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Digitale Revolution

#DigitalDictionary Bricks and Clicks – die Symbiose zwischen Webshop und Filiale

Wer schon heute das Morgen verstehen will, muss die Sprache der Zukunft sprechen. Dabei hilft einmal pro Woche das digital dictionary unserer digitalen Bildungsplattform ada. In Folge 21: Bricks and Clicks.
18.11.2019 - 08:34 Uhr Kommentieren
Auch für Amazon lohnen sich physische Läden. Quelle: Reuters
Amazon Go

Auch für Amazon lohnen sich physische Läden.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Revolutionen hinterlassen immer Spuren. Manchmal dauert es bloß länger, bis sie sichtbar werden. Seit Jahren kaufen die Deutschen zum Beispiel immer mehr Waren im Internet. Im dritten Quartal 2019 wurden im Online-Handel in Deutschland rund 17 Milliarden Euro umgesetzt – im Jahr 2015 lagen die Quartalsumsätze noch zwischen 9,6 und 11,3 Milliarden Euro.

Die Folgen lassen sich in den Städten inzwischen deutlich beobachten. Die Warenhäuser in den Fußgängerzonen schließen ganz oder verkleinern ihr Sortiment, Shoppingcenter wandern von der buchstäblich grünen Wiese in die Metropolen, Discounter ersetzen die Tante-Emma-Läden. Nicht nur, aber eben auch wegen des Online-Shoppings.

Die Vorteile sind offensichtlich. Die Kund*innen sparen Zeit, die Ladenbetreiber*innen Miete und Betriebskosten. Das Geschäft hat rund um die Uhr geöffnet, denn das Internet macht niemals zu. Bedeutet das Aufkommen des virtuellen Onlinehandels also das Ende der analogen Niederlassungen?

Wie so viele Geschichten enthält auch dieses Narrativ ein Körnchen Wahrheit, aber eben auch ein Körnchen Übertreibung. Denn tatsächlich liegt die Zukunft des Handels nicht ausschließlich im Online-Shopping, sondern in der symbiotischen Beziehung beider Kanäle. Die Offline-Präsenz wird von der Online-Präsenz nicht substituiert, sondern komplementiert. Und diese Strategie bezeichnen Handelsexperten als „bricks and clicks“, was frei übersetzt in etwa so viel heißt wie „Backsteine und Mausklicks“.

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    Physische Niederlassungen wirken wie die Antithese zum virtuellen Handel, könnte man meinen. Mietzahlungen? Betriebskosten? Angestellte? Tatsächlich hat so ein echtes, analoges Geschäft Vorteile. Zum einen können die Kund*innen die Kleidung gleich anprobieren oder Produkte anfassen. Zum anderen tun sie etwas fürs Umweltbewusstsein, wenn nicht gleich schon wieder ein Paket quer durch die Welt fliegt, nur weil sie gerade Lust auf einen neuen Wollschal verspürten.

    ada - Heute das Morgen verstehen

    Außerdem hat der Offline-Handel immer noch Imagevorteile. Das zeigte vor einigen Jahren eine Studie von Jacqueline Kacen von der Universität von Houston. In allen Produktkategorien kamen Onlinehändler*innen schlechter weg als Offlinehändler*innen.

    Die einen Befragten kritisierten Versand- und Bearbeitungsgebühren, die anderen die Umtausch- und Erstattungspolitik für Rücksendungen, wieder andere vermissten hilfsbereite Verkäufer*innen. „Die Vorteile der Online-Shops in Sachen Vielfalt und Nutzerfreundlichkeit können diese Nachteile nicht überwiegen“, schrieb Kacen.

    Allerdings ist es nicht einfach nur damit getan, einen Laden und einen Onlineshop zu betreiben. Clevere Händler*innen verbinden beide Kanäle geschickt miteinander. Großmeister dieser Disziplin ist Amazon, der inzwischen nicht nur Niederlassungen betreibt, sondern sich für 13,7 Milliarden Dollar die Supermarktkette Whole Foods kaufte.

    Im Preis inbegriffen: 477 Niederlassungen Und der amerikanische Internet-Brillenhändler Warby Parker lässt die Kund*innen die Gestelle nicht nur online ordern und zuhause anprobieren. Inzwischen hat das Unternehmen mehr als 70 Filialen.

    Warby-Parker-Mitgründer Dave Gilboa sagte mal dem britischen „Guardian“, dass davon beide profitieren: Die physischen Niederlassungen schaffen Aufmerksamkeit für die Marke und bringen Besucher*innen auf die Website, was wiederum die Onlineverkäufe ankurbelt.

    Und nicht zuletzt ist der Kauf eines Produkts ja immer auch ein wenig Psychologie – und da kommt den Händler*innen die Niederlassung entgegen, weil sie die Sinne ihrer Kund*innen dort besser ansprechen können: „Hinter einem Kauf steckt längst nicht immer eine rationale, sondern oft eine emotionale Entscheidung“, sagte die Konsumpsychologin Liraz Margalit gegenüber dem Branchenportal Retail Dive, „aber der Sitz vor dem Monitor ist nun mal eine rationalere Umgebung als im Laden.“

    Mehr: Daniel Rettig ist Redaktionsleiter der digitalen Bildungsplattform ada. Wenn auch Sie schon heute das Morgen verstehen wollen, schauen Sie doch mal vorbei: join-ada.com

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