WM 2018 Frankreich feiert ausgelassen den Titel

Derr Präsident rockt die Ehrentribüne, Hundertausende Franzosen feiern in der Heimat. Frankreich ist Weltmeister – und die Aussicht auf weitere Titel bestens.
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Jubelstürme nach 4:2-Sieg – Frankreich ist Weltmeister

MoskauFrankreich feiert den WM-Titel: Auf den Straßen, in den Bars, den Wohnzimmern. Dabei steigt einen der Erfolg zu Kopf – so kommt es bei den Jubelfeiern nach dem Sieg ihres Teams über Kroatien (4:2) ist es in mehreren französischen Städten zu Ausschreitungen.

Die Feiern von Hunderttausenden Fans wurden in der Nacht zu Montag vor allem in Paris, Lyon, Marseille und Ajaccio von Zwischenfällen überschattet, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. In der Hauptstadt wurde ein Mann nach einer Schlägerei schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Rund 30 junge Menschen plünderten zudem auf der Prachtstraße Champs-Élysées ein Geschäft, die Polizei vertrieb sie mit Tränengas.

Zu Zusammenstößen von rund 100 zumeist jugendlichen Fans mit der Polizei kam es auch in Lyon. In Marseille wurden bei Auseinandersetzungen zwei Polizisten verletzt. Zehn Menschen wurden festgenommen. In Ajaccio gerieten französische und kroatische Fans aneinander.

Da waren die Feierlichkeiten im Moskauer Luschniki-Stadion längst beendet. Dort hatte am Sonntagabend – neben dem Team – keiner so viel Spaß wie Emmanuel Macron. Der französische Staatspräsident jubelte in einem Snapchat-Video von Mittelfeldspieler Paul Pogba und lernte von Verteidiger Benjamin Mendy die Tanzfigur „Dab“. Nach dem 4:2-Sieg der französischen Nationalelf gegen Kroatien küsste er die Staatspräsidentin des Landes, Kolinda Grabar-Kitarovic, zum Trost auf beide Wangen.

Danach nahm sich Macron jeweils die Stirn der Topspieler Kylian Mbappé und Antoine Griezmann vor. Auch der WM-Pokal bekam einen feuchten Kuss aufgedrückt – besonders feucht vielleicht, da Macron nach einem Regeneinbruch ohnehin klatschnass war. Während der russische Präsident Wladimir Putin trocken unter einem Schirm stehen blieb, schien der Regen Macrons Laune nicht zu trüben. Später schrieb er via Twitter an die Équipe Tricolore: „DANKE.“

Und die Aussichten auf weitere Feiern sind gut. Denn die Truppe von Weltmeister-Trainer Didier Deschamps ist noch jung. In zwei oder vier Jahren erreiche sie erst ihre ganze Stärke, wiederholte Deschamps mehrfach während der WM in Russland. „Diese Mannschaft hat eine Zukunft für die nächste EM und die nächste WM“, pflichtete der ehemalige Trainer der Équipe tricolore, Raymond Domenech, bei.

Torjäger Antoine Griezmann, vielleicht das Gesicht dieser WM-Generation, ist 27 Jahre alt. Und damit einer der älteren im Team. Kylian Mbappé ist der jüngste. Er traf auch im Endspiel. Und sagte danach: „Weltmeister zu sein, ist schon eine Botschaft, aber ich will noch besser werden.“

Mbappé ist nicht mal 20 Jahre alt und wurde zum besten Jungprofi des Turniers gewählt. Dazu kommen Spieler wie Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart, 22 Jahre alt, Außenverteidiger-Kollege Lucas Hernandez 22 Jahre, die 24 und 25 Jahre alten Innenverteidiger Raphael Varane und Samuel Umtiti. Oder auch Pogba, auch erst 25 Jahre alt.

Die Liste könnte noch weitergeführt werden. Deschamps wagte den Schritt und nahm 14 Spieler mit, die nicht zum EM-Kader vor zwei Jahren gehörten. Sie seien in Russland auf Entdeckungsreise gegangen, betonte der Coach.

Bei ihrer Ankunft am frühen Montagabend auf den legendären Champs-Élysées dürfte der Mannschaft ein rauschender Empfang bevorstehen. Das dürfte auch helfen, zu realisieren, was das Team erreicht hat. „Im Moment wissen meine Spieler noch nicht, was es bedeutet, Weltmeister zu sein“, sagte Deschamps.

  • dpa
  • rtr
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