das Ding runtergespielt.

    Wie sieht es heute aus. Keine vergleichbaren Führungsspieler, kein Bayern-Block. Löw diskutiert nicht mehr mit der Mannschaft, sondern schwebt über allem, Kritik am Konzept geht nicht mehr.... und das sieht man..... die Mannschaft hat eben kein Spielsystem. Darum sehen einzelne Spieler so schlecht aus, weil das drumrum nicht funktioniert....

    So wird das nichts!!!

  • ...die Millionengehälter laufen nach evt. Ausscheiden weiter. Niemand braucht um seinen
    Status bangen. Es gibt mehrere Mannschaften die des Weltmeisters würdig sind, wenn sie
    im Endspiel gewinnen.

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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