Nachhaltige Kraftstoffe Fliegen Flugzeuge bald mit „Solarkerosin“?

Die EU meldet einen Forschungserfolg bei nachhaltigen Kraftstoffen. Kerosin könnte bald aus erneuerbarer Energie hergestellt werden – dank Sonnenlicht. Auch für Autos oder andere Verkehrsmittel könnte die Technologie eines Tages eingesetzt werden.
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Wertvolle Ressource: Die Sonne liefert Energie für die Herstellung von Flugzeugtreibstoff. Quelle: dapd

Wertvolle Ressource: Die Sonne liefert Energie für die Herstellung von Flugzeugtreibstoff.

(Foto: dapd)

BrüsselIn einem Experiment ist nach EU-Angaben zum ersten Mal mit Hilfe von Sonnenlicht der Flugzeugkraftstoff Kerosin hergestellt worden. Damit hätten Forscher "die gesamte Kette der Herstellung von Kerosin aus erneuerbarer Energie erfolgreich nachgewiesen", erklärte am Montag die EU-Kommission, die das Projekt finanziell unterstützte . Maßgeblich beteiligt war das Bauhaus Luftfahrt in München, ein unter anderem von Airbus getragenes Forschungszentrum.

Bei dem Verfahren wird aus Wasser und Kohlendioxid (CO2) unter Einwirkung von Sonnenlicht sogenanntes Synthesegas hergestellt. Der Clou dabei sei zweierlei, erläuterte Andreas Sizmann vom Bauhaus Luftfahrt: Zum einen würden als Rohstoff nicht fossile Kohlenwasserstoffe wie Öl verwendet, sondern CO2. CO2 ist ein klimaschädliches Treibhausgas. Zwar verbrenne auch das so erzeugte Kerosin letztlich unter Freiwerden von CO2 - weil dieses aber langfristig direkt aus der Luft gewonnen werden könnte, sei der Prozess insgesamt potenziell CO2-neutral, betonte Sizmann.

Der zweite Clou: Die Energie für den Prozess liefert die Sonne ohne den Weg über die Photosynthese in Pflanzen. Daher sei der Prozess effizienter, auf Brachland und ohne Konkurrenz zur Nahrungsproduktion realisierbar. Im Experiment wurde die Sonne dabei noch durch künstliches Sonnenlicht ersetzt. Eine erste kommerzielle Herstellung des Synthesegases, aus dem dann in einem bereits praktizierten Verfahren Kerosin wird, kann sich Sizmann etwa in zehn Jahren vorstellen.

Wohin die Flugreise geht
Flughafen Köln-Bonn
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Internationale Flughäfen konkurrieren jedes Jahr um drei Milliarden Passagiere – eine Zahl die weiter rapide zunimmt. Viele Airports wie in Bangkok, Jakarta und Singapur konnten 2012 zweistellige Wachstumsraten verzeichnen.

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Der Flughafen London Gatwick testete kürzlich ein System für Passagiere, die der biometrischen Identifikation zustimmen. Sie erhalten personalisierte Reiseinformationen, etwa zum Check-in-Schalter oder zum Flugsteig, in Echtzeit auf ihr Smartphone.

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Durch biometrische Kontrollen und Hintergrund-Checks können Reisende in Städten wie Sydney und Dubai mit Hilfe intelligenter Check-in-Automaten den Flughafen in weniger als zehn Minuten verlassen.

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Verbesserungen bei der Gepäckkontrolle sorgen für mehr Sicherheit und Tempo. Manche Scanner brauchen weniger als eine Stunde um 700 Taschen auf Sprengstoffe zu überprüfen und sie in 3D zu durchleuchten.

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Passagiere an Flughäfen wie La Guardia, Paris oder Manchester werden von Hologrammen begrüßt, die unter anderem Informationen über den Weg zum Gate, zu den Toiletten oder zum Abflug bereithalten.

Bild: Tensator

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Eine Flotte aus fahrerlosen Mini-Shuttles kann die Reisegeschwindigkeit innerhalb des Flughafens beschleunigen. Beispiel Heathrow: An dem Londoner Flughafen bringen die Gondeln Reisende in nur sechs Minuten vom Parkplatz zu dem weiter entfernten Terminal 5.

Bild: Heathrow

Nach den Worten von EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn könnte die Technologie eines Tages nicht nur für Flugzeuge, sondern auch Autos und andere Verkehrsmittel eingesetzt werden. "Dies könnte die Energieversorgungssicherheit stark verbessern und aus einem der für die globale Erwärmung wichtigsten Treibhausgase eine wertvolle Ressource machen", erklärte sie.

  • afp
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