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Digitale Revolution

#DigitalDictionary Der anonyme Social-Media-Konsum ist nicht schädlich für das Gehirn

Wer schon heute das Morgen verstehen will, muss die Sprache der Zukunft sprechen. Dabei hilft das digital dictionary unserer digitalen Bildungsplattform ada. Folge 36: das Lurking.
16.03.2020 - 10:08 Uhr Kommentieren
Social-Media-Nutzer bewegen sich meist Anonym im Netz und produzieren keinen eigenen Content. Quelle: dpa
Video-App TikTok

Social-Media-Nutzer bewegen sich meist Anonym im Netz und produzieren keinen eigenen Content.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Sie sind wie Sterne: Immer da, aber häufig unsichtbar. Wer diesen Vergleich zuerst geprägt hat, lässt sich leider nicht mehr rekonstruieren. Passend ist er dennoch – denn tatsächlich hat dieser Typus von Internetnutzer*innen viel mit den Himmelskörpern gemeinsam.

Lurker, abgeleitet vom englischen „to lurk“ (lauern), nutzen Social-Media-Plattformen und Diskussionsforen im Tarnmodus. Die einen blättern seitenweise in den Instagram-Profilen von Kolleg*innen, die anderen stöbern in den Twitter-Nachrichten von Prominenten oder verdaddeln Stunden mit dem Konsum von TikTok-Videos – ohne jemals mit den betreffenden Personen zu interagieren oder sich als regelmäßige Besucher*innen zu offenbaren.

Tatsächlich ist das Lurking inzwischen die am weitesten verbreitete Methode, das Internet zu nutzen: Die meisten Menschen konsumieren eher anonym fremden Content anstatt selbst eigenen zu produzieren.

Natürlich ist diese Anonymität in gewisser Weise eine naive Illusion. Jede Google-Suche füttert den Algorithmus. Wer etwas bei Facebook sucht, bekommt es wenig später bei Instagram angezeigt. Bei Netzwerken wie Xing oder Linkedin können zumindest die zahlenden Nutzer*innen jederzeit sehen, wer auf dem eigenen Profil war. Und bei Instagram kann jeder nachvollziehen, wer die eigenen „Stories“ angeschaut hat.

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    Diese permanente Transparenz mindert den Reiz des Lurkings jedoch nicht, eher im Gegenteil. Die US-Journalistin Katie Notopoulos berichtete kürzlich in einem lesenswerten Text beim Portal Buzzfeed von ihrer Leidenschaft für Lurking – und gestand gleichzeitig, dass sie zum virtuellen Schattendasein ein durchaus ambivalentes Verhältnis hat.

    ada - Heute das Morgen verstehen

    Auf der einen Seite mache es einfach irre viel Spaß, sich stundenlang an den Social-Media-Profilen von Fremden zu ergötzen. Auf der anderen Seite sei sie sich natürlich dessen bewusst, dass es sinnvollere Wege gibt, Lebenszeit zu investieren.

    Aber werden wir für dieses digitale Herumlungern bestraft? Das fragte sich auch Notopoulos – und kontaktierte deshalb Joseph Firth, der an der australischen Western Sydney Universität untersucht, wie sich die Internetnutzung auf unser Gehirn auswirkt. Und der gab der Journalistin gegenüber Entwarnung: „Es gibt zumindest keine Beweise dafür, dass die virtuelle Begegnung mit Fremden sich vom Aufeinandertreffen im analogen Leben unterscheidet.“

    Offenbar ist unser Gehirn ganz gut dafür ausgestattet, um mit dem ständigen Kontakt mit Fremden fertig zu werden.

    Mehr: Daniel Rettig ist Redaktionsleiter bei der digitalen Bildungsplattform ada. Wenn auch Sie schon heute das Morgen verstehen wollen, schauen Sie doch mal vorbei: join-ada.com

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