Nordseekabel Stromleitung soll Niederlande und Dänemark verbinden

Ein mehr als 300 Kilometer langes Unterwasserkabel soll bald die Netze der beiden Länder verbinden. Dafür wollen der Stromnetzbetreiber Tennet und der dänische Partner Energinet mehr als 600 Millionen Euro investieren.
11.09.2014 - 14:39 Uhr 3 Kommentare
Windkraftanlage in der Nordsee: An die neue Verbindung können auch Offshore-Parks angeschlossen werden. Quelle: dpa

Windkraftanlage in der Nordsee: An die neue Verbindung können auch Offshore-Parks angeschlossen werden.

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Eemshaven/Paris Von der niederländischen Seite der Emsmündung aus wird eine Stromleitung durch die Nordsee nach Dänemark gelegt. Der Bau des rund 300 Kilometer langen Unterwasserkabels solle nach Abschluss von Genehmigungs- und Planungsarbeiten 2016 beginnen, teilte der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet mit. Tennet und der dänische Partner Energinet.dk wollen demnach Gebote für die Konstruktion des Gleichstromkabels zwischen dem niederländischen Eemshaven und Endrup in Dänemark ausschreiben und rechnen Ende 2015 mit der Auftragsvergabe.

Die in Eemshaven beginnende Verbindung, an die auch Offshore-Parks angeschlossen werden können, soll vor allem die Nutzung der Windenergie verbessern. In die Hochspannungsleitung wollen Tennet und der dänische Partner Energienet.dk mehr als 600 Millionen Euro investieren. 2019 soll die Verbindung in Betrieb gehen.

Das Netz geht online
Rätselraten nach dem Blackout
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Wenn wie hier in Manhattan nach einem Sturm der Strom ausfällt, sitzen die Menschen im Dunkeln. Und das auch im übertragenden Sinne, denn oft fehlen Informationen: Wie lange dauert der Stromausfall? Sind schon Reparaturteams unterwegs? Hat es nur ein paar Häuser erwischt oder das gesamte Stadtviertel?

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Die Vernetzung als Regel
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Als es im vergangenen Dezember in Buenos Aires wegen großer Hitze und überlasteter Klimaanlagen wochenlang immer wieder Stromausfälle gab, organisierten sich die Menschen selbst: Auf Facebook und Twitter berichteten die Menschen über ihren "Energiestatus". So füllte sich eine dynamische Landkarte, die zeigte, wo es gerade Elektrizität gab. Ein Advanced Distribution Management System (ADMS) für das intelligente Stromnetz schafft die technologische Basis für diese Form der Vernetzung.

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Industrial Internet erobert das Stromnetz
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Die Versorgungsunternehmen bekommen mitunter erst spät mit, welche und wie viele ihrer Kunden von elektrischer Energie abgeschnitten sind. Dies ist im 21. Jahrhundert kaum mehr zeitgemäß. Das Advanced Distribution Management System (ADMS) von GE Digital Energy sammelt und analysiert ständig Daten von intelligenten Messgeräten, Transformatoren, und manuell übermittelten Informationen. Die Versorger können so schneller erkennen, wo Störungen vorliegen und welche Ursachen sie haben.

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Netze vor neuen Herausforderungen
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Gerade in Deutschland ist es mit der Energiewende komplizierter geworden Netzstabilität sowie Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Erneuerbare Energien werden vorrangig in die Netze eingespeist, doch die Mengen schwanken stark. Auch Haushalte werden immer häufiger zu Energieerzeugern. Hier springt das GE Advanced Distribution Management System (ADMS) ein und hilft nicht erst bei Störungen und Ausfällen, sondern hilft proaktiv, diese Probleme zu verhindern.

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Energiemanagement 4.0
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Sie sorgen für eine effiziente Verteilung der Energie und helfen Versorgern und Erzeugern, die Netztransparenz zu erhöhen. Gleichzeitig werden mit Strom unversorgte Bereiche durch Voll- und teilautomatisierte Schaltvorschläge deutlich schneller wieder mit elektrischer Energie versorgt.

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Alles in einer App
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Die Systemdaten sind auch unterwegs auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets abrufbar.  Im Störungsfall können Einsatztrupps so miteinander und mit der Netzleitwarte kommunizieren und schnell zielgerichtet auf alle wesentlichen Informationen zugreifen.  

