Erneuerbare Nach Marktbereinigung zieht Solarbranche an

Die schlechten Nachrichten aus der Solarbranche haben ein Ende: Nach der Marktbereinigung zieht das Geschäft der großen Hersteller wieder an. Neben dem wichtigen Markt in den USA werden für die Hersteller andere Märkte interessant.
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Solaranlage in Chile: Für die Branche werden allmählich auch die Märkte außerhalb der EU und der USA interessant. Quelle: AFP

Solaranlage in Chile: Für die Branche werden allmählich auch die Märkte außerhalb der EU und der USA interessant.

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DüsseldorfRote Zahlen, Arbeitsplatzabbau und Insolvenzen. Mit solchen schlechten Nachrichten schockte die Solarbranche ihre Kunden und die Finanzmärkte. Doch diese Zeiten sind erst einmal vorbei. Die Überlebenden der Marktbereinigung investieren in die Produktion. „Wir erweitern unsere Modulkapazitäten um 300 Megawatt“, sagte Luc Graré, Vertriebschef des norwegischen Solarmodulherstellers REC.

So steigt die Gesamtleistung auf 1200 Megawatt. Auch die beiden anderen großen europäischen Modulhersteller bauen ihre Kapazitäten aus. Die Nummer eins in Europa, Hanwha Q-Cells, kündigte vor kurzem an, dass sie eine neue Fabrik in Malaysia baut und so ihre Modulkapazität von 700 auf 1500 Megawatt steigern will. Und Solarworld aus Bonn steigert seine Kapazität in den USA derzeit von 380 auf bis zu 630 Megawatt – und kommt dann mit insgesamt 1300 Megawatt auf Platz zwei in Europa.

Die drei größten europäischen Solarmodulhersteller profitieren davon, dass sich der Markt in den vergangenen Jahren stark konzentriert hat. Viele Unternehmen sind verschwunden. Der dramatische Preisverfall, ausgelöst durch das Überangebot an chinesischen Modulen, hat viele Hersteller in den Ruin getrieben. Jetzt können sich die Überlebenden der Solarkrise über ein wachsendes Geschäft freuen. Die Marktforscher der britischen IHS Research rechnen mit einem Sprung von 37,8 auf rund 45 Gigawatt im laufenden Jahr. Ash Sharma, der Solarexperte von IHS, erwartet „in den nächsten fünf Jahren weltweit ein zweistelliges Wachstum”.

Das Netz geht online
Rätselraten nach dem Blackout
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Wenn wie hier in Manhattan nach einem Sturm der Strom ausfällt, sitzen die Menschen im Dunkeln. Und das auch im übertragenden Sinne, denn oft fehlen Informationen: Wie lange dauert der Stromausfall? Sind schon Reparaturteams unterwegs? Hat es nur ein paar Häuser erwischt oder das gesamte Stadtviertel?

Die Vernetzung als Regel
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Als es im vergangenen Dezember in Buenos Aires wegen großer Hitze und überlasteter Klimaanlagen wochenlang immer wieder Stromausfälle gab, organisierten sich die Menschen selbst: Auf Facebook und Twitter berichteten die Menschen über ihren "Energiestatus". So füllte sich eine dynamische Landkarte, die zeigte, wo es gerade Elektrizität gab. Ein Advanced Distribution Management System (ADMS) für das intelligente Stromnetz schafft die technologische Basis für diese Form der Vernetzung.

Industrial Internet erobert das Stromnetz
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Die Versorgungsunternehmen bekommen mitunter erst spät mit, welche und wie viele ihrer Kunden von elektrischer Energie abgeschnitten sind. Dies ist im 21. Jahrhundert kaum mehr zeitgemäß. Das Advanced Distribution Management System (ADMS) von GE Digital Energy sammelt und analysiert ständig Daten von intelligenten Messgeräten, Transformatoren, und manuell übermittelten Informationen. Die Versorger können so schneller erkennen, wo Störungen vorliegen und welche Ursachen sie haben.

