Innovation Die Flugzeugkabine der Zukunft

Die Luftfahrt tut sich schwer mit Innovationen. Ein Durchbruch in der Größenordnung eines Jumbo-Jets ist nicht zu erwarten, doch wird sich rund um den Flugzeugsitz in den kommenden Jahren einiges tun.
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Die Mainzer Firma Schott hat zusammen mit Lufthansa Technik ein neues Beleuchtungskonzept für Flugzeuge entwickelt. Statt der üblichen Neonröhren kommen wartungsarme LEDs zum Einsatz. Anders als bei üblichen LED-Systemen werden die LED-Dioden nicht einfach aneinandergereiht, sondern das Licht wird gemischt. Dadurch wirkt es gleichmäßig und harmonisch. Außerdem sind Farbwechsel programmierbar, etwa ein angenehmes Blau für die Nachstunden an Bord. Einer der ersten Kunden ist die skandinavische Airline SAS. Quelle: PR
Leuchtstoffröhren ade

Die Mainzer Firma Schott hat zusammen mit Lufthansa Technik ein neues Beleuchtungskonzept für Flugzeuge entwickelt. Statt der üblichen Neonröhren kommen wartungsarme LEDs zum Einsatz. Anders als bei üblichen LED-Systemen werden die LED-Dioden nicht einfach aneinandergereiht, sondern das Licht wird gemischt. Dadurch wirkt es gleichmäßig und harmonisch. Außerdem sind Farbwechsel programmierbar, etwa ein angenehmes Blau für die Nachstunden an Bord. Einer der ersten Kunden ist die skandinavische Airline SAS.

(Foto: PR)

Le BourgetBöse Zungen behaupten, die letzte wirklich große Innovation in der Luftfahrt sei der Jumbo-Jet gewesen, die Boeing 747. Das ist mittlerweile über 40 Jahre her. Ganz so schlimm steht es um die weltweite Luftfahrt zwar nicht. Innovationen finden durchaus statt – und zwar regelmäßig. Aber es sind in der Regel kleine Schritte nach vorn und sie dauern länger als in vielen anderen Industrien.

„Die Anforderungen an neue Technologien im Flugzeug sind enorm hoch. Sie müssen nicht nur zuverlässig sein, sie müssen auch spezielle Bedingungen erfüllen etwa in punkto Entflammbarkeit“, begründet Klaus Portmanns die langsameren Innovationszyklen der Branche. Der Manager weiß, wovon er spricht. Er ist beim Mainzer Glas-Spezialist Schott für die Luftfahrtkunden zuständig. Eine der Neuentwicklungen des traditionsreichen Stiftungs-Unternehmens ist eine spezielle Kabinenbeleuchtung auf LED-Basis, die Schott gemeinsam mit Lufthansa Technik auf den Markt gebracht hat.

Helio-Jet, so der Name, ist nicht nur wartungsärmer, sparsamer im Energieverbrauch und dabei nicht schwerer als die bislang in der Kabine verbauten Leuchtstoffröhren. Je nach Ausstattung zaubern die LEDs auch ganz neue Farbspiele in die Flugzeugröhre. „Die Fluggesellschaften können zum Bei-spiel dynamische Lichtszenarien wie Sonnenauf- und -untergang in die Kabine bringen oder diese mit ihren Corporate-Farben ausleuchten. Oder sie können mit einem speziellen weißen Licht für Entspannung bei den Passagieren sorgen“, beschreibt Portmanns die neuen Möglichkeiten.

Anders als bisherige LED-Leuchten, bei denen einfach mehrere LEDs aneinandergereiht werden, besteht Heliojet aus einer Röhre aus hochreinem Glas, die nur an den beiden Enden mit einer weißen oder mehreren farbigen LEDs ausgestattet ist. Die Glasröhre sorgt für ein sehr gleichmäßiges Licht, die bei LED-Bändern typische Streifenbildung gibt es nicht. Zudem messen Sensoren die Wellen des Lichtes und justieren die Farbe so nach, dass auch über ein langes Lichtband hinweg ein identischer Farbton zu sehen ist.

