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WM 2018 Südkorea „gut vorbereitet“ auf Spiel gegen Deutschland

Der Last-Minute-Sieg gegen Schweden hat die Nationalelf beflügelt. Jetzt muss sie gegen Südkorea ran. Die WM-Historie spricht für das DFB-Team.
Update: 27.06.2018 - 10:38 Uhr Kommentieren

„Es wird langsam besser und wir werden gewinnen“

DüsseldorfDas Last-Minute-Tor von Toni Kroos sorgt auch noch Tage nach dem Spiel gegen Schweden für anhaltende Euphorie – in Deutschland und in der Mannschaft. Doch wenn die DFB-Elf an diesem Mittwoch (16 Uhr MESZ) in Kasan auf Südkorea trifft, dann ist neben einem Gruppensieg auch ein vorzeitiges Ausscheiden möglich.

In der deutschen WM-Geschichte wäre ein Aus in der Gruppenphase einmalig. Entsprechend hoch ist der Druck auf die DFB-Elf. Für Manager Bierhoff ist klar: „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, zu denken, Südkorea ist schon geschlagen.“ Ein Vorteil ist, dass das Team das Weiterkommen in der eigenen Hand hat. Dafür muss der amtierende Weltmeister die Südkoreaner mit mindestens zwei Toren Unterschied schlagen.

Gruppe F vor dem 3. Spieltag
RangMannschaftSpieleSUNTore+/-Pkt.
1Mexiko22003:126
2Deutschland21012:203
3Schweden21012:203
4Südkorea20021:3-20

Bundestrainer Joachim Löw will sich vor dem voraussichtlich hart umkämpften Spiel gegen Südkorea nicht auf Rechenspiele einlassen. „Ich bin keiner, der unterschiedliche Szenarien durchspielt“, sagte er zu den vielfältigen Konstellationen im Kampf um Platz eins und zwei in der Gruppe F. Manager Oliver Bierhoff verriet jedoch, dass der Fußball-Weltmeister am Nachmittag in Kasan auf alle Eventualitäten vorbereitet sei: „Wir haben eine Matrix erstellt mit allen möglichen Varianten, um im Spiel auch noch kurzfristig reagieren zu können.“

„Als Mannschaft zusammengerückt“

Das Freistoßtor von Kroos könnte nach der enttäuschenden Leistung im Auftaktspiel gegen Mexiko, für die das Team in der Heimat viel Kritik und Häme einstecken musste, die Wende eingeleitet haben. „Wir sind als Mannschaft einfach noch mal ein Stück zusammengerückt“, beschreibt Angreifer Timo Werner, der noch auf sein erstes WM-Tor wartet, die Situation. Auch Offensivkollege Marco Reus hofft darauf, dass der „ultrawichtige Sieg in letzter Sekunde“ einfach zu einer Initialzündung wird.

Die DFB-Auswahl dürfte auf einen hochmotivierten Gegner treffen, der nach den beiden Auftaktniederlagen auf Wiedergutmachung dringen wird – und seinerseits noch die Chance aufs Achtelfinale hat. Die Südkoreaner, bisher noch ohne Punkt in Gruppe F, müssten mit zwei Toren Vorsprung gegen Deutschland gewinnen, brauchen jedoch die Schützenhilfe der Mexikaner im Parallelspiel gegen Schweden.

Die Statistik spricht gegen die „Tigers of Asia“: Noch nie seit der Aufstockung der WM auf 32 Mannschaften 1998 kam ein Team nach zwei Niederlagen in der Vorrunde weiter.