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Besser werden
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Wissenschaftler der RWTH Aachen forschen weiter daran, die Leistung des Stromnetzes zu verbessern. Die Forscher überprüfen Leistungselektronik-Wandlern und Generatoren in Windenergieanlagen, Gasturbinen und künftig auch im Gleichstromnetz. Ziel ist es, die Leistung der Anlagen zu steigern und so das Erzeugen, Speichern und Verteilen des Stroms effizienter zu machen.

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Die Niederlande wollen künftig an der Emsmündung ein Viertel ihres benötigten Stroms erzeugen. Neben einem umstrittenen RWE-Kohlekraftwerk wird dort ein Gaskraftwerk gebaut. Im vergangenen Jahr ging außerdem das größte Bio-Kraftwerk der Benelux-Länder in Betrieb, das mit Abfallholz befeuert wird. Eemshaven wirbt für sich deshalb auch gerne als die Steckdose der Niederlande.

Das aktuelle Projekt der Dänen mit den Niederländern wird von der EU-Kommission mit mehr als 86 Millionen Euro gefördert - unter anderem weil es in ein künftiges Kabelsystem in der Nordsee integriert werden kann.

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Standort erkennen
    Erneuerbare Energien nutzen
    huGO-BildID: 17623366 In this photo taken on March 28, 2010 and released by the Shanghai Pacific Institute for International Strategy on Wednesday, A
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    Die Nachfrage ist da: Die Erzeugung erneuerbarer Energien kann die Umweltverschmutzung reduzieren und die Versorgungslage verbessern. Dennoch tun sich viele Länder schwer damit, erneuerbare Energien effektiv und kosteneffizient in bestehende Netze zu integrieren. Ein Überblick der Herausforderungen und Lösungen in verschiedenen Ländern.

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    Windräder im Morgennnebel
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    Alles unter Kontrolle?

    2012 wendete Deutschland 24 Milliarden Euro für Einspeisungstarife auf, die für Strom aus erneuerbaren Energien einen festen Preis pro Kilowattstunde garantieren. Diese Kosten haben die Begeisterung für erneuerbare Energiequellen abkühlen lassen.

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    Prime Minister opens world's largest offshore wind farm the Londo
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    Ihre Gebote bitte!: Eine weitere Möglichkeit, Energiekosten zu senken: ein Auktionssystem. Brasilien versteigert Windkraftkapazitäten gekoppelt an langfristige Verträge. Durch Versteigerungen von Verträgen mit 20 Jahren Laufzeit konnten die bisherigen Einspeisungstarife um bis zu 20 Prozent gesenkt werden.

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    Enrique Pena Nieto
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    Die Saison ist eröffnet: In Mexiko setzt die staatliche Energieversorgung auf einen Prozess namens „Open Season“: Übertragungskapazitäten sollen auf transparente Weise an private Erzeuger erneuerbarer Energien ausgegeben werden. Bis 2026 will Mexiko 35 Prozent seiner Versorgung mit erneuerbaren Energien realisieren.

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    Kraftwerk Mehrum
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    Hindernisse: Die monopolistische Position der Stromnetzbetreiber führt häufig zu hohen Anschlusskosten oder hohen Tarifen für erneuerbare Energien. Das aber hemmt das Wachstum. Um ihre Energieziele zu erreichen, müssen Regierungen weltweit für mehr Transparenz sorgen und die Tarifsituation im Sinne eines fairen Wettbewerbs regeln.

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    Zu den führenden Herstellern solcher Kabel und der für ihren Einsatz notwendigen Ausrüstung gehören neben Siemens auch ABB aus der Schweiz, Alstom aus Frankreich sowie Prysmian aus Italien. Der Boom erneuerbarer Energien lässt den Bedarf an Kabelverbindungen über Ländergrenzen hinweg immer mehr steigen. Vor allem Skandinavien, wo viel Strom aus Wind- und Wasserkraft gewonnen wird, treibt den Bau von Verbindungen mit dem Rest Europas voran. So betreibt Energinet.dk bereits ein Unterwasserkabel zwischen Norwegen, Schweden und Deutschland.

    • dpa
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