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Digitale Revolution
Bürogebäude

Leidenschaft ist nicht alles, wenn man in seinem Job zufrieden sein will.

(Foto: dpa)

ada Fünf bittere Job-Wahrheiten

Wer Erfolg haben will, muss seine Leidenschaft identifizieren und eine Nische finden. Dabei gilt als größte Todsünde: zu früh aufzugeben. Aber stimmt das wirklich?
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Als Produktdesigner war Steve Jobs ein Genie, als Karriereberater ein Stümper. Am 12. Juni 2005 hielt der Apple-Gründer eine Rede vor Absolventen der Stanford University – und gab den Anwesenden ein paar Ratschläge mit auf ihren Lebensweg: „Eure Arbeit wird einen großen Teil eures Lebens ausmachen, und ihr werdet nur dann zufrieden sein, wenn ihr eure Arbeit für bedeutsam haltet – aber dafür müsst ihr sie lieben.“ Was für ein Quatsch.

Ja, es ist besser, seine Arbeit zu mögen, als sie zu verachten. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir sie zwangsläufig lieben müssen.

Spätestens seit Steve Jobs’ Rede teilen amerikanische Manager gerne philosophische Weisheiten mit Anhängern, Aktionären und Angestellten. Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer von Facebook zum Beispiel, richtete sich in ihrem Bestseller „Lean In“ vor allem an moderne, karrierebewusste Frauen. Und Amazon-Gründer Jeff Bezos erinnert ständig an sein Mantra vom „Tag 1“, damit sich die Belegschaft bloß niemals ausruht.

Solche Tipps treffen einen Nerv. Nicht nur ‧wegen ihrer prominenten Urheber. Sondern auch deshalb, weil viele „New Work“-Anhänger die ‧Arbeitswelt im Lichte der Digitalisierung revolutionieren wollen. Demnach sollten Gehälter transparent sein, jeder muss sowohl seine Leidenschaft wie eine Nische finden, und die größte berufliche Todsünde ist es, zu früh aufzugeben.

Aber stimmt das wirklich? Die Arbeits- und Organisationspsychologie liefert hier wertvolle Hinweise. Wer einmal all die Feldstudien, Langzeituntersuchungen und Laborexperimente liest, der stellt fest, dass sich gewisse Muster nicht so einfach übertragen lassen.

Der Text ist ein Auszug aus dem gerade erschienenen Buch: Warum Perfektion sinnlos und an jedem Gerücht was dran ist – ada-Redaktionsleiter Daniel Rettig beschreibt 77 wissenschaftlich erforschte Wahrheiten aus der Jobwelt.
Campus Verlag 2019, 224 Seiten
16,95 Euro
ISBN 9783593510835

Zu diesen vermeintlichen Erfolgsrezepten gehört auch das Mantra, seine Arbeit unbedingt lieben zu müssen. Erstens riskieren Sie, dass weder Ihre Kollegen und Kunden noch Ihre Vorgesetzten diese Liebe erwidern – und dann sind Enttäuschungen programmiert. Und zweitens gibt es genauso gut Menschen, die ihr Lebensglück nicht daraus ziehen, jeden Morgen in ein Bürogebäude zu gehen und dort den ganzen Tag zu verbringen. Lieben die ihre Arbeit? Eher nicht. Geht es ihnen schlechter? Wohl kaum. Was dem einen hilft, kann dem anderen schaden. Aber was dem einen schadet, kann dem anderen auch helfen. Das gilt auch für diese fünf bitteren Wahrheiten.

Manchmal ist aufgeben klüger als weitermachen
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