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Pressestimmen „Wie ein Pistolenschuss in den Hals“ – Schweden hadert mit deutschem WM-Sieg

Die schwedische Presse zeigt sich entsetzt vom späten Siegtreffer durch Toni Kroos. Aber auch deutsche Medien betrachten die DFB-Leistung kritisch.
Update: 24.06.2018 - 12:43 Uhr Kommentieren
Der Champions-League-Sieger erlöste Deutschland mit seinem Treffer in der Nachspielzeit. Quelle: dpa
Toni Kroos

Der Champions-League-Sieger erlöste Deutschland mit seinem Treffer in der Nachspielzeit.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIn einer Mischung aus Freude und Erleichterung sanken die deutschen Spieler zu Boden, Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff fielen sich um den Hals. Mit großer Hingabe und einem Last-Minute-Tor von Toni Kroos hat sich der Weltmeister ins WM-Rennen zurückgekämpft.

Der Champions-League-Sieger von Real Madrid mit einem Freistoß in der Nachspielzeit und Marco Reus verhinderten mit ihren Treffern beim 2:1 am Samstag in Sotschi gegen Schweden nicht nur den sofortigen WM-K.o., jetzt ist für Löw und sein Team auch wieder alles drin.

So sah die internationale Presse das Spiel:

„Expressen“, Schweden

Ein schwedischer WM-Traum liegt in dunkelblauen Scherben. Das war nicht, was Schweden verdient hat, nicht nach einer historisch guten Halbzeit, aber auch nicht das, was Deutschland verdient hat. Wir haben 45 Minuten lang gesehen, wie Andersson die Weltmeister und ihren Weltmeistertrainer ausmanövrierte. Der Treffer der Schweden hätte 82 Millionen Deutschen Albträume bereiten sollen.

„Aftonbladet“, Schweden

Kann man ein Länderspiel auf schlimmere Art verlieren? Im Vorhinein hätte man eine 1:2-Niederlage als ganz okayes Ergebnis betrachtet, aber hier und jetzt wirkt es wie das Ende des Weges. Wenn man am Ende eines Revolverduell-Spiels von einem Pistolenschuss in den Hals getroffen wird – wie steht man da wieder auf und macht weiter?

„Dagens Nyheter“, Schweden

Eine der brutalsten Niederlagen, die Schweden erlitten hat. Wo war der Videoassistent, als er am meisten gebraucht wurde? Gegen Südkorea hat das neue Video-Analyse-System Schweden gerettet und einen Elfmeter gegeben. Gegen Deutschland hat das VAR Schweden gehindert, einen frühen Elfmeter zu bekommen.

„Bild“, Deutschland

Was für ein Spiel! Was für ein Zittern! Was für ein Drama! Was für ein Ende! Dank Toni Kroos! Deutschland taumelt lange dem Aus entgegen. Aber dann kommt erst Reus. Und dann Kroos! Der streichelt mit dem letzten Schuss den Sieg ins Tor – in der fünften Minute der Nachspielzeit! Ein Traum-Freistoß aus spitzem Winkel versetzt uns in den Jubel-Rausch. Das muss doch jetzt auch der Mannschaft einen Schub für den Rest der WM geben! Denn was sie in Sotschi bietet, ist nur von der Einstellung her weltmeisterlich.

„Kicker“, Deutschland

Dass es ausgerechnet Toni Kroos war, der nervenstark und technisch brillant den Freistoß zum erlösenden 2:1 in den schwedischen Winkel zirkelte, steht sinnbildlich für das bisherige Erscheinungsbild der DFB-Auswahl bei diesem Turnier. Nach drei pomadigen, überheblichen und ziellos vorgetragenen Halbzeiten legte die deutsche Mannschaft erst in den zweiten 45 Minuten von Sotschi jene Tugenden an den Tag, die für ein erfolgreiches Auftreten absolute Grundlage sind: Einsatzbereitschaft, Entschlossenheit, Behauptungswille.

„Die Welt“, Deutschland

Bei einem Unentschieden gegen Schweden wäre ein Weiterkommen im Turnier kaum noch denkbar gewesen. Deutschland wäre als amtierender Weltmeister nach Hause gefahren. Hätte sich bis auf die Knochen blamiert. Nun aber, nach Kroos’ Geistesblitz, ist für die DFB-Elf wieder alles drin in Russland. Ein Sieg gegen Südkorea vorausgesetzt, könnte sie das Achtelfinale wieder aus eigener Kraft erreichen. Mit seinem Tor hat Kroos den Defibrilator an diese so lethargisch auftretende deutsche Elf gelegt. Deutschland war gegen Schweden schon klinisch tot. Jetzt strotzt es wieder vor Kraft.

