Jubelnde Franzosen

1:0 für Frankreich! Die Spieler bejubeln ein Eigentor von Kroatiens Mandzukic.

(Foto: dpa)

Sieg im WM-Finale Frankreich ist Fußball-Weltmeister 2018

Der Favorit hat sich durchgesetzt: Frankreich siegt im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Kroatien mit 4:2.
Update: 15.07.2018 - 23:17 Uhr Kommentieren

MoskauFrankreich hat in einem furiosen Finale zum zweiten Mal die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. Im Endspiel gegen Kroatien setzten sich die Franzosen am Sonntag im ausverkauften Luschniki-Stadion in Moskau mit 4:2 (2:1) durch und holten damit nach 1998 erneut den Titel. Das Team von Trainer Didier Deschamps tritt als Champion die Nachfolge der deutschen Mannschaft an, die vor vier Jahren in Brasilien triumphiert hatte.

Frankreich ging vor 78.001 Zuschauern durch ein Eigentor von Mario Mandzukic, dem ersten in der Geschichte von WM-Finals, in der 18. Minute in Führung. Nach dem schnellen Ausgleich durch Ivan Perisic in der 28. Minute entschieden Antoine Griezmann mit einem Handelfmeter (38.), Paul Pogba (59.) und Kylian Mbappé (65.) die Partie zugunsten des Favoriten. Kroatiens zweites Tor durch Mandzukic (69.) brachte keine Wende mehr.

In Paris strömten nach dem Abpfiff Menschenmassen auf die Champs-Élysées und verwandelten den Prachtboulevard in eine riesige Feiermeile voller Frankreich-Fahnen. Zuvor hatten 90.000 Menschen das Spiel auf einem Public-Viewing-Gelände am Eiffelturm verfolgt.

In Kroatiens Hauptstadt Zagreb flossen indes viele Tränen bei den mitfiebernden Fans. Die größte Boulevardzeitung „24sata“ titelte: „Doch nur Silber, aber mit goldenem Glanz. Ihr seid für uns die Champions“. Beide Mannschaften sollen am Montag in den Hauptstädten ihrer Länder mit großen Empfängen geehrt werden.

Als bester WM-Spieler wurde Kroatiens Kapitän Luka Modric mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet. Den Goldenen Handschuh für den besten Torwart erhielt als Nachfolger von Manuel Neuer der Belgier Thibaut Courtois. Zum besten Jungprofi wurde der 19 Jahre alte Kylian Mbappé gekürt, 2014 hatte sich Frankreichs Paul Pogba diese Ehrung gesichert.

Mit dem Fairplay Award wurde Spanien ausgezeichnet. Den goldenen Schuh für den besten Torschützen gewann Englands Kapitän Harry Kane mit sechs Turniertreffern.

Das Finale war kurz von vier Flitzern gestört worden. Die russische Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot ließ kurz danach über die Sozialen Medien verlauten, die Frauen auf dem Spielfeld seien ihre Mitglieder gewesen. Dazu stellte sie eine Liste von Forderungen auf: Politische Gefangene sollten freigelassen werden, Festnahmen bei Kundgebungen sollten aufhören, das Land brauche mehr politischen Wettbewerb. Die Moskauer Polizei bestätigte die Festnahme von drei Frauen und einem Mann.

Jubelstürme nach 4:2-Sieg – Frankreich ist Weltmeister

Schon vor dem Endspiel hatte Russlands Präsident Wladimir Putin symbolisch die Geschäfte an den Ausrichter des nächsten Turniers 2022, den Emir von Katar, übergeben. Der Kremlchef überreichte Scheich Tamim am Samstag in Moskau symbolisch einen Fußball, wie er auch beim Finalspiel Frankreich gegen Kroatien zum Einsatz kommen sollte. Er sei überzeugt, dass Katar die WM genauso gut ausrichten werde wie Russland, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge und bot einen Erfahrungsaustausch an.

US-Präsident Donald Trump gratulierte Putin, den er am Montag zu einem Gipfel in Helsinki treffen will, zu „einer wirklich großartigen Weltmeisterschaft – eine der besten aller Zeiten“, wie er auf Twitter schrieb.

Putin will zudem die Visumspflicht für Fußballfans mit Fan-ID überraschend lockern. „Ich denke, wir machen es so: Für ausländische Fans, die eine Fan-ID haben, machen wir eine mehrfache visumsfreie Einreise nach Russland bis zum Ende des Jahres“, sagte der russische Präsident am Sonntag der Agentur Tass zufolge. Er ergänzte, er hoffe, dass viele diese Möglichkeit nutzen werden.

Normalerweise benötigt man für Reisen nach Russland immer ein Visum. Für die Fußball-WM hat Russland eine Sonderregel eingeführt. Für den Zugang zu den Stadien wurde die verpflichtende Fan-ID eingeführt. Diese ersetzte das Visum. Hunderttausende Fans sind für die WM zwischen Mitte Juni und Mitte Juli angereist. Sie feierten ausgelassen auf den Straßen der elf WM-Spielorte. Beobachter sprachen von einem bunten Karneval der Fans.

  • dpa
  • sid
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