Oberster Medizinkontrolleur Zweifel am Prinzip des Check-ups

Alle zwei Jahre zum Check-up, Haut oder Prostata sollen auch öfter untersucht werden. Nicht jeder geht zur Vorsorge zum Arzt, doch viele nutzen die Angebote. Ein Experte zweifelt aber an ihrem Sinn.
29.12.2013 - 22:30 Uhr 3 Kommentare
Vorsorgeuntersuchungen: Über Vor- und Nachteile regelmäßiger Check-ups soll besser informiert werden. Quelle: dapd

Vorsorgeuntersuchungen: Über Vor- und Nachteile regelmäßiger Check-ups soll besser informiert werden.

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Berlin Der oberste deutsche Medizinkontrolleur Jürgen Windeler hat den Sinn vieler Vorsorgeuntersuchungen in Arztpraxen infrage gestellt. Nach wissenschaftlichen Kriterien seien unter anderem die Tastuntersuchung nach Prostatakrebs, der regelmäßige allgemeine Check-up und das Hautkrebs-Screening fragwürdig, sagte der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) der „Berliner Zeitung“. Die Patienten müssten sich darüber im Klaren sein, dass es dabei auch um handfeste ökonomische Interessen der Ärzte gehe.

Windeler verlangte eine nüchterne Debatte über Sinn und Zweck der Angebote sowie eine bessere Information über Vor- und Nachteile. Konkret begründete er seine Warnung nicht. Andere Kritiker argumentieren aber immer wieder, dass es bei Vorsorgeuntersuchen auch zu Fehldiagnosen und schlimmstenfalls unnötigen Operationen komme, sich die Gesundheitskosten langfristig aber nicht senken ließen.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies am Samstag darauf, dass der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken entscheidet, welche Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Dies geschehe auf wissenschaftlicher Grundlage.

Ein Sprecher der Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen sagte der Nachrichtenagentur dpa, der Leistungskatalog der Kassen umfasse ein breites Spektrum an Vorsorgeuntersuchungen. „Das Problem bei vielen darüber hinausgehenden Zusatzleistungen von Ärzten ist, dass sie mehr dem Portemonnaie des Arztes dienen als der Gesundheit des Patienten.“

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