Pflegemesse Rehacare Auto ohne Sitz und eine Sänfte zum Wandern

Ein Auto für Rollstuhlfahrer ohne Sitz zum einfachen Reinrollen, eine Art Sänfte zum Wandern und Sportrollis: Auf der Pflegemesse Rehacare sind bis Sonntag mehrere Tausend Neuheiten zu sehen.
24.09.2014 - 17:24 Uhr Kommentieren
Der Rollstuhl zum Wandern ist eine Erfindung aus Frankreich. Quelle: dpa

Der Rollstuhl zum Wandern ist eine Erfindung aus Frankreich.

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Düsseldorf Das Fahrzeug namens „Elbee“ ist ein kleiner, weißer Stadtflitzer. Der 2,50 Meter lange Wagen bietet ein Sportlenkrad, Digitalanzeigen und im Kofferraum ist noch Platz für einen Sechserpack Mineralwasser. Allerdings fehlt der Vordersitz - und das ist gleichzeitig das Besondere an dem Auto: Rollstuhlfahrer müssen sich nicht umständlich in den Wagen setzen sondern rollen über eine Rampe gleich hinein. Ähnlich wie bei einer alten Isetta ist das Fahrzeug nach vorne hin zu öffnen.

Bei der Pflegemesse Rehacare in Düsseldorf (bis 27. September) ist „Elbee“ eine von zig Tausend Neuheiten der 900 Aussteller, die noch bis Sonntag ihre Produkte zeigen. „Airbags hat der Wagen nicht“, muss der Sohn des tschechischen Herstellers, Ladislav Brazdil, einräumen. Rund 100 Stundenkilometer schafft das kugelförmige Fahrzeug. „Zumindest bergab“, sagt Brazdil. Kostenpunkt: Knapp 20 000 Euro.

Auto zum Reinrollen: In dieses Gefährt können Rollstuhlfahrer leicht

Auto zum Reinrollen: In dieses Gefährt können Rollstuhlfahrer leicht "einsteigen".

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Wesentlich günstiger ist dagegen der Rollstuhl zum Wandern, eine Erfindung aus Frankreich. Das 3000-Euro-Modell ähnelt einer Sänfte mit Rädern. In der Mitte befindet sich der Sitz, an den Enden ist ein Gestänge, mit dem zwei kräftige Helfer das Gefährt in der Waage halten - oder je nach Gelände auch anheben. Die Export-Chefin der französischen Firma schwört, dass mit „Joelette“ das Himalaya-Gebirge durchaus machbar ist. „In Frankreich und Spanien sind damit auch schon Marathons bestritten worden“, sagt Claudie Brossat. Auch in Naturparks seien die Rollstühle bereits im Einsatz. „Das Wichtigste ist, dass man mit dem Modell tolle Erlebnisse wieder mit den Angehörigen teilen kann.“

Große Innovationen der Medizintechnik
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Die Entdeckung der „X-Strahlen“ im Jahr 1895 führten den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen zum Nobelpreis. Seine revolutionäre Entdeckung machte er nur zufällig bei einem Experiment mit einer Kathodenstrahlröhre. Ein Jahr später, 1896, bauten die Niederländer Heinrich Hoffmans und Lambertus van Kleef in Maastricht eines der ersten Röntgengeräte.

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Arztpraxen werden auf Fehler durchleuchtet
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Der erste Herzschrittmacher wurde 1958 bei einem Patienten in Stockholm eingesetzt, nachdem es gelang ein Gerät zu entwickeln, das klein genug war. Damals mussten die Herzschrittmacher allerdings noch täglich extern neu aufgeladen werden. Heute halten sie viele Jahre, bevor ihre Batterien ausgetauscht werden müssen.

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Schlaganfall bei Kindern
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Der Magnetresonanztomograph, kurz MRT, hilft Ärzten dabei, sich die Organe eines Patienten ohne eine Operation ansehen zu können. Zunächst verbreitete sich die Technik in den Bereichen der Physik und Chemie. Abgebildet wurden beispielsweise flüssigkeitsgefüllte Modelle. Ab Mitte der 1970er Jahren wurde die Technik auch für die Untersuchung von Menschen genutzt. 1981 wurde die Kernspintomographie schließlich klinisch eingeführt.