Netze vor neuen Herausforderungen
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Gerade in Deutschland ist es mit der Energiewende komplizierter geworden Netzstabilität sowie Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Erneuerbare Energien werden vorrangig in die Netze eingespeist, doch die Mengen schwanken stark. Auch Haushalte werden immer häufiger zu Energieerzeugern. Hier springt das GE Advanced Distribution Management System (ADMS) ein und hilft nicht erst bei Störungen und Ausfällen, sondern hilft proaktiv, diese Probleme zu verhindern.

Energiemanagement 4.0
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Sie sorgen für eine effiziente Verteilung der Energie und helfen Versorgern und Erzeugern, die Netztransparenz zu erhöhen. Gleichzeitig werden mit Strom unversorgte Bereiche durch Voll- und teilautomatisierte Schaltvorschläge deutlich schneller wieder mit elektrischer Energie versorgt.

Alles in einer App
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Die Systemdaten sind auch unterwegs auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets abrufbar.  Im Störungsfall können Einsatztrupps so miteinander und mit der Netzleitwarte kommunizieren und schnell zielgerichtet auf alle wesentlichen Informationen zugreifen.  

Besser werden
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Wissenschaftler der RWTH Aachen forschen weiter daran, die Leistung des Stromnetzes zu verbessern. Die Forscher überprüfen Leistungselektronik-Wandlern und Generatoren in Windenergieanlagen, Gasturbinen und künftig auch im Gleichstromnetz. Ziel ist es, die Leistung der Anlagen zu steigern und so das Erzeugen, Speichern und Verteilen des Stroms effizienter zu machen.

Zwar schrumpft der europäische Markt, dafür aber wächst das Geschäft in anderen Regionen. So hat REC im dritten Quartal schon 16 Prozent seiner Module in den USA verkauft. „Im nächsten Jahr werden es schon mindestens 44 Prozent sein“, erwartet Graré. Die USA würden der Hauptmarkt von REC. Bisher war dies Europa. In Deutschland verlaufe das Geschäft „weiter schleppend“, sagte Graré. Er begründet das mit den Unsicherheiten, welches die Diskussion über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgelöst hat.

„In den USA profitieren wir von den Antidumpingzöllen in den USA für chinesische Module“, sagte er. Die US-Regierung hatte vor zwei Jahren hohe Zölle auf Solarmodule aus China durchgesetzt, um den Preisverfall zu stoppen. Das hilft europäischen Firmen. Dazu gehört auch Solarworld, das in den USA allein im dritten Quartal mehr als 42 Prozent seiner Module verkauft hat.

Der US-Markt, der dieses Jahr um 38 Prozent auf 7,2 Gigawatt wachsen dürfte, boomt aus verschiedenen Gründen. Das reicht von Steuererleichterungen über zinslose Kredite für Eigenheimbesitzer bis hin zu Auflagen für Energieversorger, einen bestimmten Teil des Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. REC geht davon aus, dass der Durchschnittspreis pro Watt in den USA von derzeit rund 68 Dollar-Cent im kommenden Jahr auf bis zu 74 Dollar-Cent steigen wird. Das ist mehr als der Durchschnittspreis in Europa von rund 67 Dollar-Cent. Aber auch andere Märkte, machen Europa Konkurrenz. „Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie afrikanische Länder gewinnen an Bedeutung“, erwartet Graré.

REC hat sich für seine Expansion rechtzeitig einen günstigen Produktionsstandort gesichert. Bereits vor Jahren verlegte der norwegische Konzern seine Werke von Oslo nach Singapur. In Norwegen befindet sich nur eine Mini-Holding aus drei Personen. „Wir verstehen uns als europäisches Unternehmen und pflegen eine entsprechende Unternehmenskultur“, begründete Graré die Strategie. Dazu gehört auch, dass die Aktie in Oslo gelistet wird. Konkurrent Hanwha Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen, südlich von Berlin, fertigt die meisten Module weit weg in Malaysia. Nur Solarworld produziert als einziger der großen Hersteller hauptsächlich in seinen zwei deutschen Werken.

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