Studie Nachbarschaftsliebe gegen den Herzinfarkt

Wer zu seinem Nachbarn ein gutes Verhältnis pflegt, tut auch was für seine Gesundheit. Bei einer Studie haben Forscher in den USA ein 67 Prozent geringeres Herzinfarktrisiko nachgewiesen.
19.08.2014 - 17:15 Uhr Kommentieren
Gartenzwerg im Vorgarten: Je besser das Verhältnis zum Nachbarn, desto niedriger das Herzinfarkt-Risiko. Quelle: dpa

Gartenzwerg im Vorgarten: Je besser das Verhältnis zum Nachbarn, desto niedriger das Herzinfarkt-Risiko.

(Foto: dpa)

Paris Wer im Zwist mit seinen Nachbarn lebt, der sollte sich schleunigst um Aussöhnung bemühen: Einer neuen Studie zufolge kann ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn deutlich das Herzinfarkt-Risiko verringern. Der Effekt sei sogar "in etwa vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem Raucher und einem Nichtraucher", stellten die Forscher der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung fest.

Fünf Jahre lang hatten Wissenschaftler in den USA mehr als 5000 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren beobachtet, die zu Studienbeginn kein bekanntes Herzproblem hatten. Zwei Drittel der Gruppe waren Frauen. Zu Beginn der Studie sollten die Probanden auf einer Skala von sieben Punkten angeben, wie sehr sie sich als Teil der Nachbarschaft fühlten, sich bei Problemen auf Nachbarn verlassen können oder wie freundlich diese sind.

Das Ergebnis der im Fachmagazin "Journal of Epidemiology and Community Health" veröffentlichten Studie lässt aufhorchen: Anhand der 148 Todesfälle in der Gruppe infolge von Herzinfarkten zeigte sich, dass diejenigen ein um 67 Prozent geringeres Herzinfarkt-Risiko hatten, die das beste Verhältnis zu den Nachbarn hatten. Bei dem Ergebnis wurden andere Risikofaktoren wie das Alter, die Lebensweise, das Gewicht oder Gesundheitsprobleme wie Diabetes bereits herausgerechnet.

Weil weitere Risikofaktoren wie etwa die familiäre Vorgeschichte von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht bekannt waren, blieben die Forscher um Eric Kim von der Universität von Michigan allerdings vorsichtig: Es handele sich nur um eine beobachtende Studie, die keine "definitiven Rückschlüsse" zulasse. Dennoch sei das "soziale Umfeld in der Nachbarschaft" - außerhalb von Familie und Freunden - wichtig. Ein gutes Verhältnis sei wie körperliche Betätigung gut für die Gesundheit.

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