Streit um Sicherheit in Stadien Polizei in NRW verringert Präsenz bei Fußballspielen

Gegenwind für die DFL: Nach Bremen plant auch NRW Einschnitte beim Polizeieinsatz rund um den Fußball. In einem Pilotprojekt will das einwohnerstärkte Bundesland die Polizeipräsenz bei Fußballspielen deutlich verringern.
2 Kommentare
Auf dem Prüfstand: Die Polizei in NRW testet eine neue Strategie bei Stadieneinsätzen. Quelle: SID

Auf dem Prüfstand: Die Polizei in NRW testet eine neue Strategie bei Stadieneinsätzen.

(Foto: SID)

DüsseldorfDie Polizei in Nordrhein-Westfalen wird in einem Pilotprojekt ihre Präsenz bei Fußballspielen deutlich verringern. Das geht aus einem Schreiben des NRW-Innenministeriums hervor, aus dem die Bild zitiert. Demnach zieht sich die Polizei mindestens bis zum 27. September aus den Stadien zurück und verzichtet zunächst auch auf die Begleitung der Zuschauer vom Bahnhof zum Stadion.

Bereitschaftspolizei soll nach dem Bild-Bericht auch in der Bundesliga nur noch verdeckt und zurückhaltend eingesetzt werden. Einige Partien sollen komplett ohne Einsatz der Bereitschaftspolizei durchgeführt werden. Bild zitiert aus dem Einsatzpapier: „Mit Beginn der Spielsaison 2014/15 möchte die Polizei NRW ein Signal setzen und die Eigenverantwortung der fußballbegeisterten Fans und der Vereine stärken."

Laut Bild reagiert das Innenministerium des bevölkerungsreichsten Bundeslandes damit auf die gestiegenen Kosten, an denen sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) nicht beteiligen will. Bisher hat Bremen als einziges Bundesland die DFL dazu verpflichtet, sich an den Ausgaben für die Polizeieinsätze bei Fußballspielen zu beteiligen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte Bremen daraufhin die Ausrichtung des Länderspiels gegen Gibraltar entzogen.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft begrüßte am Montag das Vorhaben von NRW-Innenminister Ralf Jäger, die Präsenz von Sicherheitskräften bei Fußballspielen zu verringern: „Die kräftezehrende Rundumbetreuung wird es nicht mehr geben." Jäger wollte im Lauf des Tages Details seiner Pläne bekanntgeben.

Die Bremer Landesregierung hatte sich dafür ausgesprochen, die DFL an den Kosten für Polizeieinsätze rund um Bundesliga-Spiele zu beteiligen. DFL-Präsident Reinhard Rauball drohte dem Stadtstaat daraufhin mit Konsequenzen. Der DFB verlegte Ende Juli das ursprünglich in Bremen am 14. November geplante EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar nach Nürnberg.

  • sid
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Streit um Sicherheit in Stadien - Polizei in NRW verringert Präsenz bei Fußballspielen

2 Kommentare zu "Streit um Sicherheit in Stadien: Polizei in NRW verringert Präsenz bei Fußballspielen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Komplettversager Jäger (derzeitiger NRW-Innenminister) hat damit dann Kapazitäten im Kampf gegen Rechts frei, sowie gegen die Einbruchswelle, gegen Kopftreter und Messerer , und gegen die Schmutzbereicherung im Duisburger und Dortmunder Norden.

    Es gibt viel zu tun - packen wir es an!

  • Die Polizei hat immer noch das Gewaltmonopol und gefälligst auch für die öffentliche Sicherheit zu sorgen. Ich glaube kaum, dass man diese Rabauken unbeaufsichtigt lassen kann. Bei einem aktuellen Voting zeigt sich auch, dass die meisten echten Fans Angst vor solch einem Szenario haben. Siehe hier: http://tinyurl.com/bundesliga-polizei

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%