Milliardeneinnahmen Lohnt sich eine Vermögensteuer für den Fiskus?

Selbst ein kleiner Vermögensteuersatz würde schon mehr einbringen als der Soli. Doch auf der anderen Seite entstehen in Zusammenhang mit der Verwaltung auch immense Kosten.
18.07.2013 - 06:00 Uhr 13 Kommentare
Reiche werden trotz Finanzkrise immer Reicher: Aber wäre die Einführung einer Vermögensteuer den Aufwand wert? Quelle: dpa

Reiche werden trotz Finanzkrise immer Reicher: Aber wäre die Einführung einer Vermögensteuer den Aufwand wert?

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Die Bundesbank schätzt das Nettogeldvermögen der Deutschen auf 3,4 Billionen Euro. Selbst wenn man die Hälfte davon durch Freibeträge verschonte und einen scheinbar kleinen Vermögensteuersatz von einem Prozent erhöbe, ergäben sich pro Jahr 17 Milliarden Euro Einnahmen. Das ist mehr, als der Soli einbringt.

Da jedoch die Vermögensgegenstände einmal pro Jahr bewertet werden müssten, wären in der Finanzverwaltung 5000 neue Stellen erforderlich, schätzt die Steuergewerkschaft. Und das RWI-Institut fand schon in den 80er-Jahren heraus, dass für jede Million an Vermögensteueraufkommen rund 200.000 D-Mark Verwaltungskosten beim Fiskus anfallen und 123.000 D-Mark bei den Steuerpflichtigen, etwa für Steuerberater. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Steuern betrugen diese Vollzugskosten auf beiden Seiten lediglich knapp sechs Prozent. Zudem besteht das Risiko, dass das Vermögensteueraufkommen kleiner ausfällt als geplant, etwa weil die Steuerzahler Vermögen ins Ausland verlagern.

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