Bund-Länder Treffen Einigung bei Energiewende

Von einem hohen Maß an Einigkeit sprachen Bund und Länder nach ihrem Treffen zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Länder entschärften Einschnitte bei der Ökostromförderung, vor allem bei der Windkraft.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, im Gespräch beim Bund-Länder-Treffen zur EEG-Reform: Hinterher demonstrierten alle Seiten Zufriedenheit. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, im Gespräch beim Bund-Länder-Treffen zur EEG-Reform: Hinterher demonstrierten alle Seiten Zufriedenheit.

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Winfried Kretschmann, der einzige Grünen-Ministerpräsident in Deutschland, hoffte noch, dass die Energiewende gelingt. "Wir sollten einen Konsens erzielen, wir sind ja alle kompromissfähig", sagte der Regierungschef Baden-Württembergs am Dienstag, wenige Stunden vor dem Energiegipfel im Kanzleramt. Er sollte recht behalten.

Nach dem Treffen der 16 Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte Merkel am Abend, es sei ein hohes Maß an Einigkeit erreicht worden. Bund und Länder seien entschlossen , die Kostendynamik zu brechen und zugleich einen verlässlichen Ausbaupfad bei den erneuerbaren Energien zu garantieren. Gabriel betonte, man sei den Ländern bei der Windförderung entgegengekommen. So werde der Austausch alter durch neue, leistungsstärkere Windräder nicht einberechnet in die geplante Begrenzung von 2500 Megawatt pro Jahr beim Windkraftausbau an Land.

Wie „smart“ ist die Energiewende?
E-World 2014
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In Essen trifft sich in dieser Woche zum 14. Mal die internationale Energiebranche zur E-World, der Leitmesse für Energie- und Wasserwirtschaft. Über 20.000 Fachbesucher treffen in der Ruhrgebietsstadt auf über 600 Aussteller. Neben kleineren Unternehmen präsentieren auch Branchengrößen wie RWE, Shell und GE ihre Dienstleistungen und Produkte aus den Bereichen Strom-, Gas- und Wasserwirtschaft, Energietechnik und Energieeffizienz.

Hannelore Kraft bei E-World Eenergy & Water
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Bereits am Montag eröffnete Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Messe – und das zurecht, denn gerade die politische Auseinandersetzung um die Rolle der Erneuerbaren Energien wurde von der Branche auf der Messe heiß diskutiert. In der Regierung tobt aktuell ein heftiger Streit um eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und den Ausbau von Stromnetzen.

E-World - Energy & Water Messe
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Besonders das Thema Netzausbau ist heikel, denn es entscheidet mit über Erfolg oder Scheitern der Energiewende. So warnte Kraft in Essen davor, den Ausbau der Stromautobahnen zu unterschätzen: "Wer ernsthaft eine Stromtrasse vom Norden in den Süden bezweifelt, der hat nicht verstanden, wie in Zukunft die Energieerzeugung in Deutschland aufgebaut sein wird." Onshore-Wind sei als Technik günstig, der Ausbau der inländischen Anlagen müsse eine „zentrale Säule“ der Energiewende bleiben, sagte Kraft weiter.

E-World 2014
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An „smart“ führt auf der E-World kein Weg vorbei: Hinter dem Schwerpunkt „smart energy“ verbirgt sich unter anderem das „smart grid“, also das intelligente Stromnetz: Durch den Wandel von vereinzelten großen Kraftwerken hin zu einer dezentralen Stromversorgung mit schwankungsanfälliger Produktion muss auch das Netz angepasst werden. So soll es unter anderem bei helfen, den Strom zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu liefern.

E-World 2014
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Intelligente Zähler, die sogenannten „smart meter“ sollen einerseits dem Versorger bei der Steuerung von Angebot und Nachfrage helfen, andererseits auch die Stromkosten für Verbraucher senken.

E-World 2014
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Intelligente Technik braucht entsprechendes Datenmanagement. Mit im Fokus des Branchentreffens in Essen steht daher das „Big Data Management“, bei dem es um die Gewinnung, Speicherung und Auswertung gigantischer Datenmengen geht. Dafür brauchen Industrieunternehmen in erster Linie die richtige Software.

GE_0698
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Unter dem Motto „Schlüsseltechnologien zum Erfolg der Energiewende“ widmet sich auch GE besonders der digitalen Vernetzung. Das Unternehmen, das in Sachen Energietechnologien zunehmend auf Deutschland setzt, bietet bereits Systemlösungen an, die unter anderem auf intelligenten Messsystemen und Datenanalyse basieren. Der Schlüssel zur Effizienz: Das Industrial Internet.

Es sind vor allem die Kosten der Energiewende, die der Industrie große Sorgen bereiten. Die großen Familienunternehmen fürchten, dass der Wirtschaftsstandort Attraktivität einbüßt. Nach einer am Dienstag in Berlin vorgelegten Umfrage sagt fast die Hälfte, dass der Ökostromausbau im Zuge der Energiewende zu einem deutlichen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz im Ausland wird. Das ist das Ergebnis der Umfrage des Industrieverbandes (BDI), der Deutschen Bank und des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) unter 400 der 4500 größten Familienunternehmen.

Jedes dritte Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro hält es demnach für denkbar, wegen der steigenden Energiekosten in den nächsten zwei Jahren Bereiche ins Ausland zu verlagern. BDI-Vizepräsidentin Ingeborg Neumann appellierte daher an die Bundesländer, nicht mehr nur auf ihre Partikularinteressen zu setzen, sondern die Energiewende zum Erfolg zu führen.

Unterschiedliche Interessen der Länder
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