Gen-Code Mediziner loten Grenzen der DNA-Entschlüsselung aus

Der Gen-Code eines Babys enthält unzählige Informationen über den Gesundheitszustand – aber auch über Risikofaktoren. Doch welche Auskünfte sind im Sinne von Kind und Eltern? Wissenschaftler wollen das herausfinden.
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Welche Informationen schlummern im Erbgut? Früher oder später soll das auch bei gesunden Kindern geprüft werden. Quelle: ap

Welche Informationen schlummern im Erbgut? Früher oder später soll das auch bei gesunden Kindern geprüft werden.

(Foto: ap)

WashingtonGerade erst auf der Welt und schon eine Pionierin: Der kleinen Amelia Sloan wurden kurz nach der Geburt einige Tropfen Blut entnommen, um ihren genetischen Code zu entziffern. Sie ist Teil eines Forschungsprojekts in den USA, das die DNA von Babys entschlüsselt. Mit dem Wissen stellen sich jedoch zahlreiche ethische Fragen, die noch lange nicht beantwortet sind.

Sollen die Eltern nur von Krankheiten erfahren, die in der Kindheit auftreten? Oder wollen sie auch wissen, ob ihre Kinder zum Beispiel ein entscheidendes Gen für die Entstehung von Brustkrebs in sich tragen? Könnte das Wissen um zukünftige Risiken beeinflussen, wie die Familie mit einem sonst gesunden Kind umgeht? Und wie exakt ist die Technologie überhaupt? Könnte sie zu oft falschen Alarm schlagen?

„Das hat sich schon abgezeichnet“, sagt der Kinderarzt und Genetiker Alan Guttmacher über die aufkeimende Debatte über die Grenzen der genetischen Revolution. Die Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH), eine Behörde des Gesundheitsministeriums, kündigten im vergangenen Monat ein 25 Millionen Dollar (rund 18 Millionen Euro) teures Pilotprojekt in vier

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Städten an – Boston, San Francisco, Chapel Hill und Kansas City. Dort sollen einige der Fragen beantwortet werden, bevor die Technologie einem weiteren Elternkreis zur Verfügung steht.

Bisher werden die jährlich vier Millionen in den USA geborenen Babys auf mindestens 30 seltene Krankheiten getestet. Ein vollständiger gentechnischer Bauplan würde darüber weit hinausgehen und möglicherweise hunderte weitere Krankheiten oder Risikofaktoren offenlegen. Einige von ihnen treten bereits in der Kindheit auf, andere erst viel später. Manche sind behandelbar, andere nicht.

Die experimentellen Tests werden einige Mutationen aufdecken, von denen seit längerem bekannt ist, dass sie ernsthafte Erkrankungen auslösen. Eltern müssen sich daher vorher entscheiden, ob sie diese Informationen haben wollen. Genveränderungen, die zu behandelbaren oder vermeidbaren Erkrankungen führen können, werden dem Hausarzt der Familie mitgeteilt. Die Eltern könnten also erfahren, ob ihr Kind ein Gen in sich trägt, das Brustkrebs auslöst.

Was ist legal, ethisch vertretbar und medizinisch sinnvoll
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