Diese Ideen sollen die Luftfahrt revolutionieren
Schnelle Abfertigung
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Spielend den Flughafenverkehr abwickeln: Studenten der Northwestern Polytechnical University in China haben die Bewegungssensorik einer Spielekonsole auf ein Flugzeug-Leitsystem übertragen. Die Abfertigungszeiten an Flughäfen könnten so kürzer werden. Auf der Animation des Flugzeugbauers Airbus ist zu sehen, wie Piloten und Bodenpersonal mittels Infrarot-Informationen vor Hindernissen gewarnt werden.

Drohnen als Vogelschreck
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Junge Ingenieure aus Japan haben eine Möglichkeit gefunden, wie Drohnen künftig die Luftfahrt sicherer machen könnten: Ein Schwarm der unbemannten Flugobjekte soll Vogelschwärme so manipulieren, dass sie zu einem sicheren Platz, einem sogenannten „Birdport“, fliegen, anstatt sich auf den Start- und Landebahnen der Flughäfen niederzulassen. Die Studenten der University of Tokyo setzen dabei auf Lockmittel wie etwa das Abspielen von künstlichem Vogelgezwitscher. Die Illustration des Flugzeugherstellers Airbus zeigt, wie die Idee in der Umsetzung aussehen könnte.

Onbord-Müllabfuhr
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Die Tüftler von „Retrolley“ haben einen Müll-Trolley entwickelt, der während des Flugs Abfälle trennt und recycelt. Die Onbord-Müllabfuhr soll den Flugbetrieb vereinfachen und beschleunigen.

Flügel zur Energiegewinnung
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Das Team von „Multifun“ hatte die Idee, Flugzeugflügel mit einem Verbundwerkstoff zu überziehen. Durch diese besondere Haut sollen die Bewegungen des Flügels in elektrische Energie umgewandelt werden.

Immer unter Strom
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Über den Wolken scheint immer die Sonne. Die Ingenieure von B/E Aerospace wollen sich das zunutze machen. Sie haben in die Sonnenblenden der Fenster einen dünnen Solarzellenfilm eingebaut. Der liefert Strom etwa zum Aufladen eines Smartphones oder Tablet-Computers. Noch befindet sich das System mit dem Namen „Solar Eclipse“ in der Testphase.

Energiegewinnung auf dem Rollfeld
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Doktoranden der City University in London haben eine Methode zur umweltfreundlichen Energiegewinnung für Flugzeuge auf dem Rollfeld erarbeitet. Sender in den Rollwegen direkt unter dem Flugzeug sollen elektrische Energie an Empfänger zwischen den Rädern des Fahrgestells übertragen und damit CO2-Emissionen verringern.

Leuchtstoffröhren ade
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Die Mainzer Firma Schott hat zusammen mit Lufthansa Technik ein neues Beleuchtungskonzept für Flugzeuge entwickelt. Statt der üblichen Neonröhren kommen wartungsarme LEDs zum Einsatz. Anders als bei üblichen LED-Systemen werden die LED-Dioden nicht einfach aneinandergereiht, sondern das Licht wird gemischt. Dadurch wirkt es gleichmäßig und harmonisch. Außerdem sind Farbwechsel programmierbar, etwa ein angenehmes Blau für die Nachstunden an Bord. Einer der ersten Kunden ist die skandinavische Airline SAS.

Die Variante mit nur weißen LEDs ist bereits seit 2013 im Einsatz. Doch obwohl die Farbvariante technologisch nicht signifikant anders aufgebaut ist, dauerte es bis Anfang diesen Jahres, bis die ersten Leuchten diesen Typs abheben konnten. Die skandinavische Airline SAS ist Erstkunde und stattet sieben Airbus 330 mit dem System aus. Der „Jungfernflug“ mit dem neuen HelioJet fand Mitte Februar von Dänemark in die USA statt.

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