Globale Versorgung Ohne fossile Energieträger geht nichts

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Verzicht auf Kohle kaum realistisch



Dagegen wirken einige Entwicklungen, die den Verbrauch fossiler Energien bremsen. Dazu zählt vor allem ein effizienterer Energieeinsatz, der am meisten bringt und unter Konkurrenzbedingungen auch am leichtesten zu verwirklichen ist. Ohne eine verbesserte Effizienz würde sich der Energieverbrauch bis 2040 verdoppeln.

Aber auch die Entwicklung der erneuerbaren Träger hilft, fossile Energien zu sparen. Sie weisen das größte Wachstum auf, doch ihr Anteil an der globalen Versorgung steigt bis 2035 nur von zwei auf sieben Prozent. In 20 Jahren wird die Welt knapp 18 Milliarden Tonnen Öläquivalente verbrauchen. Davon entfallen je rund 27 Prozent auf Öl, Kohle und Gas - also zusammen 81 Prozent gegenüber 86 Prozent heute.

Was heißt das für den CO2-Ausstoß und für die Klimapolitik? Bis 2035 werden die Kohlendioxid-Emissionen aus dem Energiesektor jedes Jahr um 1,1 Prozent steigen - geringer als der Energieverbrauch insgesamt, aber mehr als von Klimaforschern gefordert. Um den weiteren Ausstoß von CO2 zu bremsen, müsste die Energieerzeugung weltweit umgebaut und am besten auf Kohle ganz verzichtet werden. Das ist kaum realistisch.

„Die energiebezogenen CO2-Emissionen steigen bis 2035 um 20 Prozent an“, schreibt die IEA. „Damit würde sich die Welt weiterhin auf einen langfristigen durchschnittlichen Temperaturanstieg von 3,6 Grad Celsius zubewegen, der weit über der international vereinbarten Zwei-Grad-Grenze liegt.“ Die CO2-Emissionen würden 2035 doppelt so hoch liegen wie 1990. Die deutsche Energiewende kann daran nichts ändern, denn die wesentlichen Entwicklungen vollziehen sich außerhalb Europas. Obwohl Deutschland ein starkes Industrieland ist, beträgt sein Anteil am globalen Energieverbrauch gerade einmal 2,5 Prozent.

Bei aller Skepsis um die Energiewende lehnt die Mehrheit der Deutschen indes den Braunkohle-Tagebau ab, wie eine repräsentative Befragung ergibt, die die Umweltschutz-Organisation Greenpeace in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse wurden am Sonntag vorgestellt, wenige Tage vor einer erwarteten Entscheidung über den Tagebau Welzow-Süd in Brandenburg.

Demnach sprechen sich 87 Prozent aller Bundesbürger und 79 Prozent der Brandenburger für einen Verzicht auf Braunkohle bis zum Jahr 2030 aus. 88 Prozent aller Deutschen und 73 Prozent der Brandenburger halten neue Tagebaue für nicht verantwortbar, wenn die Schäden für Umwelt und Natur groß sind. TNS Emnid hatte vom 22. April bis zum 26. Mai 1006 Menschen bundesweit sowie 357 Brandenburger befragt.

Die rot-rote Landesregierung in Potsdam entscheidet voraussichtlich am Dienstag darüber, ob der schwedische Energiekonzern Vattenfall sein Tagebaugebiet Welzow-Süd in der Lausitz erweitern darf. Etwa 800 Bewohner müssten dafür umgesiedelt werden.

  • dpa
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