Pralinen, Brötchen, Nudeln Können wir uns das Essen bald zu Hause ausdrucken?

3D-Drucker finden langsam ihren Weg in den Alltag. Vom Spielzeug bis zum ganzen Haus lässt sich prinzipiell alles mit ihnen produzieren. Auch Hersteller von Nahrungsmitteln haben ihre Chance gewittert.
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Nudeln aus dem Drucker: Daran arbeiten derzeit der Hersteller Barilla. Quelle: picture alliance / dpa picture alliance / dpa

Nudeln aus dem Drucker: Daran arbeiten derzeit der Hersteller Barilla.

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Möglich ist das tatsächlich: Der italienische Nahrungsmittelhersteller Barilla zum Beispiel arbeitet derzeit intensiv an einem 3D-Drucker für Nudeln. Die Geräte sollen auf Knopfdruck verschiedene Sorten und die unterschiedlichsten Motive produzieren. Allerdings werden die dazu nötigen Teigpatronen nicht nach Hause, sondern erst einmal an Restaurants geliefert werden. Wann es so weit ist? Das steht noch nicht fest.

Einen Schritt weiter ist da die amerikanische Firma 3D-Systems. Sie bietet einen Drucker an, der aus Zucker und Schokoladenpulver die schönsten Süßigkeiten macht. Schicht für Schicht werden Pralinen oder Tortenschmuck aufeinander geschmolzen. Wer das Gerät haben will, muss freilich tief in die Tasche greifen: Der günstigste Apparat kostet 5000 Dollar.

Die meisten derzeit erhältlichen 3D-Drucker sind aber nicht dazu da, Köche und Konditoren zu ersetzen. Vielmehr werden die Geräte eingesetzt, um Prototypen in der Industrie zu fertigen. Adidas etwa druckt damit erste Modelle seiner Turnschuhe, Playmobil fertigt Unikate seiner bunten Plastikmännchen. Berliner Forscher haben jüngst sogar einen Dinosaurierknochen nach dem Vorbild eines Fossils nachgedruckt. Beim industriellen 3D-Druck geht es also meist um Dinge, die nur in kleiner Stückzahl gebraucht werden.

Dreidimensionale Produkte auszudrucken, funktioniert nach einem einfachen Verfahren: Der Rohstoff wird als Pulver in den Drucker gefüllt, ein Laser schmilzt das Material, das dann als flüssiger Strahl aus dem Printer kommt – wie bei einer Heißklebepistole. Eine Software informiert den Drucker, wie das Teil aussehen soll. Der Drucker trägt dann entsprechend Schicht für Schicht auf eine Plattform auf, die sich in der Mitte des Gerätes langsam absenkt, so dass am Ende das fertige Produkt darauf steht.

Firmen wie 3D-Systems oder Stratasys dominieren derzeit den Markt. Doch auch die großen Druckerhersteller wie Hewlett-Packard und Epson arbeiten an eigenen Geräten.

Die Einsatzmöglichkeiten sind unbegrenzt, die Fantasie der Entwickler ist es auch. Und so tüfteln die Experten heute schon an Verfahren, wie sich ganze Häuser ausdrucken lassen könnten.

Schicken Sie Ihre Fragen an leserfragen@handelsblatt.com. In der Rubrik "Frage der Woche" sucht das Team vom Handelsblatt Research Institute für Sie die Antworten.

Unsere Welt in 3D
Blizzident2
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Die 6-Sekunden-Zahnbürste

Zweimal täglich sollte man seine Zähne mindestens drei Minuten putzen – jedenfalls mit einer herkömmlichen Zahnbürste. Mit der 3D-produzierten Variate von Blizzident geht das auch anders. Das Präzisionsgerät mit seinen 400 Borsten soll die Zähne in nur sechs Sekunden blitzblank putzen. Damit das Modell auch wie angegossen passt, wird vorher in einem Zahnlabor ein 3D-Modell der eigenen Zähne erstellt.

Nasa
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Hungrig im Weltall

3D-Drucker funktionieren bei weitem nicht nur mit Kunststoffen, wie dieses Projekt zeigt: Astronauten sollen sich ihre Pizza künftig selbst ausdrucken können – und das ohne frische Zutaten, denn die gibt es auf Langzeitmissionen im Weltall nicht. Die Entwicklung wurde von der US-Weltraumbehörde Nasa höchstpersönlich mit 125.000 US-Dollar finanziert.

SWITZERLAND 3D PRINTER
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Virale Produktion

Jeder frei verfügbare Bauplan aus dem Internet kann heruntergeladen und ausgedruckt werden. Die virale Blaupause schlechthin ist bislang wohl die einer Waffe. 3D-Drucker sind allerdings auch schon im Haushalt angekommen – ein Küchengerät dürfte also bald zum Viralitätssieger werden.

LayerWise
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Titan statt Knochen

3D-Drucker können auch für Implantate - beispielsweise aus Titanpulver - verwendet werden. Dabei werden Öffnungen ausgespart, damit sich die Muskeln besser mit dem Kiefer verbinden können, und das Implantat sich besser in den Körper integrieren kann. Die erste Person, der ein derartiger 3D-gedruckter Unterkiefer eingesetzt wurde, war eine 83-jährige Belgierin. Mehrere tausend Lagen wurden dafür miteinander verschmolzen.

Kamermaker1
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Der Traum vom eigenen Hausdruck

Von Europa bis Asien liefern sich Architekten ein Wettrennen darum, wer es schafft, als erster ein komplettes Haus aus dem 3D-Drucker zu bauen. Darunter ist auch das Team von DUS Architects, die in Amsterdam mit ihrem riesigen 3D-Drucker namens "KamerMaker" ein Haus am Kanal planen. Das Gerät kann Decken, Fenster, Türen und Möbel aus verschiedensten Materialien verarbeiten. 2014 soll das Haus fertig werden.

  • jojo
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