80 Jahre Fernschreiben Vom „heißen Draht“ zu Twitter

Schnell und sicher: Vor 80 Jahren startete die Deutsche Reichspost den „Öffentlichen Fernschreibdienst“. Doch die große Zeit des Fernschreibens ist längst schon wieder vorbei - heute sind E-Mails und Twitter populärer.
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Ein Fernschreiber von 1935 im Kommunikationsmuseum in Berlin: Seit 80 Jahren gibt es Fernschreiben. Quelle: dpa

Ein Fernschreiber von 1935 im Kommunikationsmuseum in Berlin: Seit 80 Jahren gibt es Fernschreiben.

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BerlinWer heute ein rasches „mfg“ in die SMS tippt, mag sich auf der Höhe der Zeit fühlen. Tatsächlich hat die Abkürzung für „Mit freundlichen Grüßen“ eine lange Tradition. Schon die Aufgeber von Fernschreiben nutzten mit dem Start dieser neuen Technologie vor 80 Jahren Kurzformen, um Kosten und Übertragungszeit zu sparen, sagt Lioba Nägele vom Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main.

Am 16. Oktober 1933 wurden Fernschreiben in Deutschland für jedermann möglich, der das nötige Geld dafür hatte. Die Deutsche Reichspost startete den „Öffentlichen Fernschreibdienst“ mit Selbstwählbetrieb zwischen Hamburg und Berlin - kurz Telex. Nutzbar „für jeden, der es finanzieren konnte, so ein Gerät zu kaufen oder zu mieten“, ergänzt Nägele.

Fernschreiben hießen damals auch Telegramm und - veraltet - Depesche: Solche Begriffe klingen in Zeiten von Twitter und E-Mail nach vergilbtem Papier, Kaltem Krieg und Langsamkeit. Viele kennen die schreibmaschinenähnlichen Apparate und die dazugehörige Technik mit Papierstreifen nur noch aus dem Museum. Doch dieser Rückblick kann täuschen. Jahrzehntelang galten Fernschreiben als extrem schnell, sicher und zuverlässig.

Eine Mikrofabrik für jedermann
GE 3-D-Printing
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Die Verbreitung der sogenannten 3-D-Drucker läutet in der Fertigungstechnologie einen radikalen Umbruch ein. Bei der neuen Technik werden dünne Schichten, beispielsweise aus Kunststoff, übereinander gelegt. So entstehen komplexe und individuelle Formen.

3-D Printer Setup (2)
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In einer Spule wird das Material erhitzt und im nächsten Schritt zu dem gewünschten Objekt übereinander geschichtet. Die Maschinen sind damit letztlich eine eigene kleine Fabrik.

GE 3-D-Printing
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Ein positiver Nebeneffekt: Die Einsparmöglichkeiten bei den Rohstoffen - denn statt nicht benötigtes Material wegzufräsen oder abzuschleifen, wird direkt nur das verwendet, was auch tatsächlich gebraucht wird.

Mini Robots made at GE Garages (2)
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Mit den neuen Geräten kann jeder zu seinem eigenen Fabrikanten werden, der Konsument wird zum Produktdesigner, und das nahezu ohne Grenzen. Denn die Drucker gibt es mittlerweile auch schon für den Privatgebrauch.

GE 3-D-Printing Laser
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Das Verfahren funktioniert lange nicht nur mit Plastik, sondern auch für Metalllegierungen. Denkbar sind die unterschiedlichsten Dinge aus den unterschiedlichsten Materialien. Aus Metallstaub kann ein Laser beispielsweise Schicht für Schicht jede gewünschte Form zusammenschmelzen.

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Auch Bauteile, die innen hohl sein müssen, können problemlos mit den Geräten geschaffen werden. Das spart neben dem Material an sich auch noch bis zu einem Fünftel an Gewicht – und damit Geld. Denn beispielsweise im Bereich der Flugzeugfertigung ist jedes Kilo für den Treibstoffverbrauch wichtig.

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Anwendung findet der 3-D-Drucker auch im Gesundheitsbereich. US-Wissenschaftler forschen derzeit am Aufbau menschlicher Nieren, indem sie lebende Zellen – Biotinte, wenn man so will – aus Druckerköpfen spritzen.

„Die Schnelligkeit und Verlässlichkeit standen im Vordergrund“, sagt Nägele. Diese Fernschreib-Eigenschaften seien zum Beispiel wichtig für Termingeschäfte gewesen - bei Gerichten, in Unternehmen und Behörden. „Die Geräte hatten den Vorteil, dass sie immer im Dienst waren.“ Die 1950er, 60er und 70er Jahre seien die „große Zeit des Fernschreibverkehrs“ gewesen.

Wer privat ein Fernschreiben verschickte, nannte es meist Telegramm, im geschäftlichen Verkehr Telex. Dieser Begriff meinte zugleich auch den Fernschreiber und das dazugehörige Netz. Bei der Deutschen Post dagegen heißt jedes Fernschreiben Telegramm, wie Sprecherin Anke Blenn erläutert.

Ein berühmtes Beispiel für eine Telexverbindung ist das „Rote Telefon“. Dieser „heiße Draht“ ging vor 50 Jahren, am 30. August 1963, zwischen Washington und Moskau an den Start, um dringende Probleme schnell lösen zu können. „Alles geschieht schriftlich, um Hörfehler zu vermeiden und den Austausch zu dokumentieren“, sagte kürzlich der russische Militärexperte Pawel Felgenhauer im Rundfunk. Zum alten Eisen gehört die direkte Verbindung noch nicht.

Telefax kommt langsam aus der Mode
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