Arzneimittel Viele Krebsmittel vor der Zulassung

Die Pharmabranche will im neuen Jahr zahlreiche neue Medikamente herausbringen. Vor allem eine große Anzahl von Arzneimitteln zur Bekämpfung von Krebs stehen vor der Markteinführung.
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Neue Präparate: 2015 sollen eine zweistellige Zahl neuer Krebsmedikamente die Zulassung erhalten. Quelle: dpa

Neue Präparate: 2015 sollen eine zweistellige Zahl neuer Krebsmedikamente die Zulassung erhalten.

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Beim Thema Innovationen kann sich der Pharmastandort Deutschland derzeit sehen lassen: 49 Medikamente mit neuem Wirkstoff sind 2014 hier auf den Markt gekommen, und für das neue Jahr stehen schon weitere zahlreiche Neuentwicklungen in den Startlöchern.

Allein 20 Medikamente sind laut der aktuellen Statistik des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen bereits von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen, aber noch nicht auf dem deutschen Markt eingeführt. 15 weitere haben eine Zulassungsempfehlung, und fast drei Dutzend Medikamente befinden sich noch im Zulassungsprozess. Auch wenn erfahrungsgemäß nicht jedes Mittel, das sich im Prüfverfahren befindet, auch tatsächlich zugelassen wird und auf den Markt kommt, so zeigt sich dennoch, dass der Innovationsprozess in der Branche deutlich an Fahrt gewonnen hat.

Durchbruch bei Krebstherapien

Dank der großen Fortschritte bei der Entschlüsselung des Genoms in den vergangenen Jahren gibt es viele neue Krebstherapien. Der Verband der Arzneimittelhersteller rechnet damit, dass 2015 eine zweistellige Zahl neuer Krebsmedikamente die Zulassung erhalten wird, darunter mehrere gegen Schwarzen Hautkrebs sowie Lungen-, Magen- und Eierstockkrebs sowie Leukämien.

Lassen sich die Risiken vermeiden?
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Aus einer „Brustkrebsfamilie“: Brustkrebs kommt in manchen Familien gehäuft vor; zwischen 5 und 10 Prozent aller Fälle sind nach Informationen der Deutschen Krebshilfe erblich bedingt. Etwa eine von 800 Frauen ist Trägerin eines veränderten sogenannten BRCA1-Gens, schätzt der Berufsverband der Frauenärzte. Der wohl prominenteste Fall ist US-Schauspielerin Angelina Jolie, die sich vorbeugend ihre Brüste entfernen ließ. Doch Betroffene müssen nicht zwangsläufig erkranken, ihr Risiko dafür ist erhöht.

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Auf den Lebensstil kommt es an: Die Forschung zum Einfluss des Lebensstils auf das Brustkrebsrisiko hat in den letzten Jahren in einigen Bereichen mehr Fragen aufgeworfen, als sie beantworten konnte. Doch eins ist klar: Bewegungsmangel und Übergewicht haben einen eindeutig ungünstigen Effekt. Gerade in den Wechseljahren habe Bewegung schützenden Effekt, so der Krebsinformationsdienst.

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Erst zur Schwangerschaftsverhütung und später in den Wechseljahren: Doch die Geschlechtshormone beeinflussen nicht nur den Menstruationszyklus, sondern auch die Entwicklung der Brust – und damit die Entwicklung von Brustkrebszellen. Über eine mögliche Erhöhung des Erkrankungsrisikos sollten Patientinnen mit ihrem Arzt sprechen.

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Auf das Alter kommt es an: Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist nicht in jedem Lebensabschnitt gleich hoch. Nach Informationen des Robert Koch Instituts muss im Alter von 35 Jahren eine von 110 Frauen damit rechnen, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu erkranken. Mit 45 ist es eine von 47, mit 55 erhält innerhalb der nächsten zehn Jahre eine von 31 Frauen die Diagnose. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit im Alter von 65 bis 75 Jahren: Eine von 27 Frauen dieses Alters erkrankt. Danach sinkt das Risiko wieder leicht.

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Gute Heilungschancen: Je eher der Brustkrebs erkannt wird, umso besser die Heilungschancen. Das bestätigen die Zahlen, denn auch wenn mit der erhöhten Lebenserwartung die Zahl der Erkrankten steigt, sterben gleichzeitig weniger an den Folgen.

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Für Aufmerksamkeit sorgen: Kampagnen wie hier in Washington am Weißen Haus, wo die Rosa Schleife als Symbol für Brustkrebs gehisst wird, sollen Frauen sensibilisieren und allgemein Bewusstsein schaffen.

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Prominente Fälle: Eine der bekanntesten Brustkrebspatientinnen hierzulande ist wohl Sylvie Meis. Nach der Chemotherapie mussten ihre langen, blonden Haare 2011 erst wieder nachwachsen. Die Prominenz des Models lenkte viel Aufmerksamkeit auf das Thema – etwa wie hier bei der Charity Gala „Dreamball“ für Krebspatientinnen.

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Mehrere dieser Medikamente machen sich dabei die Wirkung von Immunzellen zunutze. Ein Hautkrebs-Mittel der US-Biotechfirma Amgen beispielsweise nutzt Viren für den Angriff auf den Tumor: Zunächst bringt das Mittel den Tumor zum Platzen, in einem zweiten Schritt spüren die weißen Blutkörperchen die Krebszellen, die sich im Körper ausgebreitet haben, auf und bekämpfen sie. Erhält der Amgen-Wirkstoff namens Talimogen laherparepvec (T-VEC) die Zulassung, wäre das die erste Therapie in der neuen Arzneimittelklasse der onkolytischen Immuntherapien.

Für Patienten mit stark erhöhtem Cholesterinspiegel und einem entsprechend hohen Infarkt- und Schlaganfallrisiko wird in Zukunft eine neue Klasse an Cholesterinsenkern auf den Markt kommen. Hier sind unter anderem die Firmen Sanofi und Regeneron, aber auch Amgen sowie Pfizer aktiv.

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