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GE Healthcare Innovations
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Bei den Fortschritten im Bereich der MR-Tomographie geht es vor allem darum, bei den Patienten Stress und Ängste zu reduzieren. Eine neue Technologie macht die Untersuchung des Kopfes in der Röhre nahezu lautlos – und das bei hoher Bildqualität. Das dumpfe laute Klopfen, das mit bis zu 120 Dezibel die Lautstärke eines startenden Düsenflugzeugs erreichen kann, weicht einem kaum noch wahrnehmbaren Geräusch.

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GE Healthcare Innovations
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Patienten können sich heute sogar ihre eigene Entspannungswelt aufbauen: Mit Hilfe eines über einen Tablet-PC steuerbaren Systems werden während der MR-Tomographie beruhigende Naturaufnahmen an der Zimmerdecke gezeigt, dazu kommen Musik und Lichtfarben. Das Spektrum reicht vom gemütlichen Platz am Kamin über die Südseeinsel Tahiti bis hin zum Comic für Kinder – was auch immer dem Patienten am besten dabei hilft, den Stress zu reduzieren.

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Berlin, Arzt beurteilt Roentgen-und CT-Aufnahmen
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In den 1960er Jahren arbeitete der britische Elektrotechniker Godfrey Hounsfield an der Entwicklung der ersten Prototypen für die Computertomographie, bei der Röntgenstrahlen das Körpergewebe durchdringen und dreidimensionale Computerbilder produzieren. Die erste CT-Aufnahme an einem Menschen erfolgte schließlich im Jahr 1971. Und schon ein Jahr später entschied sich das Londoner Atkinson Morley Hospital für eine Anschaffung des ersten kommerziellen Gerätes.

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Mathematik ist in der CT-Bildgebung der Schlüssel zu besserer Bildqualität - aber auch zur Dosisreduktion. Die sogenannte modellbasierte iterative Rekonstruktion, ein mathematisches Verfahren zur Auswertung der Bilddaten, ist ein wichtiger technischer Meilenstein, den bis heute nur ein Hersteller vollzogen hat.

Für die Strahlendosis eines CT-Unterbauchscans fallen mit dieser Technik lediglich 0,2 Millisievert (mSv) an. Zur besseren Verdeutlichung: Auf einem Langstreckenflug von Berlin nach New York ist ein Passagier einer natürlichen Umgebungsstrahlung von 0,032 – 0,075 mSv ausgesetzt. 

* 1 Flug entspricht durchschnittlich 0,06 mSv (Helmholtz-Center)
** mit VEO, gemäß EUR - 16262 EN

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Was ein Rollstuhl im Spitzensport aushalten muss, darüber informiert Basketball-Nationalspieler Dirk Passiwan in einer der Messehallen. „Leicht, wendig und stabil - das ist das Wichtigste“, berichtet der Profi, der selbst im Rollstuhl sitzt. Die erste Runde in einem der neuen Modelle wird gleich gedreht, den Ball locker nebenher dribbelnd. Im kommenden Jahr wird sein Team in den Sportrollis von einem niedersächsischen Hersteller die Europa-Meisterschaft bestreiten.

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    Die Messe Rehacare zeigt jedoch nicht nur Alltags- und Mobilitätshilfen sowie Sportgeräte für behinderte Kinder und Erwachsene, die Neuheitenschau richtet sich auch an Senioren. Mit einem Liegendrad können Rentner mit Hüft-, Rücken- oder Knieproblemen weiterhin sportlich aktiv sein. Der Einstieg ist tiefer, der Sitz breiter, umkippen kann das Rad auch nicht. Hinten können sogar Krücken eingehängt werden. „Auf den ersten Blick sieht es aus, wie ein ganz normales Liegendrad“, meint eine Besucherin. „Da fällt die körperliche Einschränkung gar nicht auf.“

    • dpa
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