Die Koreaner übten sich vor dem Spiel entsprechend in Zweckoptimismus. „Wir sind gut auf sie vorbereitet“, sagte Linksverteidiger Chul, der den verletzten Ex-Dortmunder Joo-Ho Park wie beim 1:2 gegen Mexiko vertreten muss. „Wir haben viele Spiele von Real Madrid oder Bayern München gesehen. Aber deshalb wissen wir auch, mit wem wir es zu tun bekommen. Wir müssen defensiv sehr diszipliniert spielen. Wenn ich zum Beispiel alleine gegen Joshua Kimmich verteidigen muss, dann wird es sehr, sehr schwierig.“

Auch Trainer Tae-Yong Shin bleibt realistisch. „Wir haben gute Spieler, aber vielleicht fehlt uns ein bisschen die Erfahrung“, sagte der Coach. Die komme nicht von einem Tag auf den anderen.

Siegeschance laut südkoreanischem Trainer bei einem Prozent

Die Chance auf einen Sieg gegen die deutsche Elf sieht er „bei einem Prozent“. „Aber ich denke, dass sich Chancen durchaus ergeben werden. So wie Mexiko Deutschland geschlagen hat, gibt es kein Gesetz, das besagt, dass wir das nicht auch schaffen können.“

Bei einer Weltmeisterschaft ist Deutschland gegen Südkorea bisher ungeschlagen. Allerdings ist die Bilanz nicht sehr aussagekräftig. Bisher trafen die beiden Teams nur viermal aufeinander. Dabei gab es zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage für die DFB-Auswahl.

In guter Erinnerung dürfte den meisten Fans der Halbfinalerfolg der deutschen Elf bei der Heim-WM der Südkoreaner 2002 sein. Damals erzielte Michael Ballack in Seoul den einzigen Treffer, wurde aber zum tragischen Helden, als er 20 Minuten vor Spielende eine gelbe Karte kassierte und damit für das Endspiel gegen Brasilien gesperrt war.

Wen Bundestrainer Löw aufstellen wird, ist noch offen. Assistent Marcus Sorg sagte lediglich: „Es geht darum, die Jungs frisch zu bekommen, körperlich und geistig.“

Innenverteidiger Jérôme Boateng steht nach seiner gelb-roten Karte gegen Schweden nicht zur Verfügung. Für ihn könnte Niklas Süle auflaufen. Mittelfeldspieler Sebastian Rudy wird nach einem Trümmerbruch der Nase und anschließender Operation nicht zum Einsatz kommen. „Das Spiel ist zwei, drei Tage zu früh. Die Nase ist mehrfach gebrochen. Es macht keinen Sinn, auch nicht mit einer Maske, weil er eine Narkose bekommen hat“, sagte Löw.

Dafür ist Mats Hummels offenbar wieder fit und könnte sein Comeback in der Innenverteidigung geben. Zuletzt plagten ihn Probleme am Halswirbel, die laut Löw mittlerweile überstanden sind.

Sami Khedira, der wie Mesut Özil im Spiel gegen Schweden auf der Bank saß, könnte neben Toni Kroos ins defensive Mittelfeld zurückkehren. Özil, der nach dem 0:1 gegen Mexiko aus der Startelf geflogen war, muss sich nach der starken Vorstellung von Marco Reus gegen Schweden wohl hinten anstellen.

„Wichtig ist, wie sie mit der Entscheidung umgegangen sind. Das war beispielhaft“, berichtete Marcus Sorg. „Wir wissen, dass es ein langes Turnier wird, dass alle Spieler in Betracht kommen, auch die beiden. Es ist ja kein Weltuntergang, wenn man mal nicht spielt.“

Überraschende Wechsel scheinen aber jederzeit möglich zu sein. Seine bevorzugte Elf hat Trainer Löw bislang nämlich noch nicht gefunden. In den Partien gegen Schweden und Mexiko setzte er bereits 18 Spieler ein.

Bei der gesamten WM 2014 in Brasilien, bei der Deutschland mit dem Finalsieg die höchstmögliche Anzahl an Spielen hatte, war die Zahl nicht höher. In den zwei Gruppenspiel in Russland gab es insgesamt nur vier Spieler, die jeweils über 90 Minuten auf dem Platz standen: Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Toni Kroos und Thomas Müller.

Mit Material von dpa.

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