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WM 2018 Wo dem Fußballfan Bußgelder drohen

Im Krieg und im Fußball ist alles erlaubt? Auch die WM hat ihre Regeln. Ein Verbraucherportal hat potenzielle Fallstricke zusammengestellt.
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Wenn Fußballfans zusammenkommen, bleibt es selten leise. Für die Dauer der Weltmeisterschaft schränkt die Bundesregierung deshalb das Lärmbelästigungsgesetz ein. Quelle: dpa
Public Viewing

Wenn Fußballfans zusammenkommen, bleibt es selten leise. Für die Dauer der Weltmeisterschaft schränkt die Bundesregierung deshalb das Lärmbelästigungsgesetz ein.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Fußballweltmeisterschaft steht unmittelbar bevor, viele Fans sind schon längst im WM-Fieber. Gleichzeitig sind die Erinnerungen an das titelgekrönte Turnier vor vier Jahren noch allgegenwärtig. Die deutschen Marktplätze und Biergärten platzten damals aus allen Nähten, Public Viewings waren beliebter denn je. Auch in diesem Jahr werden Millionen Fußballbegeisterte die Spiele auf Großbildleinwänden verfolgen.

Wo teils zehntausende Menschen aufeinandertreffen, ist nicht nur Feiern vorprogrammiert – auch Gesetzesüberschreitungen sind absehbar. Das Verbraucherportal „Bussgeldkatalog.org” verrät, wie empfindliche Geldstrafen trotz großer Emotionen vermieden werden können.

Kein Public Viewing nach 22 Uhr?

Der Klassiker unter Nachbarschaftsstreitigkeiten dürfte auch während der Fußball-WM für Polizeieinsätze sorgen. Während man selber überschwänglich das gefallene Tor feiert, möchte der Nachbar vielleicht lieber seine Ruhe haben. Wenn dann noch zwei Dutzend Freunde im eigenen Garten zu Gast sind, steht der Streifenwagen schnell vor der Tür. Grundsätzlich sieht das Lärmbelästigungsgesetz eine Ruhezeit zwischen 22 und 6 Uhr vor, am Sonntag sogar ganztätig. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 5000 Euro.

Dadurch wären Public Viewings nach 22 Uhr kaum möglich. Die gute Nachricht: Die Bundesregierung hat durch eine Verordnung den nächtlichen Lärmschutz bis zum 31. Juli gelockert. Die Kommunen können während des Turniers im Einzelfall entscheiden, Veranstaltungen auch nach 22 Uhr zuzulassen. Rücksichtnahme gilt hier aber für Einzelpersonen wie für öffentliche Events.

Duldet die Polizei Autokorsos?

Nach einem Sieg der deutschen Mannschaft schlängeln sich oftmals hupende Autos durch die Innenstädte. Die Gesetze sehen die Hupe aber ausschließlich als Warnsignal vor. Rechtsanwalt Matthias Voigt, Vorsitzender des Verbandes für bürgernahe Verkehrspolitik, warnt außerdem: „Schon das unnötige Hin- und Herfahren innerhalb einer geschlossenen Ortschaft kann nach § 30 StVO als Belästigung gelten.” Gilt übrigens auch für die handelsübliche Spazierfahrt, die Beweisführung gestaltet sich in der Praxis aber schwierig.

Hier drückt die Polizei oftmals noch ein Auge zu. Anders sieht es aus, wenn der Verkehr konkret gefährdet wird. Das Herauslehnen aus Autofenstern oder Schwenken von Fahnen wird durch die Polizei in der Regel nicht nur unterbunden, auch der Versicherungsschutz kann in diesen Fällen erlöschen. Wer nach dem Spiel selbst an einem Autokorso teilnehmen will, sollte außerdem rechtzeitig auf die Alkoholgrenzwerte achten. Denn da gibt es null Spielraum.

Wie teuer werden Beleidigungen?

Beim gemeinsamen Fußballgucken kochen die Emotionen schnell hoch. Dabei sollte man sich aber nicht zu Beleidigungen hinreißen lassen. „Bußgeldkatalog.org” nennt für eine Beschimpfung als „Idiot” beispielsweise Sanktionen von bis zu 1500 Euro, das Zeigen eines Mittelfingers kann sogar 4000 Euro kosten. Das orientiert sich an vergleichbaren Gerichtsentscheidungen. Wer es nicht auf ein Verfahren ankommen lassen möchte, hält sich besser zurück. Denn Fußball geht nicht als Alibi durch.

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