Exportschlager Deutsche Medizintechnik weltweit gefragt

Seite 3 von 3:
Wirtschaftskrise bremst Exporte
Deutsche Medizintechnik für die Welt: die Krise sorgt für eine Delle. Quelle: dpa

Deutsche Medizintechnik für die Welt: die Krise sorgt für eine Delle.

(Foto: dpa)

Diese Aufholprozesse würden dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Medizintechnik in Osteuropa um etwa neun Prozent steigt und in Asien um 16 Prozent – und zwar Jahr für Jahr. Das hat eine Studie von Henning Vöpel ergeben. Der Ökonom hat die Entwicklungen der vergangenen Jahre analysiert und dann hochgerechnet, wie sich die globalen Märkte für die deutsche Medizintechnik bis 2020 entwickeln dürften.

In der Studie heißt es auch: "Die globale Nachfrage nach Medizintechnik wird langfristig durch unverändert sehr stabile Trends bestimmt: das Wachstum der Weltbevölkerung, die steigenden Einkommen in vielen bevölkerungsreichen Schwellenländern und schließlich die demografische Alterung in einigen europäischen Ländern."

Kurzfristig dürfte die Nachfrage nach deutscher Medizintechnik aber erst einmal etwas gedämpft sein. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die aktuelle Schuldenkrise in Europe haben bereits Spuren in der Statistik der deutschen Medizintechnik-Exporte hinterlassen: Die Kurve, die zeigt, dass eigentlich Jahr für Jahr mehr Medizintechnik aus Deutschland exportiert wird, bekam 2009 eine Delle.

Ab 2016 dürfte auch wieder mehr Medizintechnik von Deutschland nach Griechenland und Co. exportiert werden, prognostiziert Vöpel. Früher oder später werde nachgeholt werden, was derzeit nicht möglich ist. Und im Jahr 2020 soll dann ein neuer Rekord erreicht sein: Deutsche Medizintechnik-Hersteller sollen dann rund 30 Milliarden Euro Umsatz machen und drei Viertel davon mit dem Export verdienen.

Zahlen zur Herstellung von Medizintechnik in Deutschland

  • 1160 Medizintechnik-Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten gab es 2012 in etwa.
  • 94.500 Mitarbeiter beschäftigten all diese Medizintechnik-Unternehmen zusammen.
  • 22,3 Milliarden Euro betrug der Gesamt-Umsatz im Jahr 2012.
  • 15,1 Milliarden Euro des Umsatz' wurden mit Exporten erwirtschaftet.
  • 68 Prozent beträgt also die Exportquote.
  • 9 Prozent des Umsatzes investierten die Medizintechnik-Firmen in Forschung und Entwicklung.
  • 32 Prozent der vertriebenen Produkte gelten als innovativ, das heißt sie sind jünger als drei Jahre und haben ein Patent.
  • 15.267 Röntgen-Apparate und Computertomografen wurden 2012 in Deutschland hergestellt.
  • 854.000 Endoskope für medizinische Zwecke wurden 2012 in Deutschland hergestellt.
  • 14.076.000 Hohlnadeln für medizinische und chirurgische Zwecke wurden 2011 in Deutschland hergestellt.

    Quellen: Spectaris, Statistisches Bundesamt

  • Franziska Badenschier
Startseite
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%