Bis in die Pleite Solarfirmen und die ministerielle Spendierlaune

Das dutzendfache Stolpern deutscher Solarunternehmen scheint die Bundesregierung nicht abzuschrecken. Die Branche wird weiterhin großflächig subventioniert. Millionenbeträge werden verpulvert.
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Module eines Solarparks in Hessen: Die Branche wird weiterhin großflächig subventioniert. Quelle: dpa

Module eines Solarparks in Hessen: Die Branche wird weiterhin großflächig subventioniert.

(Foto: dpa)

BerlinSunways, Solarworld, Q-Cells, SMA Solar oder Conergy: Die Liste der Firmeninsolvenzen oder finanziellen Krisenfälle in der Solarbranche ist mittlerweile sehr lang. Marktkenner machen vor allem den Preisrückgang im Bereich der Photovoltaik für das gleich dutzendfache Stolpern deutscher Solarunternehmen verantwortlich.

Die Regierung scheint von alldem nichts mitzubekommen. Mag der Preisverfall sich bereits vor Jahren angekündigt haben: Berlin hält an der großflächigen Subvention einer Branche fest, in der es derzeit so vital zugeht wie auf dem Wiener Zentralfriedhof. Im Mai kündigten die Bundesminister für Umwelt und für Bildung an, das Forschungsförderprogramm "Innovationsallianz Photovoltaik" um 50 Millionen Euro aufstocken zu wollen. Die Bewerbungsfrist läuft bis Ende August.

Das Programm startete 2010 und wurde ursprünglich mit einem üppigen 100-Millionen-Euro-Fördertopf versehen. Neben Forschungsinstituten durften sich auch Unternehmen um die Fördermittel bewerben. Insgesamt sollen 26 "anwendungsnahe" Forschungsprojekte im Bereich Photovoltaik mit dem Programm unterstützt werden.

Wie jedoch aus der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion "Die Linke" hervorgeht, die dem Handelsblatt vorliegt, gelang dies nur mit zweifelhaftem Erfolg. Mindestens 20 Prozent der Fördermittel flossen an Firmen, die in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, anschließend Jobs abbauten, Insolvenz anmelden mussten oder sich aus dem Solarsektor verabschiedeten.

Ministerien verteidigen Vergabepraxis
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