„Rheinpfalz“, Deutschland

Die Gier ist noch da beim Weltmeister von 2014. Deutlich wurde beim Krimi von Sotschi gegen Schweden: Der Titelverteidiger hat gestern die ihm schon abgesprochene Gier gezeigt – der Sieg in Unterzahl in letzter Sekunde durch Toni Kroos' tollen Freistoß war ein Sieg des Willens und des Glaubens daran, die dringend benötigten drei Punkte doch noch irgendwie eintüten zu können. Ausgerechnet Kroos: Er machte seinen Fehler wett, den er vor dem 0:1 beging. Und wie sehenswert sein Siegtor war!

„Komsomolskaja Prawda“, Russland

Die Schweden konnten das verdiente Unentschieden nicht halten. In der letzten Minute bekam die deutsche Mannschaft einen Freistoß. Nach Zuspiel von Reus traf Kroos genau ins lange Eck, machte seinen Fehler aus der ersten Halbzeit wieder gut und brachte seiner Mannschaft einen unglaublich schweren Sieg praktisch mit dem Schlusspfiff.

„L'Équipe“, Frankreich

La Kroos Frayeur - [Wortspiel mit „la grosse frayeur“, der große Schrecken] Das war kein Freistoß, das war ein Messerstich. Ins Herz der Schweden und in die Seele der Deutschen. Deutschland hatte sein Wunder von Bern, es hat nunmehr sein Wunder von Sotschi.

„Marca“, Spanien

Kroos rettet den Weltmeister. Toni Kroos führt bei Real Madrid keine Freistöße aus, weil diese Cristiano Ronaldo vorbehalten sind. Aber es stellt sich heraus, dass er darin ein außergewöhnlicher Spezialist ist. Der deutsche Fußballspieler rettet den Weltmeister, der schon fast mit Bordkarten für den Rückflug nach Berlin dastand, mit einem Wunder in letzter Minute.

„El País“, Spanien

Deutschland, das alte Deutschland, das Team, das die meisten Triumphe einfährt, wenn es so aussieht, als liege es im Sterben, ist wieder auferstanden. In der letzten Sekunde der Nachspielzeit ist ihm dies gelungen, als das Herz bis zum Hals schlug. Ja, Deutschland kommt immer wieder zurück, egal ob es gut spielt oder schlecht spielt, es geht nie wirklich weg.“

„The Sun“, Großbritannien

Kroos' brillanter Freistoß in der 95. Minute brach die schwedischen Herzen und jeder war völlig perplex.

„Sonntagsblick“, Schweiz

Was für ein Spiel! Deutschland kommt wie die Feuerwehr, lässt aber in den ersten Minuten mehrere Hochkaräter liegen. .... Die zweite Hälfte ist dann aber gerade mal zwei Minuten alt, als Reus zum Ausgleich trifft. Und jetzt rollt der DFB-Express. Immer wieder kommen die Deutschen zu Chancen. Bis erst in der allerletzten Minute Toni Kroos unsere nördlichen Nachbarn erlöst.

„La Repubblica“, Italien

„Es war ein Epilog, der trauriger war als eine Sirene im Nebel des Hamburger Hafens. Das große Deutschland, Titelverteidiger, muss nach Hause. Aber die Deutschen, das weiß man, geben nie auf. Auch nicht mit einem Tor Rückstand. Auch nicht nur mit zehn Mann. Es gab alle Zutaten für eine fußballerische Götterdämmerung. Aber dann kam Kroos. Das wahre Deutschland haben wir immer noch nicht gesehen, aber das Team hat jetzt wieder Rückenwind.“

„La Stampa“, Italien

Deutscher Schüttelfrost: Deutschland kann nur auf einer Seite lachen. Einerseits hat Kroos die Situation wieder etwas rosiger gemacht. Aber auf der anderen Seite zeigt das deutsche Spiel bisher keine Anzeichen, abzuheben.

„Przeglad Sportowy“, Polen

„Das wird eines der unvergesslichsten Spiele dieser Weltmeisterschaft bleiben. Die Deutschen spielen gegen Schweden ums Sein oder Nichtsein und starten mit einem Rückstand. Doch eine alte Fußballerwahrheit bewahrheitet sich: Sie spielen das Spiel zu Ende.“

Mit Material von dpa.

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