Sturmtief Pabuk Beliebte Urlaubsregion in Thailand übersteht den Tropensturm glimpflich

Das Sturmtief Pabuk legte den Süden Thailands zeitweise nahezu komplett lahm. Doch die befürchtete Katastrophe blieb aus.
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Menschen waten durch Flutwasser nach dem Tropensturm Pabuk. Zehntausende Menschen im Süden Thailands haben ihre Wohnungen verlassen und Schutz gesucht. Quelle: dpa
Tropensturm Pabuk in Thailand

Menschen waten durch Flutwasser nach dem Tropensturm Pabuk. Zehntausende Menschen im Süden Thailands haben ihre Wohnungen verlassen und Schutz gesucht.

(Foto: dpa)

BangkokWer sich zur aktuellen Jahreszeit in Thailand entspannen will, dem versprechen Reiseanbieter eigentlich eine Sonnengarantie. In diesen Januar-Tagen erleben Urlauber dagegen die ungemütliche Seite des Tropenparadieses: Der Himmel ist düster, zahlreiche Straßen sind überflutet und umgeworfene Bäume blockieren Straßen. Wo sich sonst Urlauber sonnen, treffen meterhohe Wellen an die Küste.

Das Sturmtief Pabuk hat den Süden Thailands in Ausnahmezustand versetzt: Zehntausende Touristen sind aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen, sich also beispielsweise von der Küste entfernt zu halten. Eines der wichtigsten Tourismuszentren der Welt war zeitweise nahezu komplett lahmgelegt. Der Fährbetrieb zwischen den beliebten Urlaubsinseln ist immer noch eingestellt oder nimmt erst langsam wieder den Betrieb auf, so auch der Flugverkehr.

Auch zahlreiche deutsche Touristen sind beeinträchtigt. Laut dem deutschen Reiseverband machen derzeit rund 30.000 Gäste aus der Bundesrepublik in Thailand Urlaub. Viele von ihnen dürften sich in der südlichen Region mit den zahlreichen bekannten Inseln aufhalten.

Dabei hätte es deutlich schlimmer kommen können: Einige Meteorologen hatten vor Schäden wie beim schlimmen Tropensturm „Harriet“ 1962 gewarnt. Damals waren mehr als 900 Menschen ums Leben gekommen. Chaos wurde auch befürchtet, weil der Sturm ausgerechnet zur Hauptreisezeit eintraf. Normalerweise wüten derartige Unwetter nur zur Regenzeit, wenn ohnehin weniger Touristen im Land sind.

Pabuk hat sich also als sanfter entpuppt als erwartet. Dennoch stellte er die Menschen vielerorts vor eine harte Probe: Mit maximalen Windgeschwindigkeiten von rund 80 Stundenkilometer ist der Sturm über das Land gefegt. Der Wind peitschte die Wellen im Golf von Thailand auf über fünf Meter auf. Auch an der östlich von Thailand gelegenen Andamanensee waren die Wogen rund drei Meter hoch. Ein Mensch ist bisher getötet worden, ein weiterer wird noch vermisst.

Erster Tropensturm seit 30 Jahren trifft auf Küste

Mittlerweile hat sich die Lage wieder beruhigt. Der Sturm ist nicht direkt über die beliebten Inseln Koh Samui, Koh Tao und Koh Phangan gezogen, sondern hat sie nur gestreift. Die Windgeschwindigkeit nimmt ab, die thailändische Wetterbehörde stuft Pabuk nur noch als tropisches Tiefdruckgebiet ein. Nachdem er in der Nacht auf Samstag (Ortzeit) über Krabi fegte, wird er im Laufe des Tages hinaus über die Andamanensee ziehen.

Am schlimmsten hat eine Region erwischt, die weniger von Touristen besucht wird. In der etwas südlicher gelegenen Provinz Nakhon Si Tammarat war der Sturm an Land getroffen. Mehr als 30.000 Menschen hatten sich in Evakuierungszentren geflüchtet. Bilder aus der Region zeigen vom Wasser eingeschlossene Häuser, umgestürzte Baumstämme und Strommasten.

Schlangen an den Flughäfen

In den Urlaubsgebieten an der Ostküste normalisiert sich die Lage bereits wieder. Bangkok Airlines, die einzige Fluggesellschaft, die Koh Samui ansteuert, fliegt die Insel mittlerweile wieder an und hat zusätzliche Flüge angesetzt. Auf dem kleinen Flughafen der Insel haben sich lange Schlangen gebildet. Auch zwei kleinere Regionalflughäfen auf dem Festland haben im Laufe des Samstags wieder geöffnet.

Thailands Behörden hatten aufgrund der eindringlichen Warnungen von Meteorologen vorsichtig gehandelt. Schon viele Stunden vor Eintreffen des Sturms war der Schiffsverkehr in den betreffenden Gewässern eingestellt worden. Die noch auslaufenden Fähren von den Touristeninseln waren schnell ausgebucht – Tausende hingen auf den Inseln fest. Viele werden wohl ihre Heimflüge von Bangkok und Phuket zum Ende der Ferienzeit verpassen.

Der Sturm dürfte dem Land nur eine winzige Delle im boomenden Tourismusgeschäft bescheren. Vor allem aufgrund der vielen chinesischen Gäste knackte Thailand zuletzt regelmäßig den jährlichen Besucherrekord. Die Hauptstadt Bangkok ist laut der Unternehmensberatung Euromonitor International die am zweithäufigsten besuchte der Stadt der Welt. Nur nach Hongkong kommen noch mehr Menschen.

Allein im vergangenen Jahr sind die Touristenzahlen in den ersten elf Monaten wieder um 7,5 Prozent gestiegen, mehr als 32 Millionen Menschen haben das Land besucht. Und das, obwohl sich die Ankünfte von Chinesen wegen eines schweren Bootsunglücks mit Dutzenden Toten im Sommer zuletzt etwas schlechter entwickelten als erwartet. Für das kommende Jahr hofft Thailand auf 40 Millionen Besucher.

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