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WM-Aus droht Neuer beschwört nach der Auftaktniederlage den Zusammenhalt der DFB-Elf

Deutschlands Nationalspieler haben den Dienstag zur Aussprache nach der Niederlage gegen Mexiko genutzt. Manuel Neuer trat nun als Sprachrohr auf.
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Manuel Neuer: „Wir sind sauer auf uns selbst - jetzt nur noch Endspiele“

Düsseldorf, SotschiAussprache bei der Nationalmannschaft: Nachdem der Montag nach der Niederlage gegen Mexiko unter Ausschluss der Medien stattfand, hat die DFB-Elf am Dienstag in Sotschi die Aufarbeitung der Geschehnisse nach außen begonnen. Eine Pressekonferenz mit Kapitän Manuel Neuer gab Aufschluss über die Gemütslage beim Weltmeister – auch dadurch, dass sie erst mit einer Stunde Verspätung beginnen konnte. So lange diskutierten die Spieler selbst in der Runde mit Joachim Löw.

„Wir haben viel geredet, was wir machen müssen“, sagte Neuer am Spielort der Partie gegen Schweden am Samstag. Den Reigen der Kritik hatten nicht nur verschiedene Medien und Fußballexperten bestritten, auch die arrivierten Nationalspieler Mats Hummels und Jérôme Boateng hatten sich nach der 0:1-Niederlage öffentlich deutlich geäußert. „Wir sind eine Mannschaft, und es gibt auch keine Spaltung“, reagierte Neuer entschlossen auf die Frage nach einer Zweiteilung im Lager der DFB-Elf. Am gerade rechtzeitig zum Turnier fit gewordenen Torhüter lag die Auftaktpleite nicht, Defizite im Umschaltspiel, der taktischen Ausrichtung und dem Spielaufbau waren die Hauptgründe.

Die Mannschaft hat den Ernst der Lage demnach begriffen. Schließlich droht bei einer Niederlage im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden das vorzeitige WM-Aus. Es wäre das Erste in der deutschen Fußballhistorie. „Wir haben ab jetzt nur noch Finals. Jetzt muss von uns Spielern was kommen. Wir müssen das zeigen, was uns in der Vergangenheit so stark gemacht hat“, sagte Neuer. Richten sollen es die etablierten Spieler, obwohl gegen Mexiko die im Schnitt älteste deutsche Elf seit Jahren auf dem Platz stand. Der Keeper sehe alle, aber vor allem die erfahrenen Spieler in der Verantwortung: „Wichtig ist, das wir alle an einem Strang ziehen und nach einem Muster spielen und zu 100 Prozent die Vorgaben umsetzen.“

Bundestrainer Joachim Löw setzte auf die selbstreinigende Wirkung der Atmosphäre des Kollektivs. Nach Geheimtraining am Vortag stand der Dienstag im Zeichen der Regeneration – und Kommunikation. Neuer empfand die deutlichen Wort demnach als sehr befreiendes Gefühl: „Wir nehmen kein Blatt vor den Mund, arbeiten daran, dass es besser wird. So stark war unsere Kommunikation noch nie wie nach dem Mexiko-Spiel.“ Einfach den Schalter umlegen könne die Mannschaft jedoch nicht. So fand Neuer ebenfalls kritische Worte für die Mitspieler. „Für mich geht es eher darum: Habe ich die Bereitschaft, das Turnier hundertprozentig anzugehen?“, sagte er. „Diese Bereitschaft war beim ersten Gruppenspiel nicht so 100 Prozent da, wie man es aus den anderen Turnieren kannte.“

Die geschlossene Linie der DFB-Akteure dürfte kaum ein Zufall sein. Letztlich entscheidet die sportliche Leitung um Löw und Oliver Bierhoff, welche Diskussionen sie zulässt und öffentlich führt. Hummels und Boateng haben in der Mannschaft und beim Trainer genug Reputation, um derlei Dinge auch vor Kameras aussprechen zu dürfen. Dennoch erachteten die Verantwortlichen des Teams einen Klausurtag, um Stimmung und externe Aussagen zu koordinieren, als notwendig. Löw und Bierhoff ist nach der aus dem Ruder gelaufenen Diskussion um die Personalien Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die sich an einem Besuch beim türkischen Präsidenten Erdogan entzündet hatte, sehr daran gelegen, die Spieler vor äußeren Störfeuern zu schützen.

Dass die Mannschaft das verstanden hat und sich nicht in Allgemeinplätze zu flüchten versuchen muss, machte auch Neuer noch einmal klar: „Wir sind unsere schärfsten Kritiker“, erklärte der Keeper. Angesichts der vernichtenden Reaktionen nach der Mexiko-Niederlage eine wackere Ansage.

Mit Material von dpa.

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