Moderne Technik Wie können Kreuzfahrtschiffe Seekrankheit verhindern?

Moderne Kreuzfahrtschiffe lassen den Urlauber leicht vergessen, dass er sich auf dem Wasser befindet. Doch wer seekrank wird, für den ist die Erholung erst mal vorbei. Werften wollen das mit neuen Techniken verhindern.
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Seekrank im Traumurlaub: Ein innovativer Ansatz soll das künftig verhindern. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH

Seekrank im Traumurlaub: Ein innovativer Ansatz soll das künftig verhindern.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Sie gleichen schwimmenden Städten, und die Möglichkeiten an Aktivitäten an Bord sind meist ebenso vielfältig wie an Land: Moderne Kreuzfahrtschiffe - die größten von ihnen sind mehr als 350 Meter lang und bieten Urlaubsflair für mehr als 5000 Passagiere - können den Kreuzfahrer leicht vergessen lassen, dass er sich auf See befindet. Shopping Malls, Schwimmbäder, Sportarenen, Minigolfanlagen, Kino- und Konzertsäle und selbst großzügige Grünanlagen zum flanieren in der Natur genießen Urlauber an oder unter Deck – wenn sie denn können.

Denn eines ist auf See anders als an Land, das Schiff ist ständig in Bewegung. Und diese Bewegungen, das Rollen um die Längsachse und das Stampfen um die Querachse oder am besten eine Kombination aus beidem, können vielen Menschen Probleme bereiten. Sie werden seekrank, und schon ist es mit der abwechslungsreichen Erholung vorbei.

Die besten Erfindungen aus zehn Jahren
Wind
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Windenergie

Einzelne Windturbinen können dank ausgefeilter Technologien in ihrer Leistung verbessert werden. Darüber hinaus wurden Lösungen entwickelt, die sowohl Leistung als auch Lautstärke eines ganzen Windparks optimieren. Im Angebot von GE sind diese Kontrollmöglichkeiten bereits erhältlich.

(Foto: GE)
MRT
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Neue Bildgebungssysteme

Zusammen mit GE Healthcare hat das Global Research Team High-End-Anwendungen für Ultraschall-, CT-, Röntgen- und Magnetresonanzbildgebung im Diagnosebereich entwickelt. Darunter befindet sich auch die Entwicklung eines neuen hybriden PET/MRT-Systems – einem Gerät, das die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Magnetresonanztomographie (MRT) in sich vereint. Die Anwendungsgebiete reichen von Krebs über neurologische Krankheiten bis hin zu Herz- und Lungenleiden.

(Foto: GE)
Bergbau
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Geländefahrzeuge für den Bergbau

Der Unterschied zwischen einer Krankenhausabteilung und Bergbaustandorten könnte größer nicht sein – aber Global Research Europe hat auch die Bergbaubranche dabei unterstützt, Geländefahrzeuge leistungsfähiger zu machen. Die Forscher haben geholfen, den elektrischen Antrieb für die Räder neu zu erfinden, und den Antriebsmechanismus dieser riesigen Laster zu vereinfachen.

Bild: Komatsu

Abwärme
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Abwärmenutzung

Im Bereich der Abwärmenutzung hat das European Research Center eine große Rolle bei der Entwicklung von ORegen gespielt – einem neuen Abwärmenutzungssystem, das es einer Gasturbine erlaubt, zusätzliche Energie zu produzieren, ohne dabei zusätzliche Emissionen freizusetzen oder Wasser zu verbrauchen. Im kanadischen Alberta soll dieses System zum Einsatz kommen, um 14.000 Haushalte (14MW) mit sauberer Elektrizität zu versorgen, sowie jährlich über 11 Millionen Liter Wasser und 38.000 Tonnen CO2 einzusparen. Auch in Brunei ist die Nutzung geplant.

(Foto: GE)
Genx
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Leichtere und hitzeresistente Turbinenschaufeln

Ein weiterer Erfolg beruht auf der Entwicklung eines Fertigungsprozesses zur Produktion extrem leichter und hitzeresistenter Turbinenschaufeln aus Titan-Aluminid, die in den GEnx-2B-Triebwerken verwendet werden. Diese kommen ihrerseits in der Lufthansa Boeing 747-8 zum Einsatz. Das neue Produktionsverfahren wurde am Standort von GE Aviation in Regensburg eingeführt. Der Fertigungsprozess wurde von Forschern von Global Research in den USA in Verbindung mit GE Aviation konzipiert. Das Team von Global Research Europe optimiert die Produktion fortlaufend durch die Automatisierung einzelner Prozessschritte.

(Foto: GE)

Seit langem arbeiten die Werften daher an Techniken, diese Bewegungen des Schiffes zu minimieren. Die ersten Flossen- oder Flügelstabilisatoren wurden bereits im Jahr 1898 patentiert – damals noch als längs zum Schiffsrumpf verlaufende, starre Flügel. Auch mit dem Umpumpen von Ballastwasser in speziellen Schlingertanks wurde lange experimentiert. Dieses System wird auch heutzutage zum Krängungsausgleich eingesetzt, um also Schiffe vor Anker liegend oder angelegt im Hafen in einer aufrechten Position zu halten – vor allem für Frachtschiffe beim Be- und Entladen sehr wichtig.

Für die Fahrt auf See haben sich allerdings seitliche Stabilisatoren durchgesetzt, die heute fast alle großen Kreuzfahrtschiffe nutzen. Sie funktionieren wie überdimensionale Flossen und werden ein gutes Stück unterhalb der Wasserlinie seitlich aus dem Rumpf ausgefahren. Um die Längsachse drehbar, erzeugen sie je nach Stellung Auf- oder Abtrieb und wirken so einem Teil der ungewünschten Bewegungen des Schiffes entgegen. Sie sind computergesteuert und ständig in Bewegung. Allerdings erhöhen sie den Widerstand des Schiffes und somit die Treibstoffkosten und verringern nicht zuletzt die Geschwindigkeit der Urlaubsdampfer.

Einen neuen, innovativen Ansatz, solche ungewünschten Schiffsbewegungen zu verhindern haben jetzt die Unternehmen Hoppe Marine und Marintek aus Norwegen gefunden. Sie haben ein Schiff entwickelt, das in seinem Inneren Wellen erzeugt, um die Wellen der See zu brechen.

Spezielle Wassertanks im Schiffsrumpf erzeugen computergesteuert Wellenbewegungen, die den von außen einwirkenden Kräften der Weltmeere entgegenwirken. Bisher existiert zwar erst ein kleines Modell, das im Bassinversuch allerdings beweisen konnte, dass diese Technik durchaus wirksam funktioniert. Das erste Schiff, das mit dieser Technik ausgerüstet wird, baut Hyundai Heavy Industries derzeit in Südkorea. Es soll 155 Meter lang sein, Platz für gut 800 Passagiere bieten und im Juni 2015 vom Stapel laufen. Ob damit die gefürchtete Seekrankheit endgültig der Vergangenheit angehört, muss sich natürlich erst noch erweisen. Doch in jedem Fall wird mit dieser Innovation wohl ein noch ruhigeres Kapitel der Kreuzfahrtgeschichte eingeläutet.

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