Zukunft der Luftfahrt Mit Überschall nach Paris

Die US-Firma Boom stellt auf der Paris Air Show ihre Pläne für ein neues Überschallflugzeug vor – 17 Jahre nach dem Absturz einer Concorde an fast demselben Ort. Der Unfall leitete damals das Ende des Überschalljets ein.
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Erster Passagierflieger mit Überschallgeschwindigkeit

Paris17 Jahre ist es her, dass eine Concorde kurz nach dem Start am Pariser Flughafen abstürzte und alle Passagiere sowie die Besatzung mit in den Tod riss. Ein zuvor von einem anderen Flugzeug verlorenes Teil auf der Startbahn war hochgeschleudert worden und hatte den Tank zerstört. Der legendäre aber auch umstrittene Überschalljet war damit dem Tode geweiht, 2003 wurde der Betrieb der „Königin der Lüfte“ eingestellt.

Nun kehrt das Thema Überschall im Passagierverkehr zurück an den Ort des Unglücks. Auf der Paris Air Show am Pariser Flughafen Le Bourget stellen Vertreter des US-Startups Boom und des 3D-Druck-Spezialisten Stratasys ihren Plan vor, ein neues Überschallflugzeug für den Passagiertransport zu entwickeln. Zwar geht es vordergründig um das Thema 3D-Druck und die Möglichkeiten, diesen in der Flugzeugfertigung einzusetzen. Die Firma Boom setzt in der geplanten Lieferkette für ihren superschnellen Jet stark auf diese neue Technologie. Aber noch spannender ist natürlich die Frage, ob ein neuer Überschalljet überhaupt eine Chance in der heutigen Luftfahrt haben wird.

Blake Scholl, der Gründer von Boom, ist fest davon überzeugt, dass dem so ist. Ab 2020 will er Fluggäste wieder mit Überschallgeschwindigkeit transportieren. „Wir werden zunächst mit Privatjets für etwa 45 Personen beginnen, doch dann wird sehr schnell die Diskussion beginnen, ob es nicht effizienter ist, auch mehr Passagiere zu befördern“, stellte Scholl seine Pläne im März auf der Musik- und Internetkonferenz „South by Southwest“ in Austin im US-Bundesstaat Texas vor.

Aus technologischer Sicht mögen solche Pläne keine unlösbare Aufgabe sein. Die eigentliche Herausforderung ist die Politik. Seit mehr als vier Jahrzehnten sind Flüge von zivilen Überschalljets in den USA verboten – wegen der Lärmbelästigung.

Das sind die Flughäfen mit den kürzesten Wegen
It's up in the air
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Bis das Flugzeug in der Luft ist, vergeht für gewöhnlich erstmal eine Menge Zeit: Die Wege in den Flughäfen sind meist lang, wie etwa am Moskauer Airport Domodedovo. Hier benötigen die Passagiere vom Eingang bis in den Flieger eine geschlagene Stunde. Die Reisesuchmaschine kayak.de hat die durchschnittlichen Gehzeiten vom Eingang bis zum Flugsteig an 14 Flughäfen Europas mit mehr als zehn Millionen Passagieren untersucht – und herausgefunden, an welchen Airports es besonders schnell geht.

Quelle: kayak.de, die Informationen wurden von Flughafen-Pressestellen eingeholt oder von Kayak kalkuliert

8. Platz – Mailand-Malpensa, Italien
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Mailand-Malpensa ist der größte der drei Flughäfen der italienischen Metropole – die Weitläufigkeit bekommen die Passagiere allerdings auch bei der Gehzeit zu spüren: 27 Minuten benötigen sie durchschnittlich vom Eingang bis ins Flugzeug. Durch die Eingangshalle dauert es 15 Minuten, nach der Sicherheitskontrolle noch maximal zwölf Minuten.

7. Platz – Madrid Barajas, Spanien
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Der Flughafen der spanischen Hauptstadt schafft es locker in die Top 10 der größten Flughäfen Europas. Dafür sind die Wege noch relativ überschaubar: Knapp 20 Minuten benötigen die Passagiere durchschnittlich, um ihre Maschine zu erreichen. Die Eingangshalle ist schnell durchlaufen, nach der Sicherheitskontrolle dauert es noch 15 Minuten bis zum Gate.

6. Platz – Barcelona El Prat, Spanien
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Im spanischen Duell mit Madrid hat Barcelona die Nase vorn: Am zweitgrößten spanischen Flughafen durchqueren Passagiere die Eingangshalle in durchschnittlich acht Minuten, nach dem Sicherheitsbereich dauert es nochmal sieben Minuten – macht 15 Minuten Gesamtgehzeit.

5. Platz – Zürich, Schweiz
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Wer von Terminal A oder B abfliegt, ist in Zürich klar im Vorteil: Die Gesamtgehzeit beträgt hier nur 15 Minuten. Reisende, die vom Terminal E starten, sind deutlich länger unterwegs. Sie müssen durchschnittlich 22 Minuten einplanen, bis sie ihren Flieger erreichen.

Platz 4 – Nizza, Frankreich
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Der drittgrößte Flughafen Frankreichs an der Côte d’Azur sticht den Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle in einer Disziplin locker aus: In Nizza sind Passagiere in nur 15 Minuten an ihrem Gate. In Paris ist dagegen eine kleine Wanderung nötig: Reisende sind in Frankreichs Hauptstadt 55 Minuten unterwegs – nur in Moskau dauert es noch länger.

Platz 3 – Wien-Schwechat, Österreich
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Der größte Flughafen im Alpenland liegt etwa 20 Kilometer vom Wiener Zentrum entfernt. Die Wege am Flughafen selbst sind noch kürzer: Vom Eingang bis in den Flieger sind Passagiere nur 10 Minuten unterwegs.

Scholl, selbst Pilot und Gründer der mittlerweile an Groupon verkauften Mobiltechnologiefirma Kima Labs, hält das aber von seinem Plan nicht ab. Der Chef von Boom Technology in Denver glaubt, dass die Regulierer angesichts der Effizienzvorteile der ultraschnellen Flüge ihre früheren Vorgaben lockern werden. Die seien sowieso völlig veraltet.

Mit dieser Meinung steht Scholl nicht alleine da. Eli Dourado vom Mercatus Center der George Mason Universität, ein Spezialist für Drohnen, Überschallflugzeuge und fliegende Autos, plädiert vehement dafür, die Vorgaben zu lockern. „Es ist doch enttäuschend, dass Überschallflugzeuge heute kaum schneller fliegen als die Concorde der 60er-Jahre“, sagt er. Der Grund in seinen Augen: Wegen des Banns dieser Flugzeuge gebe es kaum Unternehmer, die sich mit der Weiterentwicklung der Technologie beschäftigten. „Wir müssen diese Stagnation in der Geschwindigkeit beenden. Denn Geschwindigkeit verändert die Welt.“

2.500 Dollar pro Ticket
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