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Digitale Revolution

#DigitalDictionary Cleanfluencer – der Social-Media-Hype um Ordnungsliebe

Wer schon heute das Morgen verstehen will, muss die Sprache der Zukunft sprechen – und dafür gibt es ab sofort einmal pro Woche das digital dictionary unserer digitalen Bildungsplattform ada. In Folge 11: der Cleanfluencer.
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In einer zunehmend unübersichtlichen und chaotischen Welt sorgen Cleanfluencer für Ordnung. Quelle: Ikon Images/Getty Images
Cleanfluencer

In einer zunehmend unübersichtlichen und chaotischen Welt sorgen Cleanfluencer für Ordnung.

(Foto: Ikon Images/Getty Images)

Düsseldorf Sophie Hinchliffe ist 28 Jahre alt, lebt mit ihrer Familie im englischen Essex und lebt vom Putzen. Allerdings ist sie keine Reinigungskraft, sondern schrubbt, wienert und wischt ihr eigenes Haus, bis es vom Edelstahl-Spülbecken bis zum gläsernen Beistelltisch nur so blitzt und blinkt.

Fotos ihres makellosen Heims veröffentlicht sie auf ihrer Instagram-Seite (@mrshinchhome) – 2,7 Millionen Menschen folgen Hinchliffes Profil, auf dem sie ihre Haushaltstipps, Lieblingsputzhandschuhe und -scheuermittel teilt.

Hinchliffe ist professionelle Cleanfluencerin – eine Wortneuschöpfung aus cleaning („Putzen“) und Influencer. Sie gehört damit zu einer wachsenden Gruppe Social-Media-Stars, die sich beim Saubermachen filmen („Clean with me“), nebenbei Empfehlungen für Putzmittel aussprechen und damit Geld verdienen.

Möglich machen das Werbeclips in ihren Youtube-Videos und bezahlte Partnerschaften mit Waschmittel- oder Raumspray-Herstellern. Einige besonders geschäftstüchtige Cleanfluencer veröffentlichen ihre Haushaltstipps außerdem in Büchern und Podcasts.

Inspiration für viele Putz-Stars ist die wohl erfolgreichste Cleanfluencerin aller Zeiten, Marie Kondo. Die Japanerin ist mit ihren strikten Regeln zum Falten von Wäsche und ihrem Mantra „Behalte nur, was dir Freude bereitet“ zur globalen Ikone geworden.

Sie hat sogar eine eigene Netflix-Serie bekommen, in der sie Menschen dabei hilft, ihre Wohnungen zu entrümpeln und aufzuräumen. Ihre Ratgeberbücher wurden millionenfach verkauft; 3,2 Millionen Menschen folgen ihrem Instagram-Profil.

ada - Heute das Morgen verstehen

In einer zunehmend unübersichtlichen und chaotischen Welt sorgen Cleanfluencer für Ordnung. Ihre Videos sind harmlos, unpolitisch, nahbar und haben immer ein Happy End – ein glänzend sauberes und aufgeräumtes Heim.

Zuschauer*innen beschreiben die Putzvideos als entspannend und motivierend zugleich. Wer sieht, mit welcher Hingabe und Disziplin andere Menschen ihren Frühjahrsputz angehen, will diese Genugtuung nach stundenlanger Rödelei selbst empfinden.

Gleichzeitig zeigen die digitalen Saubermänner und -frauen, dass kein Hobby zu banal ist, um es im Social-Media-Zeitalter geschickt zu vermarkten und sich damit ein (zusätzliches) Einkommen aufzubauen.

Doch ob der aktuelle Hype um die Ordnungsliebe anhalten wird? Cleanfluencerin Sophie Hinchliffe setzt da lieber auf Diversifizierung: Sie pflegt noch ein zusätzliches Instagram-Profil für ihren Hund. Cocker Spaniel Henry ist mit 105.000 Followern auf dem besten Weg zum Dogfluencer.

Mehr: Milena Merten ist Reporterin für die digitale Bildungsplattform ada. Wenn auch Sie schon heute das Morgen verstehen wollen, schauen Sie doch mal vorbei: join-ada.com

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