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Digitale Revolution

#DigitalDictionary Das Beacosystem – Leuchtfeuer auf dem Smartphone

Wer schon heute das Morgen verstehen will, muss die Sprache der Zukunft sprechen – und dafür gibt es einmal pro Woche das digital dictionary unserer digitalen Bildungsplattform ada. In Folge 5: Das Beacosystem.
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US-Supermarktketten schicken ihren Kunden besondere Angebote aufs Smartphone, wenn sie in der Nähe eines bestimmten Produkts stehen. Quelle: E+/Getty Images
Kundin im Supermarkt

US-Supermarktketten schicken ihren Kunden besondere Angebote aufs Smartphone, wenn sie in der Nähe eines bestimmten Produkts stehen.

(Foto: E+/Getty Images)

Düsseldorf Folgende Situation: Sie nähern sich dem Supermarkt Ihres Vertrauens – doch noch bevor Sie den Laden betreten, meldet sich Ihr Smartphone mit einer personalisierten Nachricht: Der Filialleiter begrüßt Sie herzlich und weist Sie auf die neuesten Angebote hin. Und während Sie durch die Gänge schlendern und vor den Gummibärchen stehenbleiben, piept das Smartphone erneut: Wenn Sie eine Tüte Gummibärchen kaufen, gibt es die zweite gratis dazu!

Klingt nach Science-Fiction? Ist aber tatsächlich schon Realität – und das Beacosystem macht es möglich. Dahinter verbirgt sich eine Mischung aus „Beacons“ und „Ecosystem“. Das englische Wort „beacon“ bedeutet so viel wie Leuchtfeuer. Doch heute geht es dabei nicht nur um Navigation, sondern vielmehr um Innovation. Beacons sind kleine Sender, in etwa so groß wie eine Streichholzschachtel, die per Bluetooth Kontakt zu Smartphones aufnehmen können.

Ladenbesitzer*innen müssen sie einfach nur an Decken und Wänden festschrauben oder unsichtbar in die Beleuchtung integrieren. Dann liefern sie in einem Umkreis von maximal 50 Metern eine exakte Standortbestimmung der Smartphone-Nutzer, noch dazu mit geringem Energieverbrauch. Unternehmen können dann Werbung und Angebote verschicken, die auf die jeweiligen Nutzerinnen und Nutzer zugeschnitten sind.

Inzwischen gibt es rund um die Beacons ein echtes Ökosystem, also eine Branche mit vielen verschiedenen Anbietern und Nachfragern. Deren Fantasie sind dabei wenig Grenzen gesetzt. Die amerikanischen Supermarktketten Target und Walmart begrüßen ihre Kundinnen und Kunden persönlich, sobald sie sich der Filiale nähern oder erhalten besondere Angebote, wenn sie in der Nähe eines bestimmten Produkts stehen.

Im Berliner Bode-Museum liefern die Beacons Besuchern Informationen zur Aussage des Bildes, vor dem sie gerade stehen. Und am Züricher Hauptbahnhof versenden Beacons Touristeninformationen und Werbebotschaften.

ada - Heute das Morgen verstehen

Doch was manche als hilfreiche Dienstleistung empfinden, geht vielen gehörig auf die Nerven – und so stoßen die Anbieter bisweilen an natürliche Grenzen. Im Jahr 2015 verschickte Facebook kostenlos Beacons an Unternehmen, damit die sie innerhalb der Facebook-App fürs Eigenmarketing nutzen. Die Kund*innen reagierten jedoch überwiegend skeptisch und ignorierten den Service. Facebook entfernte den Bluetooth-Beacons-Bereich kürzlich von seiner Webseite.

Und so hängt der Erfolg des Beacosystems letztlich davon ab, was den Adressaten wichtiger ist: Komfort oder ihre Privatsphäre. So läuft es immer bei Innovationen: Was die einen schrecklich einfach finden, finden die anderen einfach nur schrecklich.

Mehr: Daniel Rettig ist Redaktionsleiter der digitalen Bildungsplattform ada. Wenn auch Sie schon heute das Morgen verstehen wollen, schauen Sie doch mal vorbei: join-ada.com

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