Trotz Internet Warum im Computerzeitalter der Papierbedarf steigt

Immer weniger Wald, immer mehr Papierverbrauch. Das passt schlecht zusammen, ist aber die Entwicklung, die eine amerikanische Studie nachzeichnet. Das Internet ist Schuld daran.
05.07.2013 - 05:30 Uhr 9 Kommentare
Schlecht für den Baumbestand: Der Papierverbrauch steigt. Quelle: dpa

Schlecht für den Baumbestand: Der Papierverbrauch steigt.

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Von wegen Waldfreunde. Statistisch gesehen verbraucht jeder Deutsche im Jahr 244 Kilo Papier, Pappe oder Karton. 1975 war es nicht mal die Hälfte. Dabei wurden zwischendurch der Computer eingeführt und das Internet erfunden – man sollte meinen, beides habe den Papierverbrauch gesenkt.

Laut einer Studie der amerikanischen „Association for Information and Image Management“ steigt bei einem Drittel aller Unternehmen der Papierverbrauch sogar noch weiter an. Allen Aufrufen zum papierlosen Büro zum Trotz druckt ein durchschnittlicher Angestellter täglich 31 Seiten aus – nach dem Motto: „Was sich nicht abheften lässt, ist auch nichts wert“ oder: „Ausgedruckt ist halb erledigt“.

Schöne vernetzte Arbeitswelt
Neues Buchungszentrum von TopTicketLine
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Großraumbüros, in denen die Angestellten ihrer Arbeit in kleinen Stellwandabteilen nachgehen, sollten die Zukunft sein. Das dachte zumindest der Erfinder des Cubicle-Office, Robert Probst. Doch statt Produktivität förderte sein Konzept Eintönigkeit und Isolation. Dabei ist besonders die Möglichkeit zum gemeinsamen Arbeiten aktuellen Studien zufolge der Schlüssel zu Erfolg und Kreativität. Neue Technologien machen darüber hinaus auch vernetztes Arbeiten möglich, womit die Effizienz in Unternehmen deutlich gesteigert werden kann.

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Gemeinschaftsbüros "Coworking Spaces"
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Gemeinschaftsbüro in Nürnberg: Lässt man Arbeitnehmern die Wahl, von wo aus sie arbeiten wollen, so entscheiden sich zunehmend mehr für die eigenen vier Wände, Büros außerhalb des Unternehmens oder gleich für das Café um die Ecke. Technologien wie Wireless LAN und Mobile Computing schaffen die Basis, sich auch von unterwegs in das Firmennetzwerk einzuwählen. Einige Konzerne ermitteln über Sensoren in Echtzeit, wo ihre Angestellten am produktivsten innerhalb eines Bürokomplexes arbeiten und können so gezielt Umbaumaßnahmen vornehmen.

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One year after Hurricane Sandy
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Rund 40 Prozent aller amerikanischen Arbeitnehmer werden der Schätzung einer Softwarefirma zufolge bis 2020 als Leiharbeiter, in befristeten Arbeitsverhältnissen oder als Selbstständiger tätig sein. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Anteil von Selbstständigen und Zeitarbeitern an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen im Jahr 2012 bei rund 13 Prozent. Der Trend weg von geregelten Arbeitszeiten und Löhnen hin zur größeren Flexibilität bringt jedoch für beide Seiten einige Vorteile mit sich.

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Kita in Leipzig
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Arbeitgebern ermöglicht diese Entwicklung am Arbeitsmarkt, schnell auf wechselnde unternehmerische Anforderungen zu reagieren. Selbstständige profitieren davon, dass sie sich ihr Arbeitspensum so einteilen können, wie es ihnen ihr Leben erlaubt. So bleibt etwa mehr Zeit für die Kinderbetreuung oder andere Aufgaben übrig.

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huGO-BildID: 19223708 Hochschule Offenburg, Studenten, Fachkräfte, Ausbildung
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Aufgaben wie etwa die eigene Weiterbildung. Bis zum Jahr 2020 werden Schätzungen der Unternehmensberatung McKinsey zufolge rund 40 Millionen hochqualifizierte Arbeiter in Unternehmen überall auf der Welt fehlen. Besonders groß wird der Mangel in Entwicklungsländern sein. Unternehmen und Arbeitnehmer haben jedoch einen innovativen Weg gefunden, dieser Herausforderung zu begegnen.

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Employee works on his computer at the office of CloudFactory, a Canadian startup that based itself in Kathmandu
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Crowdsourcing-Plattformen ermöglichen es Designern, Programmierern und anderen Fachkräften, sich miteinander zu vernetzen. Gemeinsam können sie so projektspezifische Arbeitsanforderungen leicht erfüllen. Das Unternehmen Cloudfactory wurde in Nepals Hauptstadt Kathmandu von einem Kanadier gegründet und betreibt inzwischen von Büros in Nepal, Hong Kong und den USA aus ein Online-Portal, auf dem sich Selbstständige aus allen Teilen der Welt finden können, um zusammen zu arbeiten. Eigenen Angaben zufolge sollen auf diese Weise bis zu einer Million neue Arbeitsplätze in Entwicklungsländern geschaffen werden.

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Surgery_Raven_4_Overview
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In Entwicklungsländern soll auch eine Technik, die Videokonferenzen samt der Steuerung eines Roboters ermöglicht, große Fortschritte bringen. Selbst im Bereich der medizinischen Weiterbildung sind dann Lehrgänge ohne physische Präsenz der Teilnehmer möglich. So kann beispielsweise der Roboter Raven IV chirurgische Eingriffe an einem Modell durchführen, das Tausende Kilometer entfernt steht.

(Foto: Univ. of Washington)

Seit dem Jahr 2010 trägt allerdings weniger das Kopierpapier Schuld an dem Verbrauchsanstieg als vielmehr das Paket: Das Internet hat den Versandhandel beflügelt, und der verpackt Schuhe und Kleider in Unmengen von Papier. Und nicht zuletzt lieben gerade mobile Laptop-Arbeiter ihren Latte Macchiato to go. Das sind allein in Deutschland rund sechs Milliarden Pappbecher im Jahr – oder pro Einwohner 1,5 Becher in der Woche.

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