Gesundheitsrisiko Gefährlich schlechte Luft

Luftverschmutzung schadet Menschen nicht nur auf Großstadt-Straßen: Fast drei Milliarden Menschen vor allem in Asien und Afrika sind durch schlechte Luft im eigenen Zuhause ernsten Gesundheitsrisiken ausgesetzt.
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Ein Mädchen sitzt Äthiopien an einer traditionellen Feuerstelle und kocht: Der Rauch erhöht das Risiko, an Lungenentzündung, Asthma oder Lungenkrebs zu erkranken. Quelle: dpa

Ein Mädchen sitzt Äthiopien an einer traditionellen Feuerstelle und kocht: Der Rauch erhöht das Risiko, an Lungenentzündung, Asthma oder Lungenkrebs zu erkranken.

(Foto: dpa)

LondonLuftverschmutzung schadet Menschen nicht nur an Großstadt-Straßen: Weltweit atmet mehr als jeder Dritte im eigenen Zuhause gefährlich schlechte Luft, die beim Verbrennen von Kohle oder pflanzlichen Brennstoffen entsteht. Fast drei Milliarden Menschen vor allem in Asien und Afrika seien dadurch ernsten Gesundheitsrisiken ausgesetzt, berichten Experten im britischen Fachjournal „The Lancet Respiratory Medicine“. Sie nutzen etwa Holz oder Kohle zum Kochen, Heizen und als Lichtquelle.

Diese Brennstoffe würden oft in einem offenen Feuer oder in einfachen Öfen verbrannt, so dass die Luft in wenig belüfteten Räumen stark verschmutzt werde, schreibt das Team um Stephen Gordon von der Liverpool School of Tropical Medicine in Großbritannien und William Martin von der Ohio State University in den USA. Der Rauch enthält neben Ruß auch viele andere für den Körper schädliche Verbindungen, die Atemwege reizende oder krebserregende zum Beispiel.

Wie sich das Gesundheitswesen verändern wird
Die Ironie der Realität
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Viele der größten Herausforderungen, die das 21. Jahrhundert mit sich bringt, sind letztlich das Resultat positiver Veränderungen – zum Beispiel die höhere Lebenserwartung und eine bessere Vernetzung. Um die unerwünschten Nebeneffekte abzufedern, braucht es innovative Ideen, Forschung und Technologien. Im Folgenden die fünf wichtigsten Entwicklungen im Gesundheitsbereich.

Alternde Gesellschaft
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Bis 2050 soll die Zahl der Über-60-Jährigen auf über zwei Milliarden steigen, prognostiziert die WHO. Dadurch wird auch die Zahl von altersbezogenen Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer zunehmen. Vor allem in den Entwicklungsländern, in denen gegenwärtig 80 Prozent der durch chronische Erkrankungen verursachten Todesfälle auftreten, werden davon betroffen sein.

Kein ganz gewöhnlicher Tourist
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Aufgrund steigender Behandlungskosten reisen Patienten zunehmend ins Ausland, um sich dort behandeln zu lassen. Das Wirtschaftsvolumen des Medizintourismus wird pro Jahr auf zwischen10 und 40 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zu den Top-Zielen zählen Indien, Mexiko und Thailand.

Wählen Sie D für Doktor
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Durch die zunehmende Vernetzung sind immer mehr qualifizierte Leistungen im Bereich Gesundheit verfügbar. Zu den Anwendungen zählen hier mobile Gesundheits-Apps, Diagnosen via Videokonferenz sowie Sprechstunden per Telepräsenz. Auch Fernoperationen können mithilfe von Chirurgie-Robotern möglich werden.

Zu wenige Spenderorgane
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Weltweit sind Spenderorgane knapp. Auf eine Million Einwohner kommen in der EU durchschnittlich nur 19,5 Spender. Deutschland liegt mit 10,7 Spendern deutlich darunter. 2014 gab es hier laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation insgesamt nur 864 postmortale Organspenden. Lösen ließe sich die geringe Bereitschaft der Bürger hierzulande mit Organen aus dem 3D-Drucker: Durch die neue Technologie könnten Angebot und Nachfrage ausgeglichen werden.

Analysen in Indien hätten gezeigt, dass in manchen Gebieten die Luft im Haus schlechter sei als draußen. Die Verschmutzung war dort demnach dreimal höher als in einer typischen Straße in London und lag damit deutlich über den empfohlenen Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch Schimmel und Zigarettenrauch könnten die Qualität der Atemluft stark beeinträchtigen. Schätzungen zufolge seien 2010 etwa 3,5 bis 4 Millionen Menschen infolge der Luftverschmutzung in Haushalten gestorben.

600 bis 800 Millionen Familien weltweit seien gefährdet, zum Beispiel an Lungenentzündung, Asthma oder Lungenkrebs zu erkranken, warnen die Wissenschaftler. Vor allem in Armut lebende Frauen und Kinder seien betroffen. Die internationale Gemeinschaft gehe noch nicht ausreichend gegen Luftverschmutzung im Haushalt vor. Rauchfreie Kochstellen und Solarsysteme seien eine mögliche Lösung, müssten aber mindestens ebenso günstig, effizient und langlebig sein wie die herkömmlichen Methoden in der Region. Sonst drohe ein teurer Fehlschlag, betont das Team. Die Analyse wurde von der Bill & Melinda Gates Foundation mitfinanziert.

  • dpa
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