Abfallwirtschaft Energie aus der Müllhalde

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Feucht, verklebt und viel Asche

"Deutschland ist ein Energielabor"

Die Analysen ergaben, dass der Müll aus Minden etwas taugt, weil die Schadstoffe sich in Grenzen halten: Drei bis vier Tonnen davon können eine Tonne Öl ersetzen. Mindens Altmüll darf und kann also brennen - als sogenannter Ersatzbrennstoff (EBS). Zumindest theoretisch.

Nur tut er’s auch ökonomisch? Auch im nahen Kraftwerk? Ziel des mit fünf Millionen Euro unter anderem vom Bundesforschungsministerium geförderten Großprojektes ist eine gewisse Nachhaltigkeit, dazu gehört möglichst die Nutzung bestehender Infrastruktur. Bernd Becker, Betriebsleiter der Entsorgungsbetriebe des Kreises Minden-Lübbecke, kann nicht nur auf Deponie und Kraftwerk zurückgreifen, sondern verfügt auch über die notwendige Infrastruktur zur Aufbereitung. Eines haben sie in Minden schon vor dem Großversuch herausgefunden: "Um es als Brennstoff zu nutzen, muss das Deponat vorbereitet werden; das heißt ausgraben, sortieren, in Mieten ablagern, danach noch einmal durchs Trommelsieb geben, um Sand und Steine abzuscheiden", erklärt Becker. "Das Zeug hatte uns die Förderschnecken und die Mechanik im Ofen schlicht verbacken und blockiert", erinnert er sich.

Das Deponat sei ein sehr anspruchsvoller Stoff, sagt der Aachener Professor Quicker nach dem ernüchternden Brennversuch; feucht, verklebt, viel Asche. Es müsse anders vorbehandelt werden, dosierbarer sein. Die Zuführung in den eigentlichen Verbrennungsprozess müsse ausbalanciert werden, dafür gibt es in anderen Kraftwerken durchaus Techniken. Der Mindener Müllofen kommt dafür nicht mehr infrage: Der zeitliche und örtliche Verlauf des Brennstoffes im Ofen ist nicht beeinflussbar. Im kommenden Jahr gehen die Versuche daher anderswo weiter.

Quicker steht im Müllbunker und sagt: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in einem anderen Kraftwerk mit entsprechender Zuführungs- und Rosttechnik klappt!"

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