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Digitale Revolution

#DigitalDictionary AI Spoofing ist die nächste Stufe der Manipulation

Wer schon heute das Morgen verstehen will, muss die Sprache der Zukunft sprechen – und dafür gibt es ab sofort einmal pro Woche das digital dictionary unserer digitalen Bildungsplattform ada. In Folge 9: das AI Spoofing.
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Durch das AI Spoofing können nicht nur Passwörter, sondern auch Fingerabdrücke geknackt werden. Quelle: dpa
Datensicherheit

Durch das AI Spoofing können nicht nur Passwörter, sondern auch Fingerabdrücke geknackt werden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Eigentlich wären Hausmeister*innen die perfekten Bösewichte in Kriminalfilmen. Denn viele von ihnen sind im Besitz eines Generalschlüssels. Er passt auf verschiedene Schlösser und verschafft ihnen Zugang zu allen Wohnungen im Haus.

Einen solchen Generalschlüssel hat kürzlich auch ein Forscherteam der Michigan State und der New York University entwickelt. Allerdings nicht für Türen, sondern für Smartphones – oder andere Geräte, die sich mit einem Fingerabdruck entsperren lassen.

Die Wissenschaftler*innen trainierten dafür ein neuronales Netzwerk – eine Form Künstlicher Intelligenz, die dem menschlichen Gehirn nachempfunden ist und aus Daten lernt – mit den Fingerabdrücken von mehr als 6.000 Menschen. Das System war danach in der Lage, Fake-Fingerabdrücke zu generieren. Mit diesen wurde wiederum ein weiteres neuronales Netz trainiert, das bestimmen sollte, ob es sich um echte oder gefälschte Fingerabdrücke handelte.

Wenn Fingerabdrücke als Fälschung enttarnt wurden, gingen sie wieder zurück ans generierende neuronale Netz, das kleine Anpassungen machte und es noch einmal probierte. Dieser Prozess, bei dem zwei neuronale Netze im Gegenspiel voneinander lernen, wird auch als Generative Adversarial Network (GAN) bezeichnet. Das Ping-Pong-Spiel wurde tausende Male wiederholt, bis die Fakes täuschend echt waren.

Mit den so erzeugten „Deep Master Prints“ lassen sich Fingerabdruck-Sensoren in vielen Smartphones überlisten. Denn diese Sensoren erfassen in der Regel nicht den vollständigen Fingerabdruck, sondern nur Teilabdrücke, die dann mit einer Datenbank abgeglichen werden. Da Teilabdrücke weniger einzigartig sind als vollständige Abdrücke, kommt es in einem von fünf Fällen zu Übereinstimmungen zwischen echten Abdrücken und den Master Prints.

ada - Heute das Morgen verstehen

Die Methode ist nur einer von vielen Tricks, um Authentifizierungssysteme zu umgehen. Solche Täuschungen werden auch als Spoofing bezeichnet, der englische Begriff für Manipulation oder Verschleierung. Spoofing gibt es mindestens so lange, wie es das Internet gibt: darunter fasst man auch Methoden wie klassische Spam-Mails, bei denen der Absender verfälscht wird, sodass der Empfänger glaubt, sie stamme von einer ihm bekannten Person. Ziel von Spoofern ist es, an personenbezogene Daten ihrer Opfer zu gelangen.

Künstliche Intelligenz hebt Spoofing auf ein neues Level: das AI Spoofing. Damit lassen sich auch andere biometrische Daten – das Gesicht, die Stimme oder die Iris – fälschen. Je komplexer die Tricks werden, desto mehr muss sich die Gegenseite anstrengen: Die Forscher*innen hinter den Master Prints hoffen, dass ihre Arbeit dazu anspornt, Systeme zu entwickeln, die AI Spoofing erkennen.

Mehr: Milena Merten ist Reporterin für die digitale Bildungsplattform ada. Wenn auch Sie schon heute das Morgen verstehen wollen, schauen Sie doch mal vorbei: join-ada.com

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